LETZTES UPDATE: 10.10.2016; 13:30
Diese Seite als Lesezeichen hinzufügen

Parlamentskorrespondenz Nr. 1052 vom 10.10.2016

Themenfelder:
Gleichbehandlung/Wirtschaft
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Parlament/Bures/Equal Pay Day/Einkommensschere

NR-Präsidentin Bures zum Equal Pay Day: "Es gibt noch viel zu tun"

"Bei bisherigem Tempo ist Einkommensschere erst in 40 Jahren geschlossen – Nicht noch zwei Generationen von Frauen diskriminieren!"

Wien (PK) - "Es gibt noch viel zu tun", sagt Nationalratspräsidentin Doris Bures im Vorfeld des morgigen Equal Pay Days. Betrachte man die Entwicklung der Einkommensschere in Österreich, zeige sich, dass die Maßnahmen für mehr Lohntransparenz Wirkung gezeigt haben, so Bures. So sei der Equal Pay Day im Jahr 2010 noch auf den 29. September gefallen, bis 2014 ist er innerhalb von nur vier Jahren auf den 10. Oktober geklettert. Die Nationalratspräsidentin wertet diese Entwicklung als Indiz dafür, dass die im März 2011 in Kraft getretene Novelle zum Gleichbehandlungsgesetz (Angabe des Mindestlohnes in Stelleninseraten, verpflichtende Einkommensberichte) gegriffen hat.  "Dieser Trend ist zwar erfreulich, aber es geht viel zu langsam. Vor allem, weil die Entwicklung seit 2014 wieder stagniert", so Bures.  "Vom eigentlichen Ziel, nämlich den Equal Pay Day auf Silvester fallen zu lassen, sind wir noch meilenweit entfernt", betont Bures. Auch im europäischen Vergleich rangiere Österreich nach wie vor auf den hintersten Rängen.

"Behalten wir das bisherige Tempo bei, ist die Einkommensschere erst in rund 40 Jahren geschlossen. Dass noch zwei Generationen von Frauen bei der Entlohnung auf Grund ihres Geschlechts diskriminiert werden, können wir nicht hinnehmen", unterstreicht die Nationalratspräsidentin. Deshalb, so Bures, seien alle Anstrengungen zu unternehmen, "Betriebe, Gewerkschaften und Politik sind weiterhin gefordert". Die Nationalratspräsidentin unterstützt daher auch die Forderungen von Frauenministerin Sabine Oberhauser nach voller innerbetrieblicher Lohntransparenz. Aber auch bei der im internationalen Vergleich allzu hohen Teilzeitquote von Frauen müsste der Hebel angesetzt werden. Die Forderung nach bedarfsgerechten Kinderbetreuungseinrichtungen in ganz Österreich und nach einer fairen Verteilung der unbezahlten Arbeit haben leider nach wie vor hohe Aktualität, so Bures abschließend. (Schluss) red