16.50

Abgeordnete Mag. Eva Blimlinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es sind vier Bereiche, ich beginne mit dem Abkommen mit Brasilien: Es ist immer wichtig, diese bilateralen Abkommen im Bereich der Wissenschaft, der Forschung und der Universitäten zu schließen, und ich freue mich, dass wir das in diesem Fall machen können.

Ein zweiter Bereich ist die Frage der Kettenvertragsregelung. Wir haben angesichts von Covid beschlossen, die Möglichkeit zu schaffen, dass um ein Jahr verlängert wird. Viele von Ihnen wissen, dass die Kettenvertragsregelung, der § 109a, ein Problem an den Universitäten ist. Es gibt die Bandbreite zwischen jenen, die sagen – was eigentlich dem normalen Arbeitsverfassungsgesetz entspricht –, dass es nach der ersten Befristung gleich eine Entfristung geben soll, und anderen, die der Meinung sind, man soll unendlich befristen können, was sicherlich keine Variante ist, da so eine Planung von Karriere und Leben kaum möglich ist. Das heißt, wir haben nun die Möglichkeit geschaffen, dass um ein Jahr verlängert wird – ein Jahr zusätzlich, um erst dann sozusagen in die Kettenvertragsregelung, sprich eine Entfristung, zu kommen.

Der dritte Bereich betrifft das gewerbliche Ghostwriting: Das ist etwas, das wir ja gemeinsam eingebracht haben. Das wird an Universitäten tatsächlich zunehmend ein Problem. Es gibt richtige KMUs – würde ich sagen –, die sich darauf spezialisiert haben, Arbeiten – insbesondere Masterarbeiten, aber auch Dissertationen – zu schreiben und zu verkaufen. Es ist, was die Preisgestaltung betrifft, immer höchst unterschiedlich, je nachdem, welches Fach es ist.

Zum Schluss komme ich – ich möchte fast sagen: Täglich grüßt das Murmeltier! – zum Antrag der FPÖ zur Überprüfung der Zusammenlegung der Akademie und der Angewandten. Wie Sie sich vorstellen können, halte ich das als einerseits ehemalige Rektorin der Akademie und andererseits freigestellte Beamtin der Angewandten für keine gute Idee. Beide haben ein eigenständiges Profil, wie auch die anderen vier Kunstuniversitäten. Alle sechs Kunstuniversitäten in Österreich sind hoch profiliert, insbesondere die Musikuniversitäten wie die MDW sind in den Rankings, die es gibt, an erster oder zweiter Stelle, je nachdem, welches Sie nehmen. Wir haben an den Kunstuniversitäten einen Anteil an internationalen Studierenden von zwischen 40 und 70 Prozent, weil wir in Österreich die besten Kunstuniversitäten haben, die es gibt. Selbstverständlich beschränkt sich dieses angesprochene Sparvolumen vielleicht auf die Funktion des Rektors, der Rektorin, aber das ist wirklich zu wenig, um es einzusparen. Das macht keinen schlanken Fuß, wie man auf Wienerisch sagt.

In diesem Sinne sage ich heute noch einmal: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Windisch-Kaserne in Richard-Wadani-Kaserne unbenannt werden soll. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)

16.54

Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Künsberg Sarre. – Bitte.