Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll28. Sitzung, 13. Juni 2018 / Seite 142

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gelegt. Modalitäten und Bedingungen sollen unter besonderer Bedachtnahme auf fol­gende Aspekte verbessert werden: Durchführungsbestimmungen, Beurteilung, Zulas­sungs­voraussetzungen (Vorwissenschaftliche Arbeit – VWA / Diplomarbeit) und Be­rücksichtigung des differenzierten Schulsystems und seiner Schwerpunkte.

Die unterzeichneten Abgeordneten stellen daher folgenden

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„Der Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung wird ersucht, die Durch­führung der Standardisierten Reife- und Diplomprüfung einer Analyse zu unterziehen und gezielte Maßnahmen zu entwickeln, um die einer Matura innewohnenden Ziele, unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Schularten, und der Praxistauglichkeit der zentral vorgegebenen Prüfungsaufgaben sicherzustellen. Besonderes Augenmerk soll dabei auf Mathematik bzw. Angewandte Mathematik gelegt werden sowie auf die Beurteilungskriterien, die von den Prüferinnen und Prüfern anzuwenden sind.“

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Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Antrag ist ausreichend unterstützt, ordnungsgemäß eingebracht und steht damit mit in Verhandlung.

Zu Wort gemeldet ist Abgeordneter Christian Kovacevic. – Bitte.


16.24.46

Abgeordneter Christian Kovacevic (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Ge­schätz­ter Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Liebe ZuseherInnen hier auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Ich möchte auch gleich eingangs diese Gelegenheit nutzen und den Schülerinnen und Schülern der 5CK der Handelsakademie Wörgl gratulieren, die heute die Matura erfolgreich abgelegt haben, und natürlich auch allen anderen Matu­rantinnen und Maturanten in Österreich, die dieser Tage die Reifeprüfung erfolg­reich ablegen. Und jenen, die es nicht geschafft haben, wünschen wir natürlich – ich glaube, da spreche ich im Namen aller – alles Gute für die nächste Chance im Sep­tem­ber. (Allgemeiner Beifall.)

Zur Zentralmatura: Ja, es stimmt, es hat sehr viel Kritik und negative Berichterstattung gegeben. Dies war vielleicht teils berechtigt, weil die Quote derjenigen, die die Reife­prüfung speziell in Mathematik nicht bestanden haben, durchaus hoch war, höher als letztes Jahr. Allerdings muss man auch dazusagen, dass die Quote im letzten Jahr aus­gezeichnet, also sehr niedrig war. Ich denke, man sollte in der Debatte das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren. Auch der Herr Minister selbst hat das erwähnt. Die Berichterstattung kann immer so oder so ausfallen. Ich denke auch, dass man da mit Kritik nicht gespart hat, dass man aber durchaus ein bissel sparen hätte können. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass die Reifeprüfung jedes Jahr gleich ausfällt oder immer das gleiche Ergebnis bringt. Das wird bestimmt nicht so sein; das geht mit und ohne Zentralmatura nicht. Ich glaube, da sind wir uns einig.

Interessant war auch, dass die Kritik hauptsächlich oder zu einem sehr großen Teil von Eltern gekommen ist. Es ist mir klar, dass Eltern natürlich instinktiv versuchen, ihre Kinder zu beschützen. Ich glaube, dass da niemand die Reifeprüfung bewusst so gestaltet hat, dass sie nicht zu schaffen war. Ich gebe den Kritikern jedoch schon recht: Vom Text, von den Formulierungen her waren einige Schülerinnen und Schüler sicher-


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