LETZTES UPDATE: 14.06.2017; 16:56
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Parlamentskorrespondenz Nr. 734 vom 14.06.2017

Themenfelder:
Außenpolitik/Landwirtschaft/EU
Format:
Parlament international
Stichworte:
Parlament/Besuch/Sachsen

Sachsen drängt auf Vereinfachung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik

Sächsischer Landwirtschaftsminister trifft österreichische Abgeordnete zu Arbeitsgespräch

Wien (PK) – Wenn es um die Vereinfachung der Agrarpolitik der Europäischen Union geht, kann das deutsche Bundesland Sachsen mit der Unterstützung durch Österreich rechnen. Der sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt erntete heute bei seinen Gesprächen mit österreichischen Abgeordneten im Parlament viel Sympathie für seinen Vorstoß, das europäische Agrarsystem grundlegend einfacher zu gestalten und dabei vorrangig auf Zielorientierung und Regionalität auszurichten. "Alle reden von Vereinfachung, doch nichts geschieht", brachte ÖVP-Mandatar Jakob Auer, der als Obmann des Landwirtschaftsausschusses das Treffen leitete, den Unmut über die EU-Agrarpolitik auf den Punkt und zeigte Interesse an einer gemeinsamen Initiative.

Deutlich wurde bei dem Gespräch auch, dass Österreich und Sachsen mit ähnlichen Problemen und Herausforderungen in der Landwirtschaft konfrontiert sind. Die Landwirtschaft habe als solches ein Imageproblem, stellten Schmidt und Auer übereinstimmend fest. Auch zeige sich die junge Generation immer weniger bereit, die Höfe ihrer Eltern zu übernehmen. Neben den schlechten Preisen sei vor allem die überbordende Bürokratie dafür ausschlaggebend, dass LandwirtInnen ihre Betriebe aufgeben, gab Manfred Hofinger (V) zu bedenken, der  den Vorschlag Schmidts in Richtung einer klareren Zuordnung der Kontrollen begrüßte. Wie wichtig Vereinfachungen seien, sehe man am Beispiel der Digitalisierung der Landschaftselemente, bestätigte Wolfgang Pirklhuber (G) unter Hinweis auf die Einzelbaumdigitalisierung. Einig waren sich beide Seiten auch bezüglich der Notwendigkeit, den Fokus stärker auf die Regionalität der Produkte zu richten, was Leopold Steinbichler (T) mit Kritik an der Internationalisierung der Agrarmärkte und am Import von Palmöl untermauerte. Walter Schopf (S) wiederum zeigte sich überzeugt, dass gerade die Entwicklung des ländlichen Raums in Zukunft einen entscheidenden Stellenwert in der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik einnehmen werde. (Schluss) hof