LETZTES UPDATE: 17.07.2017; 14:10

Richtet man den Blick von den Götterstatuen in den Nischen des Oberen Vestibüls etwas hinauf, so erkennt man ein Friesgemälde, das knapp unter der Decke des Vestibüls die Wände ziert.

Es umläuft nicht nur die Wände des Vestibüls und des anschließenden Atriums, sondern setzt sich auch in den beiden Korridoren fort.

Der insgesamt rund 100 Meter lange Fries wurde von Alois Hans Schram geschaffen und stellt im Treppenbereich die Segnungen des Friedens und im Vestibül die Bürgertugenden dar.

Im rechten Korridor wird die Staatsidee Spartas versinnbildlicht, links jene Athens.

Hervorzuheben ist jener Teil des Frieses, der sich über der großen Eingangstür befindet, die vom Atrium in die Säulenhalle führt. Er hat die Vaterlandsliebe zum Thema, in seinem Mittelpunkt steht die Verkörperung der Austria.

Thronend nimmt sie den Treueeid der neben ihr knienden Krieger entgegen. Den Frauen ist dabei der weitaus friedvollere Part der Vaterlandsliebe zugedacht, denn sie huldigen Austria und opfern ihr Gaben.

Das Konzept folgt dem Spruch: "Gut und Blut fürs Vaterland".

Alois Hans Schram - der Schöpfer des Frieses

Alois Hans Schram gilt in Österreich als bedeutender Vertreter der Spätphase des Neobarock.

Er wurde in Wien als Sohn eines Postrats im Jahr 1864 geboren. Später studierte Schram unter anderem bei Hans Makart an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Schram erhielt zahlreiche Preise, zum Beispiel auch ein Staatsstipendium für sein Werk "Kaiser Maximilians Einzug in Gent", auf Grund dessen er sich einige Zeit in Rom aufhielt.

Schram war ein gefragter Porträtist und Dekorationsmaler, so etwa für das Justizgebäude in Salzburg. Neben dem Fries im Parlamentsgebäude schuf er auch das Deckengemälde im Festsaal der Neuen Hofburg.