LETZTES UPDATE: 23.05.2017; 10:43
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Parlamentskorrespondenz Nr. 610 vom 23.05.2017

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/Veranstaltung/Rosa Jochmann/Bures

NR-Präsidentin Bures: Rosa Jochmann zeigte Mut und Hoffnung zum Wiederaufbau eines neuen Österreichs

Homepage über Holocaustüberlebende und Widerstandskämpferin Rosa Jochmann im Parlament präsentiert

Wien (PK) – Im Parlament wurde gestern Abend die neue Plattform www.rosajochmann.at präsentiert, die sich mit der Person Rosa Jochmann und unserer unmittelbaren Geschichte auseinandersetzt. Die Internetseite sammelt Materialen aus dem Nachlass der "Grande Dame" der Sozialdemokratie und bietet Informationen über ihr politisches Engagement. Bei der Präsentation wurden Bilder von Jochmann gezeigt und die Schauspielerin Mercedes Echerer las aus ihren Texten und Briefen.

Bures: Die Geschichten von Rosa Jochmann müssen weitergegeben werden

Nationalratspräsidentin Doris Bures unterstrich den Mut und die Hoffnung, die Rosa Jochmann während einer Zeit der Armut und Ungewissheit in der österreichischen Bevölkerung der Nachkriegsjahre aufbrachte, um ein neues Österreich aufzubauen. Rosa Jochmann lebte ihre Grundsätze der Internationalität und des Aufeinander-Zugehens in den 20 Jahren als Nationalratsabgeordnete. Bures erinnerte sich an ihre Begegnungen mit Rosa Jochmann und Käthe Sasso, deren Geschichten Bures als die prägendsten ihres politischen Lebens bezeichnete. Die Nationalratspräsidentin mahnte, dass diese Geschichten vor allem auch an die Jungen weitergegeben werden müssten, wofür die Homepage zu Jochmann wichtig sei. Der Kampf gegen den Faschismus ist auch heute eine der wichtigsten politischen Aufgaben, sagte Bures und zitierte Rosa Jochmann mit den Worten: "Die Menschen zum Denken zu bringen, zum Sehen und Hören zu bringen, das ist unsere Aufgabe."

"Rosa Jochmann war Täterin im guten Sinn"

Die Vertreter der ARGE NS-Opferverbände und WiderstandskämpferInnen Österreich, Gerhard Kastelic und Johannes Schwantner, präsentierten den Gästen die neue Homepage. Kastelic strich die Leistungen hervor, die Rosa Jochmann nach dem Zweiten Weltkrieg für den Wiederaufbau Österreichs geleistet hat. Er würdigte Jochmann als "Täterin im guten Sinn", deren Erbe des Erinnerns, Gedenkens und Aufklärens weiterzuführen er als seine Aufgabe sieht. Das diese Aufgabe auch heute eine wichtige ist, strich auch Schwantner hervor und trat dafür ein, dass eine breite Front gegen "Hetzer" ankämpft, die Menschen verunglimpfen.

Michaela Maier vom Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung erzählte vom Leben Rosa Jochmanns, das durch ihre Kindheit in einer Arbeiterfamilie geprägt war. Jochmann war zeitlebens stolz auf ihre Wurzeln, betonte Maier, und ihre Karriere in der Politik der Nachkriegsjahre mache sie zurecht zur "Grande Dame" der Sozialdemokratie. Die neue Webseite basiert auf wissenschaftlicher Forschung und zeigt Rosa Jochmann als Demokratin, Sozialistin und Antifaschistin.

Die Überlebende des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück Rosa Jochmann (1901 – 1994) engagierte sich als Zeitzeugin für den Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Faschismus. Die sozialdemokratische Politikerin und Widerstandskämpferin war über die Landesgrenzen hinaus bekannt. (Schluss) see

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie auf der Website des Parlaments unter www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/AKTUELL/.