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Parlamentskorrespondenz Nr. 801 vom 26.06.2017

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Parlament/Parlamentssanierung/Pavillon

Starker Auftritt von Demokratie und Rechtsstaat

Fassade der Parlamentspavillons auf dem Heldenplatz für German Design Award 2018 nominiert

Wien (PK) – Die temporären Parlamentspavillons auf dem Heldenplatz und im Bibliothekshof sind bezugsfertig – die große Übersiedelung hat begonnen. Die drei Bürogebäude überzeugen nicht nur durch Funktionalität, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit, sondern auch durch ihr Äußeres. Pünktlich zur Fertigstellung kommt die Nachricht über die Nominierung der Außenfassaden für den German Design Award 2018. Hier werden nur die Besten der Besten nominiert und juriert.

Heute wurde die Außengestaltung der Pavillons offiziell abgeschlossen. Das Sägenvier-Team war aus Vorarlberg angereist und erntete viel Lob für das gelungene Werk. Das Designbüro mit Sitz in Dornbirn hatte sich in einem Auswahlverfahren mit seinem Konzept durchgesetzt.

"Wir haben eine gute Entscheidung getroffen und sind davon überzeugt, dass wir auf diesem zentralen Platz für drei Jahre spannende Akzente setzen können", stellte Parlamentsvizedirektor und Projektleiter Alexis Wintoniak fest. Ausgewählte Texte sollen laut Wintoniak auf die Prinzipien einer demokratisch organisierten Gesellschaft aufmerksam machen sowie Bürgerinnen und Bürger für Grund- und Freiheitsrechte sensibilisieren. Zudem betone der zurückhaltende Entwurf den zeitlich befristeten Charakter der Bürohäuser, die sich für drei Jahre in das Gesamtensemble Heldenplatz einfügten.

Wort als zentrales Element der Gesetzgebung

Die Netzfolien haben vorrangig eine technische Funktion als Sonnen- und Sichtschutz. Zugleich werden die insgesamt rund 3.000 Quadratmeter als Informationsfläche genutzt. Diese Texte sollen in Jahresschritten erweitert werden und am Ende ein grafisches und kommunikatives Gesamtbild ergeben.

Das Sägenvier-Konzept überzeugt durch schlichte Eleganz und setzt stark auf das Wort als zentrales Element der Gesetzgebung. Als grafische Gestaltungsmittel werden auf den beiden Heldenplatz-Pavillons Gesetzestexte eingesetzt, die sich wie Perlenschnüre rund um die Gebäude legen und inhaltliche wie ornamentale Elemente darstellen. Sie stammen aus der UN-Menschenrechtscharta, der UN-Konvention über die Rechte des Kindes, der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, dem Bundes-Verfassungsgesetz, dem Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger sowie aus diversen Verfassungsgesetzen.

Zwischen den Gesetzeszitaten sind als grafische Gestaltungselemente markante Begriffe aus den Gesetzen in den EU-Amtssprachen eingestreut, was als Bekenntnis zu Europa wie als Symbol für die Internationalität demokratischer Prinzipien gleichermaßen verstanden werden will.

Klar – präzise - unaufdringlich

"Unser Anspruch war, dank schlichter typografischer Gestaltung die Gebäude als ruhige und souveräne Baukörper wirken zu lassen", erklärte Sigi Ramoser, Geschäftsführer von Sägenvier. Die beiden Pavillons seien als klares Statement der Eigenständigkeit an dem geschichtsträchtigen Platz gedacht, weshalb bewusst auf jeden gestalterischen Bezug zu Materialien und Farben im Umfeld verzichtet werde. Inhaltlich geht es laut Ramoser darum, den prominenten und viel frequentierten Platz zu nutzen, um klar und präzise, jedoch unaufdringlich für parlamentarische Demokratie und Partizipation zu werben und somit als gewichtig zu kommunizieren.

"Wir freuen uns selbstverständlich über die Nominierung für den German Design Award", erklärte Ramoser. Das außergewöhnliche Projekt werde offenbar auch außerhalb von Österreich wahrgenommen. Das entspricht laut Ramoser der Grundkonzeption, zentrale Verfassungsbegriffe in den EU-Sprachen zu vermitteln.

Das Parlamentshaus im Bibliothekshof wird sich in der Außengestaltung an die beiden anderen Pavillons anlehnen, aufgrund der räumlichen Enge werden allerdings hier Texte nur in reduzierter Form eingesetzt bzw. zitiert und in Verbindung der Verwaltungspavillons gebracht – quasi die Essenz der Idee nochmals auf den Punkt gebracht.

Weitere Stimmen zur Pavillon-Hülle

Erich Schöfbeck, Projektleiter Übersiedelung/Interimslokation: "Die Folien dienen als wirksamer und einfacher Sicht- und Sonnenschutz. Sie sind leicht auswechselbar, sodass sich das inhaltliche Konzept in den kommenden Jahren weiterentwickeln kann."

Bettina Bauer-Hammerschmidt, Architektin in der Projektgesellschaft: "Dank der eleganten, grafischen Lösung wird der Fokus auf den Text gerichtet, der alle Menschen betrifft. Das wird den Passantinnen und Passanten auf eine zurückhaltende, jedoch eindrucksvolle Weise vermittelt."

Hermann Schnell, Architekt in der Projektgesellschaft: "Die grafische Ausführung ist ruhig und unaufdringlich. Die Texte sprechen, wenn sie angeschaut werden, und drängen sich nicht vor. Die Schriften geben den Pavillons zusätzlich elegante horizontale Proportionen."

Gerhard Hahn, Projektleiter Pavillons: "Ein wesentlicher Grund für die Entscheidung für Netzfolien war, dass diese in einer temporären Weise mit der Umgebung kommunizieren und dem Betrachter auf Anhieb klar ist, dass diese Gebäude Interimslokationen darstellen." (Schluss) red

HINWEISE: Fotos von der Fassade der Parlamentspavillons finden Sie auf der Website des Parlaments unter: www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV/. Aktuelle Informationen zur Sanierung des Parlamentsgebäudes finden Sie auf http://sanierung.parlament.at/

Rückfragehinweis:

Parlamentsgebäudesanierungsgesellschaft m.b.H.
Gerhard Marschall
Tel: (+43 1) 40110 – 2277
Mobil: 0676 8900-2277
E-Mail: office@pgsg.at