17.26

Abgeordnete Bettina Zopf (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher zu Hause! Gestern hat meine Kollegin Claudia Plakolm in ihrer Rede die 1974 Geborenen erwähnt. Die in diesem Jahr außergewöhnlich hohe Sterblichkeitsrate von Säuglingen war Anlass zur Einführung des Mutter-Kind-Passes. Ich bin 1974 geboren. In meinem Heimatort in Reindlmühl gibt es eine kleine Volksschule. Die Schülerzahl betrug in den Jahren 1970 bis 1980 circa 20 Kinder pro Jahrgang, außer 1974, da waren wir nur zwölf Schulkinder, und ich war eines von gerade einmal vier Mädchen. Von diesen vier Frauen bin ich die Einzige, die jetzt selber Kinder hat. Das ist ein ziemlich plakatives Beispiel für die demografische Entwicklung in Österreich, das zeigt, warum Mutterschutz eine hohe Bedeutung hat. (Beifall bei der ÖVP.)

Was ist Mutterschutz? – Mutterschutz ist die Summe gesetzlicher Vorschriften zum Schutz von Mutter und Kind vor und nach der Entbindung. Auf Antrag der christlich-sozialen Abgeordneten Hildegard Burjan beschloss die Konstituierende Nationalversammlung 1919 einen Ausbau des Schutzes von Müttern und Säuglingen. Mit dem heutigen Beschluss zu diesem Gesetz setzen wir einen weiteren Schritt zum Schutz unserer Mütter und deren ungeborener Kinder. Wir verlängern die Frist für die Freistellung von Frauen ab der 14. Schwangerschaftswoche bis 31. August 2021. Dies gilt in allen Berufen mit körpernahen Dienstleistungen für Schwangere, die noch keinen ausreichenden Impfschutz haben. Für uns als Österreichische Volkspartei war und ist es weiterhin oberste Priorität, jene zu schützen, die durch eine Coronainfektion großen Schaden erleiden können.

Für eine werdende Mutter muss der Schutz ihrer Gesundheit in einem Staat wie Österreich selbstverständlich sein. Mit diesem Beschluss tragen wir unseren Teil zu dieser Selbstverständlichkeit bei.

Herr Kollege Loacker, zu Ihrer Auslegung, dass Frauen es ausnützen würden und sich mit dem Schlupfloch, nicht impfen zu gehen, dafür entscheiden, dass sie zu Hause bleiben können: Diesen Vorwurf, den Sie da gegen alle schwangeren Frauen erheben, weise ich auf das Schärfste zurück! (Beifall bei der ÖVP.) Jede Frau muss sich selbst entscheiden können.

Jede und jeder Abgeordnete, die/der diesem Antrag keine Zustimmung erteilt, spricht sich also gegen den Schutz von werdenden Müttern aus. Nehmen Sie sich ein Beispiel an uns, denn wir zeigen gerne, wie Sozialpolitik mit christlich-sozialen Werten funktioniert! (Beifall bei der ÖVP.)

Zum Abschluss noch Folgendes: Bei allen Gleichberechtigungen in unserer neuen und modernen Zeit bleibt ja doch nur eines Frauen vorbehalten: die für mich und in meinem Leben schönste und wichtigste Aufgabe der Welt, Mutter zu werden und Mutter zu sein. (Beifall bei der ÖVP.)

17.29

Präsidentin Doris Bures: Zu Wort ist nun niemand mehr dazu gemeldet. Damit schließe ich diese Debatte.

Ist seitens der Berichterstattung ein Schlusswort gewünscht? – Das ist nicht der Fall.

Wie vereinbart verlege ich die Abstimmung an den Schluss der Verhandlungen über die Vorlagen des Ausschusses für Arbeit und Soziales.