• ungeeignet, um die Studierfähigkeit in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sicherzustellen
• problematisch, was den Einfluss auf den Mathematikunterricht der Oberstufe insgesamt betrifft.
Wir appellieren daher an alle Verantwortlichen, die Reifeprüfung im Fach Mathematik unter Einbeziehung erfahrener Lehrkräfte zu reformieren und ein System zu implementieren, das sich verstärkt an fachlichen Inhalten orientiert und auf einem gerechten und sinnvollen Beurteilungssystem beruht.“ [4]. Mittlerweile haben über 4.200 Bürger_innen diese Petition unterschrieben.
Aber was soll eine Zentralmatura können, was ist der damit verbundene Anspruch? Warum eine standardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung? Auf der Website des Ministeriums ist dazu zu lesen:
“Höchstmögliche Objektivität, Transparenz und Vergleichbarkeit von Schüler/innenleistungen – Erhöhung der Aussagekraft von abschließenden Prüfungen im Sinne einer Ergebnisverantwortlichkeit“ [5]
Diesem Anspruch wird die Reifeprüfung aktuell nicht ausreichend gerecht. Des-halb braucht es dringend die nötigen Änderungen und eine Weiterentwicklung.
Momentan umfasst der zentralisierte Teil der Matura zu viele Fächer. Bestandteil sind nicht nur Mathematik, Deutsch, Englisch, sondern auch Französisch, Italienisch, Spanisch, Griechisch, Latein sowie die Minderheitensprachen Slowenisch, Kroatisch und Ungarisch. Hier handelt es sich um Fächer, die kein „Muss-Kriterium“ für die allgemeine Hochschulreife sind. Zudem gibt es zu viele Versionen dieser Fächer für die unterschiedlichen Schultypen.
Die Zentralmatura muss so gestaltet werden, dass die Ergebnisse echte Vergleich-barkeit schaffen. Das aktuell unübersichtliche Zentralmatura-Programm auf einen gemeinsamen Nenner zu fokussieren, ist nach den bisherigen Entwicklungen und Erfahrungen ein Gebot der Transparenz und Fairness.
Eine Zentralmatura NEU soll sich auf jene Fächer konzentrieren, die zur allgemeinen Hochschulreife führen. Der gemeinsame Kern der Matura soll dafür wirklich zentral – im Sinne von einheitlich (Verzicht auf breite Auffächerung nach Schultypen) – und vergleichbar durchgeführt werden. Die mündlichen Kompensationsprüfungen sollen durch eine schriftliche Wiederholungsmöglichkeit ersetzt wer-den. Zudem müssen die Ergebnisse extern beurteilt werden.
Diese weiterentwickelte – auf den gemeinsamen Kern der allgemeinen Hochschul-reife verschlankte – Zentralmatura hätte dann ihren Namen wirklich verdient. Gleichzeitig sollten die Schulen die Möglichkeit erhalten, im Rahmen der Reifeprüfung schultypen- und schulprofilspezifische Inhalte mit eigenen Aufgaben schul-autonom abzuprüfen. Damit bekämen die Schulen die Gelegenheit, gemäß ihrem Schulprofil schulautonom Schwerpunkte zu setzen.
Auch der Mathematiker und ÖVP-Bildungssprecher Rudolf Taschner hat die Diskussion über diese Form der "teilzentralen Matura" bereits losgetreten:
„Es wäre klug, wenn man die schriftliche Prüfung teilen würde. Die erste Hälfte sollte ein zentraler Teil sein, der von allen positiv bewältigbar ist. Es sollte das Mindestmaß sein, das junge Leute erreichen müssen. Die zweite Hälfte sollte von Lehrern erstellt werden, die in diesem Teil zeigen können, was sie mit ihren Schülern gelernt haben und was diese besonders gut können. Es wäre damit ein Pflicht- und ein Kürteil.“ [6]
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