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Parlamentskorrespondenz Nr. 1526 vom 17.12.2018

Themenfelder:
Bildung
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/Anträge/Kindergarten/Schule

Neu im Unterrichtsausschuss

Elementarpädagogik, Unterrichtspraktikum, Digitale und Politische Bildung

Wien (PK) – Die Ausbildung von PädagogInnen ist SPÖ wie NEOS ein großes Anliegen, wobei Erstere in ihrem aktuellen Antrag besonders die Elementarpädagogik im Blickfeld haben, Letztere sich über die Implementierung der neuen LehrerInnenbildung Gedanken machen. Weiters betonen die NEOS in ihren Anträgen an Bildungsminister Heinz Faßmann die wachsende Bedeutung digitaler Kompetenzen im Schulalltag und fordern mehr Gewicht für Politische Bildung.

Personalmangel in Kindergärten beheben

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid weist in ihrem Antrag ( 550/A(E)) auf den wachsenden Personalmangel in Kindergärten hin. Viele der zur Arbeit an der ersten Bildungseinrichtung ausgebildeten AbsolventInnen der Bildungsanstalten für Elementarpädagogik (BAfEP) würden aufgrund ihrer noch nicht verfestigten Lebensplanung den Beruf nicht antreten, so Hammerschmid. Besonders prekär sei die Situation im Bereich der Sonderpädagogik. Hilfreich wäre es daher, bei der Erwachsenenbildung anzusetzen und die Mittel der dort verorteten Kollegs für Elementarpädagogik (BAfEP-Kollegs) zu erhöhen sowie elementarpädagogische Weiterbildungen einheitlich anzubieten. Darüber hinaus müsse der Bundesgesetzgeber das Grundsatzgesetz über die fachlichen Anstellungserfordernisse für KindergartenpädagogInnen, ErzieherInnen an Horten bzw. in Schülerheimen novellieren, sodass die Bundesländer bei der Anstellung von ElementarpädagogInnen aus einem weiteren Personenkreis mit entsprechender Qualifikation schöpfen können.

Hammerschmid untermauert die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung mit dem von mehreren Pädagogischen Hochschulen eingeführte Bachelorstudium "Elementarbildung: Inklusion und Leadership". Derzeit wüssten die Studierenden nicht, ob ihre Ausbildung als Basis für eine Anstellung als Sonderpädagogin oder Sonderpädagoge anerkannt wird.

Unterrichtspraktikum weiter ermöglichen

Bei der Durchführung der sogenannten Induktionsphase, die im Rahmen der PädagoInnenbildung NEU ab 1. September 2019 das bisherige Unterrichtspraktikum für angehende LehrerInnen ersetzen wird, ortet NEOS-Bildungssprecher Douglas Hoyos-Trauttmansdorff noch viele Unklarheiten. Bis die neuen Ausbildungsstrukturen geklärt sind, will er die Option eines Unterrichtspraktikums offengehalten sehen, lässt er Bildungsminister Faßmann wissen ( 524/A(E)).

Digitale Kompetenzen bei LehrerInnen stärken

Digitale Kompetenzen und der Umgang mit digitalen Medien müssten umfassend in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften verankert werden, hält Hoyos-Trauttmansdorff mit Verweis auf den geplanten "Masterplan Digitalisierung" des Bildungsministeriums fest ( 521/A(E)). Bestätigt sieht der NEOS-Mandatar seine Forderung nicht zuletzt in der 2016 vom Nationalrat eingeforderten Digitalisierungsinitiative, bei der neben einer Ausweitung der schulischen Netzinfrastruktur und einer Implementierung digitaler Inhalte in die Lehrpläne eben auch die Lehrerweiterbildung in diesem Feld als essenziell angeführt worden sei.

Politische Bildung aufwerten

Als Grundlage für politische Mitbestimmung wertet NEOS-Sprecher Hoyos-Trauttmansdorff die "Politische Bildung" an Schulen als unerlässlich. Er drängt daher auf eine Aufwertung des Fachs mittels einer Erhöhung der entsprechenden Modulzahl in den Lehrplänen, verbunden mit einer separaten Ausschilderung im Zeugnis samt Benotung ( 519/A(E)). Darüber hinaus regt Hoyos-Trauttmansdorff an, SchülerInnen zwecks Praxisbezugs den Besuch von Diskussionsveranstaltungen wahlwerbender Parteien prinzipiell zu ermöglichen. (Schluss) rei