19.47.26

Abgeordneter Wolfgang Knes (SPÖ): Frau Präsidentin! Wir verhandeln jetzt einen wichtigen Tagesordnungspunkt, nämlich jenen zum Durchschnittseinkommen in Öster­reich. Genau betrachtet kann man sagen, 220 000 Menschen, die in staatsnahen Betrieben arbeiten, haben einen Durchschnittsverdienst von 53 000 Euro im Jahr – mein Vorredner hat es bereits erwähnt, das sind insgesamt 5,3 Prozent Erhöhung gewesen –, und wenn man dann den Vorstand mit 1,9 Prozent Erhöhung zum Ver­gleich heranzieht, so schaut das im ersten Moment einmal ziemlich lapidar aus, aber wenn man diesen Bericht genauer liest, sieht man natürlich, wo die Schere ausei­nandergeht.

Mein Vorredner Herr Singer hat angesprochen, dass die Frauen stark benachteiligt sind, nach wie vor stark benachteiligt sind. Wir wissen, jene Frauen, die gleiche Tätig­keiten wie die Männer ausüben, die gleiche Berufstätigkeit, die gleiche Leistung, dieselbe Anzahl von Stunden erbringen, haben derzeit 78,2 Prozent der Einkommen ihrer Kollegen, nämlich der Männer. Daher müssen wir unisono und parteiunabhängig daran arbeiten, diese Schere rascher zu schließen als angedacht. Ich bitte auch die Regierung, entsprechend nachzuschärfen. (Beifall bei der SPÖ.) Ihr habt es jetzt in der Hand, liebe FPÖ, liebe ÖVP! Wann, wenn nicht jetzt? Unsere Zustimmung dazu bekommen Sie.

Ein Wermutstropfen aber ist dann gegeben – und das sieht man auch in diesem Bericht und das ist schon mehr als zermürbend –, wenn gewisse Vorstände, nämlich jene der Post AG, die bis zu 1,9 Millionen Euro pro Jahr verdienen, wohingegen deren Bedienstete maximal 30 000 Euro brutto im Jahr verdienen, wenn diese Manager dann mit der Stoppuhr hinter ihren Bediensteten stehen - - (Abg. Rädler: Was war bei der ÖBB?) – Ich rede von der Post AG, Herr Kollege, aufpassen oder lesen Sie bitte den Bericht! (Abg. Loacker: Zwangspensionierungen der Postbediensteten ...!) Wenn diese Vorstände den Postbediensteten mit der Stoppuhr hinterherlaufen und sagen, dass sie nicht mehr effizient seien, und immer auf eine börsennotierte Unterneh­mensstruktur verweisen, dann verstehe ich als Betriebsrat die Welt auch nicht mehr, denn 30 000 Euro im Vergleich zu 1,9 Millionen Euro – das ist mehr als beschämend! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Abg. Neubauer: Sie verstehen sowieso nichts!)

Auch die Bundesforste – ÖVP-lastig – bringen keine einzige Frau in den Vorstand, und siehe da, wir messen diese Positionen immer an dem Lohn oder Gehalt eines Bun­deskanzlers.

Der Bundeskanzler – das wissen wir alle – bekommt im Jahr die horrende Bezahlung von 304 000 Euro. (Abg. Neubauer: Wie der Herr Kern!) Die gesamte Bevölkerung ist munter. Der Vorstand der Bundesforste, immerhin mit sechs Personen besetzt, verdient sage und schreibe 400 000 Euro pro Jahr – mit sechs Männern besetzt! Was diese für ihre Angestellten, die draußen im Forst arbeiten, übrig haben, wissen wir. Der Bach ist ihr Kühlschrank und gleichzeitig ihre Dusche – so wird dort gearbeitet. Liebe ÖVP, tut weiter so und ihr werdet abgestraft! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Abg. Neubauer: Wie viel bezahlt ihr denn dem Herrn Kern? – Abg. Rädler: An der Kern-Frage vorbeigeschrammt! – Abg. Knes: Wer hat die ÖBB umgefärbt? Zehn Vorstände, zehn Männer!)

19.50

Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Dr.in Jessi Lintl. – Bitte.