Nationalrat, XXVI.GPStenographisches Protokoll36. Sitzung, 5. Juli 2018 / Seite 107

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Die Arbeitnehmer haben das Bedürfnis nach Flexibilität, und genau diesem Bedürfnis nach Flexibilität tragen wir Rechnung. Das tun wir, das setzen wir um. Die Gegeben­heiten haben sich eben geändert, meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie ver­treten nicht die Interessen der Arbeitnehmer, Sie vertreten, wie auch schon Kollege Lu­gar ganz richtig gesagt hat, Ihre eigenen Interessen. Darum geht es Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Um Pfründe, Interessen, Privilegien, darum geht es Ih­nen. Die Arbeitnehmer sind Ihnen vollkommen egal! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Sie haben anscheinend nicht erkannt, dass sich die Arbeitswelt geändert hat. Es müss­ten doch, bitte, die selbsternannten Arbeitnehmervertreter merken, dass sich die Reali­täten mit der Zeit verändert haben. Das tun wir, die FPÖ und die ÖVP, die neue Regie­rung: Wir tragen diesen neuen Gegebenheiten Rechnung. Deswegen wird heute das neue Gesetz beschlossen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Ein Satz noch zum Thema Parlament und Wertschätzung des Parlaments (Abg. Schie­der: Ja! Jetzt bin ich gespannt!): Es kann nicht sein, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass hier Parallelstrukturen aufgezogen werden (Abg. Schieder: Die Indus­triellenvereinigung, oder?), wie der ÖGB zum Beispiel hier ein Scheingefecht veranstal­tet gegen eine Maßnahme, die gar nicht geplant ist. Es wird keinen verpflichtenden
12-Stunden-Tag geben, es gibt ihn einfach nicht! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das ist eine Unwahrheit, eine mutwillige Unwahrheit von Ihnen. Sie versuchen, den Bürgern und den Wählern Sand in die Augen zu streuen mit etwas, was es gar nicht gibt, meine sehr geehrten Damen und Herren!

Deswegen sage ich Ihnen eines: Das Parlament ist das Primat der Politik, wir sind die Volksvertreter. Wenn Sie uns dafür kritisieren, dass wir einen Initiativantrag einbrin­gen – was ganz normal ist, was jede Partei tun kann, was Abgeordnete tun können (Abg. Schieder: Aber dann stehen Sie dazu!) –, dann haben Sie anscheinend Parla­mentarismus und Demokratie nicht verstanden, Herr Schieder. Dann haben Sie das nicht verstanden! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Weil Sie, Herr Schieder, heute in Ihrer peinlichen Show in der Früh zur Geschäftsord­nung ein Thema angesprochen haben, das mit Geschäftsordnung gar nichts zu tun hat, nämlich die Tatsache, dass ganz legitim Anträge und Abänderungsanträge einge­bracht werden, muss ich Ihnen sagen: Da haben Sie, Herr Schieder, den Parlamenta­rismus nicht verstanden, da haben Sie Demokratie nicht verstanden. Ich empfehle Ih­nen, Herr Schieder, ein kleines Seminar in der Demokratiewerkstatt. Das würde Ihnen gut anstehen, Herr Schieder! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Ich will jetzt gar nicht die gesamten Argumente für dieses wirklich wegweisende, zu­kunftsweisende Gesetz noch einmal herunterbeten. Abschließend nur Folgendes: Sie sehen ganz genau, dass die neue Regierung, dass FPÖ und ÖVP diejenigen sind, die sich für Arbeitnehmer einsetzen und für Arbeitnehmerrechte da sind. (Abg. Schieder: Hören Sie doch auf, die Leute zu verhöhnen!)

Schauen Sie zum Familienbonus Plus, durch den leistungerbringende Menschen ent­lastet werden, Arbeitnehmer entlastet werden: Pro Kind 1 500 Euro pro Jahr! Schauen Sie zum Beispiel nur vier Tage zurück: Am 1. Juli ist die Senkung der Arbeitslosenver­sicherungsbeiträge in Kraft getreten, wodurch Arbeitnehmer um 310 Euro pro Jahr ent­lastet werden, nämlich die kleinen Arbeitnehmer. Das tut die neue Regierung, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

Und letztlich die Arbeitszeitflexibilisierung – weil wir mit der Zeit gehen und Sie es nicht tun, und deswegen gehen Sie mit der Zeit! (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

13.40


 


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