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Parlamentskorrespondenz Nr. 169 vom 09.03.2001

Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/Preisverleihung/Fasslabend

FORSCHUNG UND PRESSE GEWÜRDIGT

Leopold Kunschak-Preise im Hohen Haus überreicht

Wien (PK) - Zehn Forscher und zwei Journalisten erhielten heute die Leopold Kunschak-Preise für das Jahr 2001 im Hohen Haus überreicht. Es handelt sich dabei um die Wissenschaftler Gerhard Ammerer, Walter Berka, Thomas Figl, Herbert Gröger, Norbert Hartl, Jan Krucina, Gerhard Marschütz, Leopold Neuhold, Peter Treibenbacher und Alexander Wagner sowie um die beiden Redakteure Günter Schmidt (ORF) und Gerhard Steininger (Salzburger Nachrichten). Die Zeremonie fand im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten aus den Bereichen Lehre, Wirtschaft, Politik und Presse statt. In seiner Begrüssung führte der Dritte Präsident des Nationalrates Werner Fasslabend aus, dass soziale Sicherheit Veränderung brauche, weil sie nur dadurch für die Zukunft sichergestellt werden könne. In der Politik brauche es eine soziale Einstellung, man müsse auf den Menschen achten, zumal in Umbruchzeiten.

Fasslabend ging auf den Lebenslauf Leopold Kunschaks ein und meinte sodann, es sei das Verdienst der Preisträger, dazu beigetragen zu haben, die Welt schöner, erfolgreicher und sozialer zu gestalten.

Johannes Hengstschläger, Vorsitzender der Wissenschaftlichen Begutachtungskommission des Leopold Kunschak-Preises, würdigte sodann die Preisträger, deren Arbeitsfelder in ihren Dissertationen und Habilitationen von der Devianzforschung über den Stellenwert der Grundfreiheiten bis hin zu den Perspektiven der katholischen Soziallehre reichten. In diesem Zusammenhang sprach sich Hengstschläger dafür aus, die universitäre Lehre zeitgemäss zu unterstützen und sich vor allem der Jugend anzunehmen, sei diese doch "das Beste, was wir haben".

Den Festvortrag hielt Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Er würdigte zunächst Leopold Kunschak als einen Ermunterer und echten Reformer, dessen Wirken auch heute noch beispielgebend sei. Jede Gesellschaft, so der Kanzler weiter, habe eine Grundsehnsucht nach Stabilität. Gleichzeitig bestehe aber auch die Notwendigkeit, den Wandel zuzulassen. Aus der christlichen Arbeiterbewegung seien diesbezüglich viele Reformen hervorgegangen, und auch der ÖAAB habe sich stets als eine wahre Denkwerkstatt ausgezeichnet.

Schüssel dankte sodann für die vorhandene Reformbereitschaft und meinte, man müsse vieles verändern, aber eben in die richtige Richtung. Einerseits brauche es wirtschaftliche Spitzenleistungen, andererseits aber auch soziale Wärme. Unternehmer kämen nur, wenn auch das Umfeld stimme, in eine bestimmte Region.

Die Politik brauche Grundwerte, unterstrich der Kanzler weiters, denn eine Politik ohne Werte werde sehr schnell eine "wertlose Politik". Dementsprechend votierte der Regierungschef u.a. für eine selbstbewusste Heimatliebe, für eine neue Einfachheit und für Spiritualität. Sodann liess er die jüngsten politischen Aktivitäten der Bundesregierung in der Sozialpolitik Revue passieren.

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Bläserensemble der Niederösterreichischen Tonkünstler unter der Leitung von Werner Hackl. Der Preis selbst ist nach Leopold Kunschak (1871-1953) benannt, einem führenden Pionier der christlichen Arbeiterbewegung, der seit 1907 dem Reichsrat angehört hatte. 1920 bis 1934 und 1945 bis 1953 war er Nationalratsabgeordneter. 1945 amtierte er überdies als Vizebürgermeister der Stadt Wien, ehe er von Dezember 1945 bis zu seinem Tod im März 1953 als Erster Präsident des Nationalrates wirkte. In dieser Funktion saß er auch der V. Bundesversammlung am 20. Dezember 1945 vor. (Schluss)

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