Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll28. Sitzung, 13. Juni 2018 / Seite 143

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lich überfordert, wie dies Kollege Taschner bereits ausgeführt hat. Das mag schon so gewesen sein, aber es hat sehr viele Versuche, Feldtests gegeben. Das wurde also im Vorhinein genau geprüft und evaluiert. Aus der Kritik als Grundlage für den vorlie­genden Antrag erschließt sich mir jetzt nicht, warum man da jetzt so tiefgreifende Än­derungen oder Einschnitte macht.

Weiterentwicklung ist klar; das muss immer sein, muss immer geschehen. Dem ver­schließt sich auch keine der Fraktionen hier im Parlament. Es muss aber vor allem an der Umsetzung, das heißt an der Durchführung gearbeitet werden. Es geht nicht nur um die Zentralmatura als solche, sondern auch darum, wie sie umgesetzt wird.

Da muss ich jetzt schon in Richtung des Herrn Kollegen Dr. Taschner etwas anmerken. Er hat behauptet, heuer habe es fast reibungslos funktioniert, die Jahre davor habe es gar nicht so gut funktioniert. Es wurde jedoch schon von Anfang an immer versucht, Verbesserungen zu erzielen. Dass man sich da verbessern will, ist kein Phänomen, das sich erst in der Amtsperiode des Bundesministers Faßmann zeigt. Auch alle Minis­terinnen vor Minister Faßmann waren stets bestrebt, das ständig weiterzuentwickeln. Die ÖVP hat ja diese Zentralmatura auch mitbeschlossen und mitentwickelt. Ich würde da also vielleicht ein bisschen sachlicher bleiben, um es einmal höflich zu formulieren.

Auch die Aussagen des Kollegen Mölzer kann ich nicht ganz nachvollziehen. Mir scheint ja, dass wir in dieser Angelegenheit alle so ziemlich die gleiche Meinung ver­treten, dass wir alle für die Zentralmatura sind und wir alle sie weiterentwickeln, ständig verbessern wollen – klar. Da jetzt so zu tun, als ob frühere Regierungen absolut untätig oder fehlgeleitet gewesen wären, finde ich jedenfalls unangebracht.

Wir sollten also weiterarbeiten, aber keine komplette Abkehr von der Zentralmatura erwirken. Da geht mir der Antrag von Kollegen Strolz ganz einfach in gewissen Teilen ein bisschen zu weit. Besonders der Punkt Schulautonomie steht für mich konträr zum Gesamtprojekt Zentralmatura, denn wir wollen ja Vergleichsmöglichkeiten schaffen, wir wollen zentralisieren. Wenn wir auf der anderen Seite dann den Schulen wieder mehr autonome Möglichkeiten geben, befürchte ich einfach, dass die dann auseinander­trif­ten könnten.

Die ursprünglichen Ziele der Zentralmatura wurden ja jetzt bereits mehrmals ange­sprochen. Ich will das jetzt nicht alles noch einmal wiederholen. Vergleichbarkeit, Trans­parenz und Objektivität wurden genannt. Da geht es generell darum, dass die Vorbereitungsarbeiten und auch die Kommunikation mit den Lehrern an den Schulen besser gestaltet werden. So werden wir die Ziele der Zentralmatura eher erreichen als durch eine komplette Umkrempelung.

Ein Punkt noch zu den Ausführungen des Kollegen Hoyos, der auf die Veröf­fent­lichun­gen der Ergebnisse, diese sogenannten Schulrankings eingegangen ist. Da sollte man berücksichtigen, dass uns dafür ganz einfach die gesetzlichen Grundlagen fehlen. So ein Gesetz wurde im Parlament meines Wissens einfach noch nicht beschlossen. Dabei sollten auch die Rahmenbedingungen der einzelnen Schulstandorte berücksich­tigt werden, da diese durchaus unterschiedlich sind. In einer wissenschaftlichen Veröf­fentlichung wird konstatiert, dass das Ausgehen von nur einem einzigen Perfor­mance­indikator extrem fragwürdig ist. Daher würde ich also auch diesen Punkt eher sehr kritisch sehen. Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass wir diese Punkte auch noch im Ausschuss weiter behandeln und daran noch weiter arbeiten werden, aber der vorliegende Antrag geht mit den verlangten Einschnitten zu weit, würde ich behaupten.

Zum Entschließungsantrag: Nun ja, Analyse – sehr oberflächlich; da fällt mir jetzt nichts ein, wogegen man da sein könnte. Ja, Analyse ist immer gut und immer wichtig. Er ist


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