Nationalrat, XXVII.GPStenographisches Protokoll117. Sitzung, 8. Juli 2021 / Seite 275

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einen Unternehmensbereich, der wohl am schwersten getroffenen wurde und noch immer massiv beeinträchtigt ist: Die Veranstaltungsbranche.

Nachdem in Österreich in den letzten Tagen und Wochen eine große Kultur-, Sport- und Brauchtums-Veranstaltung nach der anderen abgesagt wurde – wie etwa letzte Woche etwa in Kärnten die Wiesenmärkte in Bleiburg und St. Veit, der Villacher Kirchtag oder der Krämermarkt in Wolfsberg – gibt es nun große Verunsicherung und Existenzängste in den Reihen der direkt und indirekt betroffenen Betriebe. Hunderte Fieranten und Schausteller machen alleine in Kärnten den Großteil ihres Jahresumsatzes auf diesen volkskulturellen Veranstaltungen. Ihnen wurde mit den vielen Absagen die Existenz­grundlage entzogen.

Sissy Wolfberger, Spartensprecherin in der Wirtschaftskammer, führt dazu an: „Diese Jahrhunderte alten Events sind nicht nur für die Besucher, sondern auch für sehr viele Unternehmen – ob Händler, Schausteller oder Wirte – Fixpunkte in der Jahresplanung. Da geht es um ein Stück Normalität für die Bevölkerung, aber nach mittlerweile mehr als einem Jahr Totalausfall auch um die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe.1 Wir unter­liegen als Markthändler dem Handel, die Schauspieler unterliegen dem Tourismus mit der Freizeitwirtschaft. Nachdem die Regierung ja alles erlaubt, wird sie nicht für die ent­standenen Schäden aufkommen. Wir dürften ja arbeiten, wir dürfen es nur von den Kärntner Gemeinden aus nicht.“2

Für die Veranstaltungsbranche gibt es also trotz der aktuellen Lockerungen weiterhin kein Aufatmen und keine Planbarkeit. Daher ist es umso wichtiger, dass die Bundes­regierung jetzt aktiv wird und die Betriebe finanziell in ihrer Notlage unterstützt, um so ihr Überleben zu sichern. Nur so werden sie auch im nächsten Jahr wieder auf den Brauchtumsveranstaltungen vertreten sein und den Fortbestand der traditionellen Volksfeste sichern können.

In diesem Zusammenhang stellen die unterfertigten Abgeordneten daher nachste­hen­den

Entschließungsantrag

Der Nationalrat wolle beschließen:

„„Die Bundesregierung wird aufgefordert, umgehend Schritte zu setzen, die eine sofor­tige und unbürokratische finanzielle Hilfe zur Abdeckung der Fixkosten sowie des Um­satzausfalls in voller Höhe insbesondere für die heimischen Marktfahrer, Schausteller oder Wirte, die von der Absage vieler Märkte und Veranstaltungen in Folge von COVID-19 in ihrer Existenz weiterhin bedroht sind, sicherstellen.“

1 https://news.wko.at/news/kaernten/Volksfestabsage:Haendler,-Schausteller-und-Wirte-getroffen.html

2 https://kaernten.orf.at/stories/3111124/

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Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Der Entschließungsantrag ist ordnungsgemäß eingebracht, ausreichend unterstützt und steht in Verhandlung.

Zu Wort gemeldet ist Abgeordnete Smodics-Neumann. – Bitte, Frau Abgeordnete.


23.01.07

Abgeordnete Mag. Maria Smodics-Neumann (ÖVP): Herr Präsident! Werte Kolle­ginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Ich darf zum bereits erläuterten


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