fortgeschrittenen Sitzungsmarathon, auch von gestern auf heute, trotzdem ist auch dieses Thema der Österreichischen Jugendstrategie wichtig und dringend. Es freut mich sehr, dass wir dieses Thema hier im Plenum gemeinsam besprechen können, debattieren können. Ich nehme Ihre Anregungen sehr konstruktiv auf, möchte aber zugleich darstellen, was alles schon geplant ist, was bereits auch in Umsetzung ist, und vor allem, wie wichtig es auch ist, dass wir besonders jetzt unsere Jugendlichen unterstützen.
Wir befinden uns alle in einem Ausnahmejahr, in einer Ausnahmezeit, und insofern bedeutet das für uns alle und besonders für unsere Jugendlichen Verzicht, ein anderes Leben, als wir es uns vorgestellt haben. Das wollen wir natürlich auch wieder ändern und ein gewohntes Leben ermöglichen – sobald das eben möglich ist, wenn wir die Pandemie gemeinsam bekämpft haben. Insofern danke ich allen Jugendlichen, dass sie tagtäglich auf so vieles verzichten, was sie gerne machen würden. Ich denke jetzt beispielsweise an die vielen Gespräche, die ich mit den Jugendlichen führe, die da sagen: Na ja, eigentlich hätte ich mir das heuer ganz anders vorgestellt, vielleicht eine Austauschmöglichkeit angedacht oder auch Zukunftsperspektiven überlegt, was den Arbeitsmarkt betrifft. Zugleich geht es aber auch darum, dass wir jetzt den Mut bewahren, dass wir jetzt gemeinsam durchhalten, aber eben auch Perspektiven geben.
Insofern war es wichtig, dass wir Ende September im Ministerrat die Weiterführung der Jugendstrategie mit dem Ziel, Jugendliche zu unterstützen, sie zu einem selbstbestimmten Leben zu ermutigen, beschlossen haben. Was bedeutet das? Worum geht es? – In dieser Österreichischen Jugendstrategie der österreichischen Bundesregierung unter der Federführung meines Ministeriums geht es darum, dass Jugendpolitik, Maßnahmen für Jugendliche in verschiedenen Ressorts stattfinden, beispielsweise im Sportressort oder auch im Bildungsressort. Es geht gar nicht anders, deshalb ist es so wichtig, dass wir alle gemeinsam an dieser Jugendstrategie arbeiten. Es braucht natürlich eine Federführung, und die ist in dem Kompetenzzentrum in meinem Ministerium verankert. Ich bin meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für dieses Engagement sehr dankbar, da steckt auch viel persönliches Herzblut dahinter.
Wir wollen auch die Sprache der Jugendlichen sprechen, und umso wichtiger ist es, dass wir auch politisches Leadership für junge Menschen umsetzen. Das tun wir mit dieser Jugendstrategie. Das ist mehr denn je aktuell. Es geht darum, dass wir auch die Jugendlichen mit involvieren. Mir ist es wichtig, dass wir die Partizipation von Jugendlichen stärken – dort, wo es möglich ist. Das haben wir beispielsweise mit einer konkreten Maßnahme, die beim nächsten Tagesordnungspunkt noch besprochen werden wird, gemacht, nämlich mit der Senkung des Betriebsratswahlalters von 18 auf 16, damit die Jugendlichen dort, wo sie tagtäglich arbeiten, auch mitbestimmen können. Das ist ein ganz wichtiger und richtiger Schritt. (Beifall bei ÖVP und Grünen.)
Wir haben aber auch als einen Schwerpunkt – es wurde schon erwähnt – digitale Kompetenzen festgelegt. Besonders durch die Coronapandemie haben wir in der Anwendung eine Beschleunigung erlebt, und die wollen wir nutzen und besonders auch den Jugendlichen zugänglich machen. Wir haben beispielsweise auch in der Verschränkung von Arbeit, Familie und Jugend überall diese Maßnahmen miteinfließen lassen; wie zum Beispiel als Schwerpunkt die größte Aus- und Weiterbildungsoffensive in der Geschichte der Zweiten Republik, wodurch die Jugendlichen besonders unterstützt werden, im Bereich der Berufsorientierung, aber auch im Bereich der digitalen Skills und überhaupt in dem Matching: Wo sind die Talente? Wie können wir die Talente unterstützen, sodass sie bestmöglich entfaltet werden können? Das ist wichtig, dass wir das auch in neue Arbeitswelten einfließen lassen, mit Unterstützung der digitalen Anwendung.
Wo das auch wichtig ist, ist bei der Stärkung des Bereichs Jugendbeschäftigung. Wir haben im Frühsommer die Taskforce für Jugendbeschäftigung eingesetzt und dadurch über 25 000 Lehrstellen ermöglicht und insgesamt 125 000 junge Menschen wieder in Beschäftigung gebracht.
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