LETZTES UPDATE: 07.07.2017; 11:54
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Parlamentskorrespondenz Nr. 882 vom 07.07.2017

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Parlament international
Stichworte:
Nationalrat/Besuche/USA/Restitution/Bures

NR-Präsidentin Doris Bures restituierte in New York ein Buch an NachfahrInnen von Holocaust-Überlebenden

Bures: Wichtiges politisches Zeichen, dass Werk wieder in Familie seines rechtmäßigen Besitzers zurückgekehrt ist

Wien/New York (PK) - Nationalratspräsidentin Doris Bures hat gestern am Abend im österreichischen Generalkonsulat in New York ein Buch an NachfahrInnen eines Holocaust-Überlebenden restituiert. Das Buch "Der Mann von vierzig Jahren" des Autors Jakob Wassermann gehörte ursprünglich dem Wiener Richard Beer-Hofmann, dem die Nationalsozialisten Besitz und Vermögen raubten und der nach New York flüchtete, wo er 1945 verstarb.

Richard Beer-Hofmann war ein 1866 in Wien geborener Jurist und angesehener Dichter, der dem Kreis der Kaffeehausliteraten zur Zeit der Jahrhundertwende angehörte; er war befreundet mit Größen wie Hugo von Hofmannsthal, Felix Salten und Arthur Schnitzler. Auch Jakob Wassermann, der Autor von "Der Mann von vierzig Jahren" und seinerzeit ein vielgelesener Autor, war Mitglied dieser prominenten Runde und ein Freund von Beer-Hofmann.

Nachdem das Parlament 1938 zum sogenannten Gauhaus der Nationalsozialisten geworden war, gelangte Wassermanns Buch in den Bestand der Parlamentsbibliothek. Mithilfe des Nationalfonds wurden die rechtmäßigen BesitzerInnen des Werkes ermittelt und Nationalratspräsidentin Bures übergab das Buch nun unter Beisein von Generalkonsul Georg Heindl und Nationalfonds-Generalsekretärin Hannah Lessing an NachfahrInnen des einstigen Besitzers.

"Der materielle Wert des Buches mag kein großer sein. Aber als Teil einer Familiengeschichte vor dem Hintergrund des NS-Terrors hat es einen hohen symbolischen Wert. Es ist ein wichtiges politisches Zeichen und es ist mir auch eine persönliche Freude, dass dieses Werk nun nach fast 70 Jahren wieder in die Familie seines rechtmäßigen Besitzers zurückgekehrt ist", so Nationalratspräsidentin Bures. Im Anschluss an die Buchrestitution nahm Bures im österreichischen Generalkonsulat an einem Empfang für Holocaust-Überlebende und ihre NachfahrInnen teil. (Schluss) red

HINWEIS: Fotos von diesem Besuch finden Sie auf der Website des Parlaments unter www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV/.