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Parlamentskorrespondenz Nr. 64 vom 03.02.2014

Themenfelder:
Bildung
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/Anträge

Vorlagen: Unterricht

Oppositionsanträge: Gemeinsame Schule, Schulautonomie, modernes Bildungskonzept, flexible Schuleingangsphase

Wien (PK) – Einen nahtlosen Übergang von der vorjährigen Bildungsdiskussion ins Jahr 2014 schaffen FPÖ, Grüne und NEOS mit Entschließungsanträgen zur Schulreform. Die unterschiedlichen Überzeugungen der Oppositionsparteien, wie ein modernes Schulwesen aussehen sollte, werden dabei augenscheinlich: Während Grüne und NEOS die Gesamtschule unterstützen, gibt die FPÖ – jedenfalls auf Bundesebene - dem differenzierten Modell mit AHS den Vorzug. Darüber hinaus nehmen die Grünen einen weiteren Anlauf für eine flexible Schuleingangsphase, die NEOS wollen mehr Schulautonomie.

Gemeinsame Schule in Modellregionen: Plädoyer von Grünen und NEOS

Grünen-Bildungssprecher Harald Walser und NEOS-Klubobmann Matthias Strolz sind sich in ihrer Forderung ( 131/A[E]) an die Bundesregierung einig: Die Gemeinsame Schule aller 10- bis 14-Jährigen sei zumindest in Modellregionen, also in größeren Gebieten bzw. ganzen Bundesländern, umzusetzen. Das Unterrichtsministerium müsse daher entsprechende Änderungen im Schulorganisationsgesetz ausarbeiten, zusätzliche Ressourcen für AHS-Unterstufen als Modellversuchsschulen bereitstellen und für die Einbindung der Neuen Mittelschulen in das Projekt sorgen. Denn eine Trennung von erst 9 bis 10-Jährigen in Gymnasium oder Hauptschule/Neue Mittelschule wirke sich negativ auf die Lernmotivation der SchülerInnen aus, begründen die Antragsteller ihr Anliegen. Außerdem lasse sich die tatsächliche Leistung der Kinder kaum aus Volksschulnoten ablesen; der Bildungsweg dürfe also nicht bereits in der Primarstufe vorgezeichnet werden.

Bekräftigung findet der Vorstoß in einem Antrag von Vorarlberger Landtagsabgeordneten, den Walser und Strolz unter ihren Namen nun im Nationalrat eingebracht haben ( 143/A[E]). Kern des Schreibens ist die Realisierung einer flächendeckenden gemeinsamen Schule im westlichsten Bundesland, wozu eine bundesgesetzliche Regelung nötig ist. Unterstützung für diese Initiative kam aus den Vorarlberger Landesparteien SPÖ, FPÖ und Grüne.

In einem eigenen Entschließungsantrag ( 218/A[E]) koppelt Strolz Gemeinsame Schulen in Modellregionen an die Forderung nach einer stärkeren Schulautonomie. Könnten Schulstandorte in organisatorischen, finanziellen, personellen und pädagogischen Fragen selbst bestimmen, gewännen sie mehr Verantwortung und Gestaltungsspielraum, so der NEOS-Chef. Damit würden nicht nur Wettbewerb und Zusammenarbeit zwischen den Schulen stimuliert, auch für die Chancengleichheit von SchülerInnen wäre dies von Vorteil. Essentiell sei in diesem Zusammenhang die Einbeziehung des Privatschulsektors in das Projekt freie gemeinsame Mittelschule sowie eine nach sozialökonomischen Faktoren ausgelegte Mittelausstattung. Die Schulen müssten sich im Sinne ihrer Leistungserbringung auf gemeinsame Kompetenzstandards als Bildungsziele verpflichten, skizzieren die NEOS und empfehlen, auch die Ergebnisverantwortung den Schulen direkt zu übertragen. Entsprechende Ausbildungsmodule für Lehrkräfte und Schulleitung seien hier vorzusehen, um eine professionelle Selbstorganisation der Schulen zu gewährleisten.   

FPÖ-Strategie zur Bildungsreform

Den FPÖ-Entwurf für ein modernes Bildungskonzept ( 157/A[E]), erstmals präsentiert bei der Nationalratssitzung zum Lehrerdienstrecht letzten Dezember, bringt der freiheitliche Bildungssprecher Walter Rosenkranz nun erneut zur Diskussion. Der Entschließungsantrag darüber enthält die Eckpunkte eines aus FPÖ-Sicht hochwertigen Bildungswesens und leitet daraus Forderungen an die Unterrichtsministerin ab.

Gedrängt wird dabei unter anderem auf den Ausbau ganztägiger Schulangebote bei verstärkter Schulautonomie, die intensive Begabtenförderung, die Reform der Zentralmatura, den Erhalt der Sonderschulen mit vermehrter Inklusion und die Begrenzung der Zahl von SchülerInnen mit nicht-deutscher Muttersprache auf höchstens 30 Prozent in einer Klasse. Außerdem legen die Freiheitlichen in dem Antrag ein Bekenntnis zum differenzierten Schulsystem mit AHS ab, wobei die Neuen Mittelschulen zu evaluieren und gegebenenfalls zu restrukturieren seien. Polytechnische Lehrgänge sollten allerdings aufgelöst und in Hauptschulen überführt werden. Die Zuständigkeit für Lehrpersonal müsse zwischen Bund und Ländern klar geregelt werden, unterstreicht Rosenkranz weiters; generell seien Schulgebäude im Sinne moderner Arbeitsplätze umzubauen.

Grünes Konzept für flexible Schuleingangsphase

Seit der letzten Legislaturperiode machen sich die Grünen für ein flächendeckendes Angebot einer flexiblen Schuleingangsphase an Volksschulen stark. Dabei sollen die ersten beiden Klassen sowie die Vorschulklasse gemeinsam geführt werden, erklären die Abgeordneten Harald Walser und Alev Korun (beide G) in ihrem Antrag ( 136/A[E]). Ausreichend Ressourcen habe die Bundesregierung für den Einsatz von Teamlehrkräften sicherzustellen, heißt es darin, immerhin sei die flexible Schuleingangsphase als Bildungsmaßnahme im aktuellen Regierungsprogramm verankert. Angesichts des unterschiedlichen Vorwissens und Entwicklungsstands von Kindern zu Beginn ihrer Volksschulzeit bewirke die integrativ geführte Grundstufe 1 weit bessere individuelle Förderung, als das in separaten Klassen der Fall sei, betont Grünen-Bildungssprecher Walser.

So böten Mehrstufenklassen etwa bei fehlender Schulreife, mangelnden Kenntnissen der Unterrichtssprache, aber auch für die Förderung Hochbegabter ein optimales Umfeld. Nicht nur fiele die Wiederholung einer Schulstufe weg, hochbegabten Kindern bliebe auch der Wechsel von der ersten in die zweite Volksschulklasse während eines Schuljahres erspart. Walser zufolge wäre mit einer integrativen Schuleingangsphase auch dem Problem zu geringer SchülerInnenzahlen für Vorschulklassen in ländlichen Regionen beizukommen. (Schluss) rei