18.54

Abgeordnete Fiona Fiedler, BEd (NEOS): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werter Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Zuschauer und Zuschauerinnen! Heute kommen zwei Anträge zur Abstimmung, die wir NEOS und ganz besonders ich als Sprecherin für Menschen mit Behinderung sehr begrüßen.

Der erste Antrag soll SonderpädagogInnen die Möglichkeit geben, sich für das Amt von Schulleitern zu bewerben. Allgemein muss man nämlich leider festhalten, dass die Quantität der Kandidaten für die Schulleitung der Pflichtschulen in Österreich abnimmt. Ähnlich verhält es sich mit der Qualität. Aufgrund mangelnder AnwärterInnen werden aktive LehrerInnen, die teilweise nicht dafür geeignet sind, für die offenen Posten herangezogen.

Eine Lösung für dieses Problem wäre unter anderem die generelle Zulassung auch für SonderpädagogInnen. Dies scheitert nur an der Formulierung der Ausschreibung der Bildungsdirektion, denn in Österreich ist es gesetzlich erlaubt. Wir stimmen daher dem Antrag der Regierungsparteien gerne zu, geben aber Folgendes als Denkanstoß mit: Auch QuereinsteigerInnen, die Führungsqualitäten nachweisen können, nicht nur aus dem sonderpädagogischen Bereich, oder führungserfahrene Personen aus der Erwachsenenbildung, aus der Elementarpädagogik oder aus anderen Bereichen des Bildungswesens müssen sich bewerben dürfen. So könnten wir die Lücken mit qualifizierten Schulleitern füllen. Ich nehme an, den Regierungsparteien ist durchaus bewusst, dass wir NEOS da ein großes Repertoire an Ideen haben.

Der zweite Antrag betrifft die Prüfung der erweiterten Zulassung von Menschen mit Behinderungen in BHMS und Kollegs für die Ausbildung zu ElementarpädagogInnen. Im Antrag heißt es, dass Menschen mit Behinderung für diesen Beruf begeistert werden sollen. Ich möchte das korrigieren: Menschen mit Behinderung sind im Moment schlichtweg nicht zugelassen.

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass kein Zweifel daran besteht, dass es höchste Zeit ist, Menschen mit Behinderung für diesen Beruf zuzulassen, gerade auch deshalb, weil wir im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet haben, dass Menschen mit Behinderung eine selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen ist. Dies gilt auch für Ausbildungen.

Auch diesem Antrag werden wir selbstverständlich zustimmen. Es wäre mir allerdings ein Anliegen, dass da nicht mehr geprüft werden muss, sondern dass wir endlich auf Diversität der PädagogInnen setzen und somit den Horizont unserer Kinder erweitern, was sie gerade in jungen Jahren prägen wird. Kinder werden so mit Inklusion groß und wir schaffen eine Gesellschaft, die frei von Berührungsängsten lebt, weil sie es nicht anders kennt. Unser Ziel heißt: Leben wir gemeinsam Inklusion! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)

18.57

Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Kira Grünberg. – Bitte.