13.41
Abgeordnete Petra Steger (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin ja normalerweise nicht die Verteidigerin der SPÖ, aber ehrlich gesagt finde ich es fast zynisch, Frau Kollegin Prammer, dass Sie sich als Sportausschussvorsitzende hierherstellen und sich über den Kollegen von der SPÖ aufregen, dass er angeblich nicht genug über den Sport geredet hat. Dabei sind Sie es, die seit Beginn der Regierungsbildung jeglichen Sportausschuss verweigert und keine Sitzung angesetzt haben. Entschuldigen Sie, es ist mehr als absurd, wenn Sie sich jetzt hier aufregen! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Was hat Sie daran gehindert, einen Sportausschuss anzusetzen? Wir hätten hier des Öfteren, wirklich oft, über Sport reden können. Es war allein Ihre Verantwortung, die der Grünen und des Herrn Vizekanzlers, dass wir bis jetzt noch nicht die Gelegenheit hatten.
Kommen wir aber zu Ihrem Antrag und zu diesem Tagesordnungspunkt: Worum geht es in diesem Antrag? – Die beiden Regierungsparteien ÖVP und Grüne fordern sich wieder einmal selbst auf, endlich tätig zu werden und ein Maßnahmenpaket für den Sport zu erarbeiten. Das Ganze trägt den unglaublich starken Titel #comebackstronger. Leider hört die Kreativität bei dieser Überschrift schon wieder auf – starke Überschrift und nichts dahinter.
Schön und gut, wir werden trotzdem zustimmen, da es ein umfassendes Maßnahmenpaket braucht, um dem Sport wieder auf die Beine zu helfen, und wir uns auch nicht von Ihnen vorhalten lassen wollen, dass wir uns irgendwie gegen ein Maßnahmenpaket ausgesprochen haben.
Erklären Sie mir aber bitte einmal, warum Sie sich ständig selber beauftragen, tätig zu werden, und nicht einfach selber tätig werden! Erklären Sie mir einmal, warum Sie erst jetzt – neun Monate nach Beginn der Krise –, da viele Sportler, viele Vereine vor dem absoluten Nichts stehen, nachdem Sie seit Monaten die Vereine, die Sportler mit immer neuen Verordnungen, Maßnahmen und Shutdowns gequält haben, draufkommen, dass vielleicht einmal ein Maßnahmenpaket für den Sport notwendig wäre, sehr geehrte Damen und Herren! Sie fordern erst jetzt die Erarbeitung. Was heißt das? – Dass Sie bis jetzt überhaupt nichts getan haben. Wenn Sie jetzt erst anfangen, wann wird das denn fertig? Können Sie das beantworten? Wird das dann in zwei Monaten, drei Monaten, in einem halben Jahr, in einem Jahr fertig? Ich meine, Sie müssen aufpassen, werte Kollegen von den Grünen und Herr Vizekanzler, dass die ÖVP Sie nicht schon längst aus der Regierung geworfen hat, bis Sie dazukommen, endlich ein Maßnahmenpaket zu präsentieren. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS.)
Das Einzige, was Sie bis jetzt geleistet haben oder worauf Sie bis jetzt gekommen sind, ist der NPO-Unterstützungsfonds, der eh viel zu spät gekommen ist und natürlich auch das Mindeste für das Überleben der Vereine in Österreich ist. Wenn es diesen nicht geben würde und wenn Sie nicht sicherstellen, dass die Vereine auch weiterhin die notwendigen finanziellen Mittel bekommen, dann sind Sie für das größte Vereinssterben aller Zeiten verantwortlich.
Abgesehen von diesem NPO-Fonds kommt seit Monaten aber rein gar nichts. In klassischer grüner Manier hört man immer nur: Verbote, Verbote und noch mehr Verbote! Wenn Sie zum Beispiel Zuseher verbieten oder die Vereine mit immer mehr und unterschiedlichen Beschränkungen hinsichtlich Zusehern quälen und dadurch für Planungschaos sorgen, anstatt dass Sie einmal einen Prozentsatz des Fassungsvermögens festlegen, sollten Sie sich einmal überlegen, ob es nicht Alternativen gibt, wie zum Beispiel eine Initiative für verstärkte Übertragungsmöglichkeiten sowohl im Fernsehen als auch via Onlinestreaming. Gerade der Frauensport würde gewaltig von einer solchen Initiative profitieren, sehr geehrte Damen und Herren. Frauensport scheint Ihnen aber sowieso
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