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Die Generalsanierung der Parlamentsrampe und der Bau des BesucherInnenzentrums

Materialabnützung, Witterungseinflüsse und die undichte Brunnenanlage vor dem Parlamentsgebäude hatten der Rampe so stark zugesetzt, dass sie 2004, um einen drohenden Einsturz zu verhindern, fast vollständig abgetragen und neu errichtet werden musste.

Im Zuge dieser dringend notwendigen Sanierungsarbeiten wurde ein neuer Raum unter der Rampe geschaffen. Dort befindet sich neben einem neuen ORF-Stadtstudio und einem Tiefspeicher für die Parlamentsbibliothek nun ein modernes BesucherInnenzentrum.

Der Verlauf der Sanierung

Vor der Sanierung

Die im Rampenbereich befindliche Lüftungsanlage und andere technische Einrichtungen wurden noch vor der eigentlichen Sanierung in das Gebäudeinnere verlegt. Gleichzeitig wurden die auf der Rampe sitzenden steinernen Geschichtsschreiber und die in Bronze gegossenen Rossebändiger demontiert und in Spezialwerkstätten zur Restaurierung gebracht.

Erster Schritt: Abtragung der Parlamentsrampe

Im Frühjahr 2004 begannen die mehr als eineinhalb Jahre dauerenden Umbauarbeiten mit der schrittweisen Abtragung der Parlamentsrampe. Dabei wurde die Steinverkleidung gewissenhaft nummeriert, um sie später wieder originalgetreu anbringen zu können.

Zweiter Schritt: Schaffung eines Hohlraums für die neuen Bereiche des Parlaments

Um zusätzlichen Raum zu gewinnen, weiteten Bagger den Hohlraum unter der Parlamentsrampe aus. Dort wo früher feuchte Ziegelgewölbe waren und sich aufgrund der undichten Brunnenanlage erste Tropfsteine bildeten, erstrecken sich nun – in mehreren Ebenen – auf beinahe 7.000 Quadratmetern das neue BesucherInnenzentrum, ein Tiefspeicher für die Parlamentsbibliothek, ein neues Stadtstudio des ORF und weitere Medien-Räume.

Dritter Schritt: Rekonstruktion des Parlamentsvorplatzes und Abdichtung der Brunnenanlage

Neben dem Aufbau der neuen Parlamentsrampe waren auch die möglichst originalgetreue Wiederherstellung des Parlamentsvorplatzes, die Abdichtung der Brunnenanlage – zuletzt gingen wöchentlich durchschnittlich 8.000 Liter Wasser verloren – und die Restaurierung der Pallas Athene Teil des Gesamtprojekts. Die 5,5 Meter hohe Göttin der Weisheit strahlt nach ihrer Verjüngungskur jetzt wieder in altem Glanz.

Bundesdenkmalamt - ein wesentlicher Partner beim Umbau

Sämtliche Sanierungs- und Umbauarbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt. Dieses erteilte auch die Genehmigung für den Bau eines neuen Zentraleingangs unter der Parlamentsrampe. Seit Oktober 2005 können BesucherInnen das Parlament über Glastüren direkt hinter der Statue der Pallas Athene betreten.

Die Leitlinie: Transparenz

Da größtmögliche Information und Transparenz wichtige Leitlinien des Bauprojekts waren, konnten PassantInnen die Bauarbeiten durch Sichtfenster mitverfolgen. Die Großbaustelle am Ring mutierte so im Laufe der Zeit zu einer Touristenattraktion.

Verantwortliche für die Sanierung und den Umbau

Verantwortlich für die Generalsanierung zeichnete sich der Architekt Herbert Beier, die Idee für den neuen Zentraleingang kam vom Architektenteam Geiswinkler & Geiswinkler, das als Sieger eines Architekturwettbewerbs auch mit der Innenraumgestaltung beauftragt wurde.

Das multimediale Informationsangebot des BesucherInnenzentrums wurde in Zusammenarbeit von MitarbeiterInnen der Parlamentsdirektion, den Kuratoren Ernst Bruckmüller und Oliver Rathkolb sowie der Firma Checkpointmedia entwickelt.