LETZTES UPDATE: 26.09.2017; 12:52
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Parlamentskorrespondenz Nr. 995 vom 26.09.2017

Themenfelder:
Forstwirtschaft
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/Berichte/Rupprechter

Wildschäden: Landwirtschaftsministerium sieht noch keine nachhaltigen Verbesserungen

Andrä Rupprechter legt Wildschadensbericht 2016 vor

Wien (PK) – Keine Entwarnung gibt der aktuelle Wildschadensbericht (III-428 d.B.) von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter. In der Hälfte aller Bezirke habe sich die Situation zwar verbessert, vermerkt das Papier mit Blick auf die Ergebnisse des jüngsten Wildeinflussmonitorings. In mehr als einem Drittel der Bezirke ist der negative Wildeinfluss auf die Waldverjüngung allerdings gestiegen. Nachhaltige Verbesserungen werde es erst dann geben, wenn der Wildeinfluss über mehrere Perioden deutlich abnimmt. Dazu bedürfe es eines ausgeglichenen Verhältnisses von Wald und Wild, heißt es, wobei der Ressortleiter in diesem Zusammenhang auf Schritte setzt, die von der Regionalisierung des Forst & Jagd-Dialogs über die Extensivierung der Wildbewirtschaftung bis hin zu Lenkungsmaßnahmen für WaldbesucherInnen reichen.

Lage bei Verbiss- und Schälschäden weiter angespannt

Was die Verbissschäden betrifft, greift der Bericht auf die Verbalberichte der Länder zurück, in denen wiederum die Einschätzungen der Forstaufsicht der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde enthalten sind. Demnach hat sich die Situation in zwölf der 78 Erhebungsbezirke in den letzten sechs Jahren verbessert, in 54 Bezirken ist sie unverändert geblieben, elf Bezirke weisen eine Verschlechterung, ein Bezirk sogar eine deutliche Verschlechterung. Diese Ergebnisse lassen kaum erwarten, dass sich die Verbissschadenslage insgesamt verbessert hat, folgert der Bericht.

Bei den Schälschäden hingegen liegen seit der letzten Waldinventur  noch keine neuen bundesweiten Ergebnisse vor. Der Bericht erinnert in diesem Zusammenhang an die entsprechenden Erhebungen aus den Jahren 2007 bis 2009, die alarmierende Verschlechterungen ergaben. So wiesen 9,1% aller Stämme im Ertragswald Schälschäden auf. Auch hier ergeben die Einschätzungen der Forstaufsichtsbehörden wenig Anlass zur Annahme, dass sich die Situation in den letzten Jahren grundlegend verbessert hätte. Konkrete Ergebnisse aus der 2016 wieder gestarteten Waldinventur werden allerdings erst frühestens 2018 vorliegen. (Schluss) hof