LETZTES UPDATE: 09.10.2017; 10:14
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Photovoltaik - ein weiterer Schritt zum energieautarken Parlament

Im Zuge der erforderlichen Umbau- und Erneuerungsarbeiten wurden im Sommer 2008 mehrere Glasdächer des Parlamentsgebäudes neu verglast und mit integrierten Solarzellen ausgestattet. Die neuen Glasdächer befinden sich über dem Sprechzimmer der Abgeordneten und der Zentralgarderobe.

Was Photovoltaik eigentlich bedeutet:

Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Strahlungsenergie, vornehmlich Sonnenenergie, in elektrische Energie. Anfang 2009 wurde der erste Teil einer Photovoltaikanlage am Dach des Parlaments fertig gestellt.

 

Einsatz modernster Technologie für bessere Energienutzung

Anstelle der alten Verglasung mit Drahtglas wurden neuartige Glaselemente in Isolierglasausführung mit Photovoltaik-Technik eingebaut. Dadurch wird die Gebäudehülle des Parlaments schrittweise an die Anforderungen einer modernen Wärmedämmung herangeführt. Diese Verbesserungsmaßnahme bewirkt einerseits eine Energieeinsparung und andererseits die energiepolitisch sinnvolle Nutzung erneuerbarer Energien.

Auswirkungen des Umbaus

1. Wärmeschutz

Im Speziellen wird der Wärmedurchgang drastisch um etwa 70 % reduziert, so dass die darunter befindlichen Räume nun besser isoliert sind. Durch den Einbau dieser neuen Technologie in Isolierglasbauweise wurde der u-Wert, vormals k-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient), von etwa 5 auf ca. 1,3 W/m²K abgesenkt.

2. Licht

Besonders großer Wert wurde auf die Erhaltung der lichttechnischen Werte in den unter dem neuen Glasdach befindlichen Räumlichkeiten gelegt. Durch die semitransparenten Solarzellen aus Silizium, die den Strom produzieren, wird nur soviel Licht durchgelassen, wie nach Maßgabe der Lichttechnik vorgegeben wurde. Es braucht daher keine zusätzliche Verschattungseinrichtung eingebaut werden, um eine Überwärmung der darunter befindlichen Räume zu verhindern.

3. Strom

Die Solarstromanlage produziert jetzt den Strom, der für die Beleuchtung der unter dem Glasdach befindlichen Räume benötigt wird. Bei Einspeisung der Energie in das Stromnetz des Parlaments wird die von den Solarzellen erzeugte Gleichspannung von einem Wechselrichter in Wechselspannung umgewandelt. In Summe werden die beiden Anlagen auf dem Dach etwa so viel Strom produzieren, wie zwei moderne Einfamilienhäuser verbrauchen. Weiters kann der Strom aus der Photovoltaikanlage im Falle eines Netzausfalles unterbrechungsfrei in das Netz des Parlaments eingespeist werden; dieser Vorgang geschieht innerhalb von Millisekunden.

 

Wartungsfreies System für die nächsten drei bis fünf Jahre

Die Photovoltaikanlage benötigt in den nächsten Jahren keine Wartung. Erst nach etwa drei bis fünf Jahren werden die Verbindungskontakte auf der Gleichstromseite kontrolliert. Wenn Fehler auftreten, so werden diese über die Elektronik in den Wechselrichtern erkannt und an die Zentrale gemeldet.

Ausblick in die Zukunft

Das Parlament benötigt etwa 5.600.000 kWh pro Jahr für Beleuchtungen und elektrische Einrichtungen. In Zukunft soll im Zuge von weiteren Renovierungsarbeiten schrittweise eine Verminderung des Fremdenergieeinsatzes erreicht werden und laufend mehr erneuerbare Energie in das Netz eingespeist werden. Dadurch wird auch das Parlament seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.