17.46.26

Abgeordnete Claudia Plakolm (ÖVP)|: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen im Hohen Haus und insbesondere liebe Zuseher der heutigen Nationalratssitzung! Kultur ist ein bedeutender Faktor für eine hohe Lebensqualität. Kultur ist identitätsstiftend, sowohl national als auch individuell. Darum freut es mich, dass im Bereich Kunst und Kultur mehr Budget zufließt als in den Jahren zuvor, insgesamt 457 Millionen Euro. Das sind um 6 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)

Die Kultur sorgt auch für einen generationenübergreifenden Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Ich darf mich in meiner Rede kurz auf die Jüngsten konzentrieren und darauf, was wir im Bereich der Jugendarbeit und auch für Kinder im Kulturbereich vor­haben.

Kultur hat viel mit Bewusstsein zu tun, Bewusstsein für unser reiches kulturelles Erbe in Österreich, und das hat auch viel mit unserer Geschichte und Vergangenheit zu tun. Vor 100 Jahren wurde die Republik gegründet, und vor 80 Jahren hat mit dem An­schluss das dunkelste Kapitel in unserer Geschichte begonnen. Meine Generation ist die letzte, die noch mit Zeitzeugen über diese Zeit sprechen kann und durch ganz per­sönliche Erzählungen zumindest erahnen kann, was in dieser Zeit passiert ist. Daher ist es umso wichtiger, dass dieses Gedenken und auch das Bewusstsein für unsere Geschichte und Kultur auch für die nächsten Generationen gesichert ist. Es liegt in un­serer Verantwortung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)

Mit dem Kulturbudget werden wir dieses Gedenken auch ermöglichen, auch in unseren Schulen.

In den Kindergärten angefangen wollen wir Kinder und dann später auch Jugendliche für Kultur begeistern, und das geschieht mit ganz vielen Maßnahmen. Kultur soll schon im Kindesalter gelernt und gelebt werden, denn es ist förderlich für die Entwicklung der Persönlichkeit und gut für den Umgang miteinander. Das hat viel mit unseren Werten zu tun. Kulturelle Erziehung ist auch notwendig, um die Kreativität der Jugendlichen zu fördern. Im sogenannten digitalen Zeitalter muss uns auch bewusst sein, dass man Kunst, Kultur und Kreativität nicht digitalisieren kann. Das haben wir alles selbst in der Hand, das müssen wir selbst gestalten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)

In den Schulen unterstützen wir die Kooperationen mit Musikschulen. Ich selbst durfte acht Jahre lang in die Musikschule gehen, mehrmals wöchentlich. Das war ein guter und schöner Ausgleich zum stressigen Lernalltag in der Schule. Und auch heute kann ich es mir nicht mehr wegdenken, wenn ich daheim in Oberösterreich bin, die Zeit mit der Musik zu verbringen. Und das Schöne an der Musik ist, dass man gemeinsam musizieren kann, dass mehrere Generationen zusammenkommen, miteinander inten­siv proben. Das kann man ein bisschen vergleichen mit dem Parlament, auch wenn es im Orchester meistens harmonischer verläuft. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordne­ten der FPÖ.)

Wir sorgen dafür, dass es weiterhin freien Eintritt für Kinder und Jugendliche in Bun­desmuseen gibt, und setzen uns auch für Vergünstigungen für Familien ein. Außerdem sollen unsere Schulen besser ausgestattet werden, was Instrumente und Bücher be­trifft. Und auch die Talentförderung von begabten Kindern und Jugendlichen ist mir per­sönlich ein großes Anliegen. Musische, tänzerische, schauspielerische Talente und Fä­higkeiten gehören mit eigenen Stipendien beispielsweise unterstützt, denn ohne künst­lerischen Nachwuchs wird vieles nicht mehr fortgeführt werden, was unser Land so auszeichnet und für den Tourismus so beliebt macht.

Ob Sängerknaben oder Parov Stelar, Kirtag oder Nova Rock, Jedermann oder Mundl Sackbauer, unsere Kultur zeichnet unser Österreich aus. Herzlichen Dank an alle, die sich für gelebte Kultur, die sich für den Erhalt vieler Traditionen und Brauchtümer in Österreich engagieren, und das großteils ehrenamtlich. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

17.50

Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag.a Maria Smo­dics-Neumann. – Bitte.