LETZTES UPDATE: 17.07.2017; 14:12
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Sitzungssaal des Nationalrates

Im linken Teil des Gebäudes befindet sich der Sitzungssaal des Nationalrates, der als ehemaliger Sitzungssaal des Herrenhauses zwar im Grundriss kleiner – es waren 243 Sitzplätze vorgesehen –, aber noch prächtiger verziert und in einer anderen Farbgebung gehalten war als der Versammlungssaal des Abgeordnetenhauses.

Auch dieser Raum ist einem griechischen Theater mit ansteigenden Sitzreihen nachempfunden. An der Stirnwand befanden sich – im Gegensatz zum "römischen" Abgeordnetenhaus – Statuen von griechischen Persönlichkeiten. Der gemalte Fries in den Feldern über den Säulen stellte Szenen aus dem antiken Griechenland dar.

Durch Bombentreffer im Februar 1945 wurde dieser Saal vollkommen zerstört. Die Verantwortlichen beschlossen nach dem Krieg, ihn nicht in seiner ursprünglichen Form wieder aufzubauen, sondern völlig neu zu gestalten.

Nach Plänen der Architekten Max Fellerer und Eugen Wörle wurde er unter Beiziehung eines Akustikexperten im Jahr 1956 in der heute bestehenden Gestaltung fertig gestellt. Einziger Schmuck ist das österreichische Wappentier aus getriebenem Stahl von Rudolf Hoflehner an der Wand hinter dem Präsidium. Heute verfügt der Saal über 192 Plätze.

Auf der untersten Ebene steht das elektrisch in der Höhe verstellbare Rednerpult, davor kleine Tische für StenographInnen und MitarbeiterInnen der Parlamentskorrespondenz.

Die Ministerbank ist hinter dem Rednerpult angeordnet, dahinter – erhöht – das Präsidium und rechts davon das Rednerpult für die Berichterstattung bzw. für die Namensverlesung bei namentlichen und geheimen Abstimmungen.

Links neben dem Platz des Präsidenten/der Präsidentin sind die Plätze für jene MitarbeiterInnen der Parlamentsdirektion, die den Präsidenten/die Präsidentin bei der Vorsitzführung unterstützen. Links und rechts vom Präsidium befinden sich Plätze für Ministerialbeamten und Ministerialbeamtinnen sowie Klubbedienstete.

Auch in diesem Sitzungssaal gibt es gegenüber dem Präsidium im Halbrund zwei Galerien. In der ersten sind Logen für das Staatsoberhaupt, für DiplomatInnen und für Bundesräte und Bundesrätinnen. Zwei verglaste Logen stehen Radio und Fernsehen zur Verfügung, die beiden äußeren Logen sind für JournalistInnen reserviert.

Die zweite Galerie verfügt über 180 Sitz- und 60 Stehplätze und ist für BesucherInnen bestimmt, die den Verlauf der Nationalratssitzungen verfolgen wollen.