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Parlamentskorrespondenz Nr. 665 vom 10.07.2013

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Parlament/Margaretha Lupac-Stiftung/Wissenschaftspreis

PreisträgerInnen der Margaretha Lupac-Stiftung 2013

Wolfgang Mantl, Sieglinde Rosenberger und Robert Luft ausgezeichnet

Wien (PK) – Die PreisträgerInnen des diesjährigen Wissenschaftspreises der Margaretha Lupac-Stiftung stehen fest: Wolfgang Mantl (Universität Graz) und Sieglinde Rosenberger (Universität Wien) erhalten den Preis für ihr wissenschaftliches Gesamtwerk. Robert Luft (Universität München) wird für seine umfassende Arbeit über die tschechischen Mandatare im Abgeordnetenhaus der österreichisch-ungarischen Monarchie (1907-1914) ausgezeichnet.

Das Kuratorium der Margaretha Lupac-Stiftung schloss sich dem Vorschlag der Jury an. Die Ausgezeichneten stehen für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Schwächen, aber auch den Chancen und Stärken der parlamentarischen Demokratie und ihren Institutionen in Österreich. Die WissenschafterInnen repräsentieren beispielhaft Vielfalt und Vielfältigkeit wissenschaftlicher Arbeit, sowohl hinsichtlich der Themen, als auch hinsichtlich der zugrundeliegenden Theorien und angewandten Methoden. Der Margaretha Lupac Wissenschaftspreis wird am 11. Oktober 2013 im Rahmen eines Festaktes im Parlament vergeben.

Wolfgang Mantl: Recht und Politik, Geschichte und Kultur

Mit Wolfgang Mantl wird ein Wissenschafter und Mitglied der österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. Er profiliert sich seit den 1960er Jahren kontinuierlich mit der Erforschung unterschiedlichster Aspekte österreichischer Politik. Sein "opus magnum" - "Politik in Österreich. Die Zweite Republik. Bestand und Wandel" - ist zudem nicht nur für die wissenschaftliche Community zugänglich, sondern durch seine Sprache und Aufbereitung von allgemeinem Interesse. Seine Arbeiten zeichnen sich durch die angemessene Proportion von Verfügungs- und Orientierungswissen in plausibler Argumentation und vergleichender Sicht aus. Recht und Politik, Geschichte und Kultur behandelt Mantl wissenschaftlich interdisziplinär; er gilt damit als einer der Väter der "Juristenpolitologie".

Sieglinde Rosenberger: Verständlichkeit und Nachdenklichkeit

Seit über 20 Jahren ist Rosenbergers Œuvre durch große Themenvielfalt und Aktualität gekennzeichnet. Sie nimmt immer wieder konfliktuelle Fragen der Gesellschaft in den Blick und widmet sich vorrangig Fragen der Demokratie und der Gleichheit. Aber auch Gender-Aspekte, Partizipationsmöglichkeiten, Wahlen und Wahlrecht bilden einen Schwerpunkt in ihrer wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Rosenberger gelingt es in ihren Arbeiten, Verständlichkeit und Nachdenklichkeit mit großer wissenschaftlicher Sorgfalt zu verbinden. Der Blick richtet sich dabei auch auf andere Länder und deren Systeme. Dass Rosenberger als Autorin und als Herausgeberin viele Arbeiten in Kooperation mit anderen WissenschafterInnen vorlegte, ist Zeichen ihrer Vernetzung in der Wissenschaftslandschaft.

Robert Luft: Bedeutung des K.u.K. Wiener Parlaments für die Nachfolgestaaten

Die ausgezeichnete Publikation von Robert Luft beeindruckt schon aufgrund ihres Umfangs (163 Biographien in zwei Bänden auf über 1.200 Seiten) – wesentlich ist aber, dass der Historiker hier eine Lücke schließt und die Bedeutung des Wiener Parlaments der österreich-ungarischen Monarchie auch für die politische und parlamentarische Entwicklung der Nachfolgestaaten besonders verdeutlicht. Die umfassende Darstellung geht u.a. auch auf das Wahlrecht ein und wird nach Ansicht der Jury ein "Klassiker" in diesem Themenfeld werden. Nach 2011 wird mit dieser Arbeit erneut ein Aspekt der Geschichte des österreichischen Parlamentarismus der Monarchie in den Fokus gerückt. (Schluss) red