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Parlamentskorrespondenz Nr. 177 vom 24.02.2017

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Parlament/Parlamentssanierung/Plenarsaal

Parlament - Ersatzsitzungssaal wird eins-zu-eins vorgefertigt

Burghauptmannschaft baut Redoutensaal in der Hofburg zum Sitzungssaal für das Parlament um - Arbeiten starten nach der Ballsaison

Wien (PK) – Auf dem Heldenplatz und im Bibliothekshof der Hofburg wird schon seit Monaten gebaut. Hier entstehen drei Büropavillons, in welche im Sommer Abgeordnete und MitarbeiterInnen für die Dauer der Generalsanierung des Parlamentsgebäudes übersiedeln werden. Nationalrat und Bundesrat werden ab Herbst im großen Redoutensaal in der Hofburg tagen, der vom Veranstaltungs- und Ballsaal zum Sitzungssaal umgerüstet wird. Derzeit wird der Ersatzplenarsaal in Natura aufgebaut, dann zerlegt, in Einzelteilen nach Wien transportiert und an Ort und Stelle wieder zusammengefügt. "Dank der modularen Bauweise ist gewährleistet, dass die Arbeiten in der zur Verfügung stehenden kurzen Zeit abgewickelt werden können", erklärt Thomas Selberherr, Geschäftsführer der Selberherr GmbH, eines auf Raumausstattung spezialisierten Unternehmens in Schwechat/Niederösterreich. Den Sitzungssaal für das Ausweichquartier des Parlaments zu bauen sei ein besonderer Auftrag und eine große Herausforderung für den Familienbetrieb, sagt Thomas Selberherr.

Probeaufbau in drei Etappen

Bereits vergangenen Oktober wurde in einer Halle in Enzersdorf an der Fischa, Bezirk Bruck an der Leitha, mit dem Aufbau der Podeste und mit den Montagearbeiten begonnen. Der Aufbau erfolgte in drei Etappen, alles in allem wurden im Selberherr-Werk in Schwechat rund 4.300 Quadratmeter Brandschutzplatten für 368 Holzmodule nach Maß zugeschnitten und verarbeitet. Zugleich wurden die Vorbereitungen für die Elektroverrohrungen getroffen. In den Redoutensaal wird auch eine Galerie für BesucherInnen und Medien eingebaut. Diese wird von der Firma Mach Holzbau in Wien gemeinsam mit URBAS Stahl- und Anlagenbau in Völkermarkt/Kärnten hergestellt. Der kleine Redoutensaal wird zum Besprechungsbereich für die Abgeordneten umfunktioniert. Dieser Auftrag ging an die Firma Josef Göebel GmbH in Fladnitz an der Teichalm in der Steiermark.

Ab Anfang März – nach der Ballsaison – wird der künftige Plenarsaal Stück für Stück angeliefert. Das gesamte Baumaterial für die Galerie (Stahlträger und Stapelholzplatten) und die Holzmodule wird über einen Gerüstturm über ein herausgelöstes Fenster in das Gebäude eingebracht. Die Baustelle auf dem Josefsplatz wird bereits diese Woche eingerichtet.

Ambitionierter Zeitplan

Mit Hilfe der Vor-Fertigung des Sitzungssaales konnten die einzelnen Gewerke besser aufeinander abgestimmt werden. So konnten die Naturmaße bereits im Voraus genommen werden, was die nachfolgenden Arbeiten beschleunigt. Nur so kann eine mit drei Monaten knapp bemessene Montagezeit – obendrein in einem historischen Bestand – eingehalten werden. "Es geht um Präzisionsarbeit, denn vor Ort muss alles ineinandergreifen", sagt Thomas Selberherr. Umso mehr, als die Elemente von verschiedenen Firmen produziert werden. Anfang Juni müssen die Einbauten fertig sein, dann starten die Elektro- und Tischlerarbeiten. Sitz- und Tischreihen für die Abgeordneten, Präsidium, Ministerbank, Rednerpult sowie die für die Akustik erforderlichen Stoffpaneele werden von der Firma Schwarzott in Baden/Niederösterreich ausgeführt. Die technische Ausstattung (Licht- und Tonanlage, Kameras) folgt im Sommer, nach der letzten Plenarsitzung im Parlamentsgebäude, da die Geräte weiterverwendet werden. Ab August ist laut Terminplan der Ausweichsaal in der Hofburg fertig, dann sind Probeläufe und Feintuning angesetzt. Alle Arbeiten sind auf ein einziges Ziel ausgerichtet: Anfang September muss ein reibungsloser Übergang des parlamentarischen Betriebs vom Parlamentsgebäude in das Ausweichquartier sichergestellt sein.

Bundesrat und Nationalrat tagen in einem Raum

Der Redoutensaal, der nach dem Hofburgbrand 1992 renoviert und modernisiert wurde, wird vorübergehend für den Sitzungsbetrieb umgestaltet. Der Einbau nimmt vorweg, was im zukünftigen Plenarsaal im sanierten Parlamentsgebäude geplant ist: ein flacherer Anstieg des Saals, eine geteilte Regierungsbank und ein zentrales Rednerpult. Für die Sitzungen des Bundesrates wird der Redoutensaal mit Hilfe räumlicher Trennelemente optisch deutlich verkleinert werden; zusätzlich werden an der Stirnseite die Länderwappen angebracht. Die Galerie für BesucherInnen und Medien wird sich über die Längs- und Breitseite des Saals erstrecken, sodass der bestehende Raum bestmöglich genutzt werden kann. Trotzdem wird der parlamentarische Betrieb für die Dauer der Sanierung mit insgesamt deutlich weniger Raum auskommen müssen als derzeit. (Schluss) red

HINWEISE: Fotos finden Sie auf der Website des Parlaments unter www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV.

Aktuelle Informationen zur Sanierung des Parlamentsgebäudes finden Sie auf www.sanierung.parlament.at.