LETZTES UPDATE: 17.07.2017; 14:08
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Ausbau der Infrastruktur

Ein Arbeitsparlament im heutigen Sinne stellt die Vertretung des gesamten Volkes dar – unabhängig von Geschlecht, Stand, Bildungsniveau, Steuerleistung und ethnischer und religiöser Herkunft. Dafür braucht es freilich auch eine geeignete Infrastruktur. Die ursprünglichen Räumlichkeiten waren für Sitzungen des Plenums, der Ausschüsse und der Unterausschüsse konzipiert. Doch das Platzangebot wurde im Laufe der Zeit für das "Arbeitsparlament" und seine Aufgaben zu wenig.

Unterpunkte anzeigen Probleme beim Ausbau

Es war nicht möglich, die vorhandenen Repräsentationsräume willkürlich zu Arbeitsräumen umzubauen, weil das historische Parlamentsgebäude nicht willkürlich verändert werden darf, da es unter Denkmalschutz steht.

Dadurch war die Parlamentsdirektion vor ein großes Problem gestellt, das auch wegen finanzieller Fragen nicht leicht zu lösen war. Zuerst strebte man den Ausbau der vorhandenen Bausubstanz an, wobei der Denkmalschutz vollständig gewahrt werden sollte.

So wurde zum Beispiel vorgeschlagen, dass der Dachboden soweit möglich ausgebaut und erweitert werden sollte. Aber selbst dieser Vorschlag führte zu einem besorgten Aufschrei der Denkmalschützer.

Sie sahen zum Beispiel das Anbringen eines temporären Schlechtwetterdaches als "Anschlag" auf die historische Bausubstanz an. Das Meisterwerk Theophil Hansens sollte in keiner Weise beschädigt werden.

Unterpunkte anzeigen Ausweitung der Arbeitsräume

In der Zeit von 1972 bis 1978 wurde der Dachboden aus Gründen des Platzbedarfs dennoch ausgebaut, wodurch insgesamt 40 Büroräume und ein Besprechungszimmer geschaffen werden konnten.

In den Jahren 1978/79 funktionierte man die ehemalige Dienstwohnung des Parlamentsdirektors zu Aufenthaltsräumen für Abgeordnete um. 1979 bis 1980 unternahm man den dringenden Ausbau der Magazinräume und der Bibliothek.

Unterpunkte anzeigen Weiterer Arbeitsplatz wurde benötigt

Wie auch bei anderen Parlamenten wurde im Laufe der Jahre mehr Platz für die parlamentarische Infrastruktur benötigt. Man versuchte deshalb jahrelang, Gebäude in der Nähe des Parlaments anzumieten oder zu erwerben, um das Platzangebot kontinuierlich zu erweitern.

Reichsratsstraße 9

1981 konnte ein grundlegender Um- bzw. Ausbau des Hauses Reichsratsstraße 9 begonnen werden. Die Leitung der Arbeiten hatte Sepp Stein inne. Eine Auflage war, dass das Parlamentsgebäude mit dem adaptierten Haus durch einen Tunnel verbunden werden müsse. Er dient seither nicht nur Fußgängern als Verbindung. Es konnte so auch die technische Verbindung der beiden Häuser hergestellt werden.

Anfang 1985 konnte das Gebäude endlich bezogen werden. Noch heute befinden sich im Untergeschoß Technik-Räume sowie Lager- und Personalräume für das Parlamentsrestaurant. Weiters ist im Erdgeschoß eine Hauptküche mit Restauranträumlichkeiten untergebracht, wo zirka 130 Personen Platz finden.

Im ersten Stock befinden sich noch Restaurationsräume für etwa 110 Personen. Arbeitsräume für Abgeordnete findet man im zweiten, Büroräume im dritten bis sechsten Stock.

Reichsratsstraße 1

Das Haus Reichsratsstraße 1 konnte zehn Jahre nach der Reichsratsstraße 9 erworben und schon 1994 bezogen werden. Auch hier wurden die Umbauarbeiten von Sepp Stein geleitet.

Man adaptierte das Gebäude für parlamentarische Zwecke und verband es ebenfalls durch einen unterirdischen Gang mit dem Parlamentsgebäude. Im Kellergeschoß finden seither Magazine Platz, im Erdgeschoß das Parlamentspostamt und die Druckerei.

Verschiedene Abteilungen der Parlamentsdirektion sind in den sechs Obergeschoßen untergebracht. Nachdem die Büroräumlichkeiten der Parlamentsdirektion im Parlamentsgebäude geräumt waren, konnte man diese den parlamentarischen Klubs zur Verfügung stellen.

Weitere Ausweitung der Räumlichkeiten

1992 mietete man Büroräume in der Schenkenstraße an, um Platz für parlamentarische MitarbeiterInnen zu schaffen. Diese wurden 2005 aber wieder aufgegeben. Als Alternative konnte man Büros für parlamentarische Zwecke  in nächster Nähe zum Parlamentsgebäude anmieten, die die akute Raumnot mildern sollten.

Als Ersatz für die Schenkenstraße stehen nun Büroräumlichkeiten in der Reichsratsstraße 7 (seit April 2005), der Löwelstraße 12 (seit Oktober 2005), der Doblhoffgasse 3 (seit Oktober 2005) und der Bartensteingasse 2 (seit Jänner 2012) zur Verfügung.

Palais Epstein

Im bislang letzten Schritt wurde das Palais Epstein, gleich neben dem Parlamentsgebäude gelegen, für parlamentarische Zwecke adaptiert. Unter der Leitung der Architekten Georg Töpfer und Alexander Van der Donk konnte im Jahr 2003 der Umbau des Palais beginnen.

Die Eröffnung fand zeitgleich mit jener des BesucherInnenzentrums des Parlaments im Oktober 2005 statt. Heute beherbergt es unter anderem Ausstellungs- und Veranstaltungsräume, Arbeitszimmer für die Workshops der Demokratiewerkstatt sowie Sitzungszimmer und Büroräume für die Klubs und parlamentarische MitarbeiterInnen.