LETZTES UPDATE: 06.05.2016; 09:31
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Parlamentskorrespondenz Nr. 468 vom 06.05.2016

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Parlament/Sanierung/Absiedelung

Das Parlament übersiedelt - Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Rund 700 Arbeitsplätze auf Wanderschaft

Wien (PK) - Die Übersiedelung des österreichischen Parlaments für drei Jahre in ein Ausweichquartier ist nicht nur ein außergewöhnliches Ereignis, sondern auch eine enorme logistische Herausforderung. Dessen sind sich alle Beteiligten bewusst, doch die Devise lautet: "Wir bewältigen das!"

Die Generalsanierung des Parlamentsgebäudes in den Jahren 2017 bis 2020 stellt ohne Übertreibung ein Jahrhundertprojekt dar. Gut 130 Jahre nach seiner Errichtung wird das Haus vom Dach bis in den Keller saniert und für lange Zeit zukunftsfit gemacht.

Parallel dazu gilt es jedoch, eine zweite Mammutaufgabe zu bewältigen: Der Grundsatzbeschluss zur nachhaltigen Sanierung umfasst auch die komplette Absiedelung aus dem Hauptgebäude. Als Interimslokation wurde die Hofburg ausgewählt, dort werden während der Sanierungsphase Nationalrat und Bundesrat tagen. Darüber hinaus werden auf dem Heldenplatz und im Bibliothekshof temporäre Pavillons für Büros und Ausschusslokale errichtet. Um eine optimale Anordnung der Funktionen zu erreichen, sind auch etliche Belegungsänderungen in den Nebengebäuden erforderlich, von denen viele zusätzliche MitarbeiterInnen betroffen sind und die das Umzugsvolumen deutlich erhöhen.

700 Tische, 1.700 Sessel und 1.400 Schränke müssen übersiedelt werden

Die Grobbelegung der verschiedenen Ausweichlokalitäten ist abgeschlossen, jetzt beginnt die Phase der Feinbelegung. Rund 700 fixe und temporäre Arbeitsplätze werden alles in allem wandern. Um Volumen des Übersiedelungsguts und Kosten möglichst gering zu halten, kommt vorher die Entrümpelung, die in vollem Gange ist. Parallel dazu läuft eine großangelegte Digitalisierung an.

Anfang Juli 2017 wird das Parlament in Etappen geräumt, pro Übersiedelungsblock werden voraussichtlich dann zwischen 100 und 150 Arbeitsplätze übersiedelt. Am 15. August soll das Vorhaben abgeschlossen und alles am neuen Platz sein. Das erfordert nicht nur eine professionelle Logistik, sondern auch die tatkräftige Mitarbeit aller Beteiligten.

Die Vorbereitungsarbeiten laufen bereits seit längerem auf Hochtouren. Einige Zahlen, die den bevorstehenden Gewaltakt verdeutlichen: Übersiedelt werden ca. 700 Tische, 1.700 Stühle, mehr als 1.400 Schränke und 68 Stahlschränke und Tresore.

Dazu kommt die Bibliothek, deren Bestand bereits ab Oktober 2016 abgesiedelt wird. Alles in allem müssen fast 4.200 Laufmeter in die Parlamentsrampe bzw. in das Palais Epstein geschafft werden.

Funktionierender Betrieb auf höchstem Niveau

Die verschiedenen Nutzergruppen sind von Beginn an in den Planungsprozess eingebunden. Sie sind nicht nur Betroffene, sondern bringen auch viel Know-how ein. Sie kennen das Haus, die Arbeitsabläufe, die Mechanismen und sind daher Garanten, dass der parlamentarische Betrieb auch im Ausweichquartier auf Anhieb reibungslos funktionieren wird. Das nämlich ist die zentrale Herausforderung: Das Parlament muss auch in den drei Jahren des Provisoriums auf gewohnt höchstem Niveau arbeiten – vom ersten Tag an.

Wie bei der Sanierung sind auch bei der Interimslokation samt Ab- und Rücksiedlung die Kosten per Gesetz limitiert. Alles in allem dürfen dafür maximal 51,4 Mio. € aufgewendet werden. (Schluss) red

HINWEIS: Aktuelle Informationen zur Sanierung des Parlamentsgebäudes finden Sie auf www.sanierung.parlament.at