16.41.24

Abgeordnete Angelika Kuss-Bergner, BEd (ÖVP)|: Geschätzter Herr Präsident! Werter Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Herr Dr. Strolz, ich bitte kurz um Ihre Aufmerksamkeit: Ich habe Ihren Antrag sehr genau gelesen, eines hat mich ein bisschen verwundert, und zwar: Punkt 5, 6, 7, 8 und 9 in Ihrem Antrag sind, bitte, zu finden im Bildungsreformgesetz 2017, §§ 5 und 6, Bildungsdirektionen-Einrichtungsgesetz. Wir haben das dort schon verankert.

Ich möchte hier heute drei Themen, drei Punkte zur Zentralmatura nennen. Der erste ist aus Sicht der Mutter einer Tochter, die gerade mitten in der Matura steckt – ich darf ihr von hier aus alles Gute wünschen, auch ihren Mitschülerinnen und Mitschülern –; nächste Woche ist die mündliche Matura. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie des Abg. Strolz.)

Ich habe sie natürlich um ihre Meinung gefragt, um ihre Meinung gebeten: Was sagst du zur Zentralmatura? – Ich war überrascht: Sie war nämlich sehr positiv eingestellt. Sie hat mir gesagt, sie findet es ausgesprochen gut, dass es österreichweit eine ein­heitliche Aufgabenstellung gibt, von Vorarlberg bis zum Burgenland, von Wien bis Kärnten dieselbe Aufgabenstellung. Verwundert war sie aber schon über eines: Die Durchführung war unterschiedlich. Es gab Schulen, an denen in Mathematik keine höheren technischen Hilfsmittel verwendet wurden, sondern nur der Taschenrechner. Es gab also Schulen – weil hier das Open Book Testing angeführt worden ist –, da wurde die Mathematikmatura mit dem Computer gemacht, es gab Schulen, an denen das GeoGebra-System verwendet wurde, und es gab Schulen, an denen es nicht verwendet wurde. Die Deutschmatura wurde an manchen Schulen handschriftlich ab­gelegt, und an manchen Schulen wurde die Matura am Computer geschrieben, mit einem Rechtschreibprogramm.

Meine Damen und Herren! Ich denke, da sollten wir nachdenken, unter welchen Voraussetzungen unsere Schülerinnen und Schüler maturieren, denn es sollten österreichweit dieselben Voraussetzungen gelten.

Wir sprechen immer wieder davon, den individuellen Bedürfnissen unserer Schüle­rinnen und Schüler gerecht zu werden. Unsere Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit der Auswahl der Gegenstände, in denen sie maturieren, mündlich oder schriftlich. Es gibt Schülerinnen und Schüler, die tun sich schriftlich leichter, und an­dere, die tun sich mündlich etwas leichter. Daraus erkläre ich mir auch, dass es bei den Kompensationsprüfungen vor allem in Mathematik dazu gekommen ist, dass sich etliche Schülerinnen und Schüler ein Nicht genügend ausbessern konnten. Dazu darf ich auch recht herzlich gratulieren.

Herausfordernd ist – und das haben wir auch heuer bei den Aufgaben der Mathematik­matura gesehen –, dass ein sehr gutes Leseverständnis erforderlich ist. Das ist ein Grund mehr, unsere geforderten Deutschförderklassen so schnell wie möglich einzu­führen, um unseren Kindern eine gute Grundlage für ihren weiteren Bildungsweg zu geben. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

Mein zweiter Punkt ist: Ich sehe die Zentralmatura auch aus Sicht einer Mutter mit drei Töchtern, die die Matura noch vor sich haben. Da in zwei Jahren bei meiner zweiten Tochter die Matura ansteht, möchte ich ihr und allen zukünftigen Maturantinnen und Matu­ranten vor allem eines gewährleisten, und das ist Kontinuität. Unter Kontinuität verstehe ich, dass das Niveau der Aufgabenstellungen für die Matura konstant bleibt und sich nicht jährlich ändert.

Drittens, meine Sicht über die Zentralmatura als Nationalrätin und Lehrerin: Unser Bil­dungsminister Faßmann hat bereits bekannt gegeben, an den Instrumenten zu schär­fen. Das finde ich notwendig. Begrüßenswert ist diesbezüglich eine fundierte Evaluie­rung unter Einbeziehung der Lehrerinnen und Lehrer, um auf keinen Fall den Praxisbezug zu verlieren. (Beifall bei der ÖVP.)

Verunsicherung soll und darf es in diesem Bereich nicht geben. Wir sind es unseren Schülerinnen und Schülern schuldig, dass sie sich darauf verlassen können, gut vor­bereitet und unterstützt ihre Matura ablegen zu können. Wir sind es ihnen schuldig – machen wir das! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)

16.46

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Herr Abgeordneter Hauser ist zu Wort gemel­det. – Bitte.