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Parlamentskorrespondenz Nr. 13 vom 10.01.2019

Themenfelder:
Wirtschaft
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/Bericht/Mittelstandsbericht

Österreichs KMU als stabile Säule der heimischen Wirtschaft

Wirtschaftsministerin Schramböck legt Mittelstandsbericht 2018 vor

Wien (PK) – Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bleiben eine stabile Säule der österreichischen Wirtschaft. Wie aus dem aktuellen Mittelstandsbericht ( III-232 d.B. und III-667-BR/2018 d.B.) von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck hervorgeht, beschäftigten die 328.000 KMU im Jahr 2016 rund 2 Millionen Personen – davon 54.000 Lehrlinge – und erzielten Umsätze in der Höhe von 455 Mrd. € bzw. eine Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 123 Mrd. €. Die Bruttoinvestitionen beliefen sich auf 23 Mrd. €, die Exporte im Jahr 2015 auf 63 Mrd. €.

Die österreichische mittelständische Wirtschaft ist überaus vielfältig und umfasst den traditionsreichen Familienbetrieb ebenso wie hochinnovative, international tätige Start-ups. Die Zahl der Ein-Personen-Unternehmer sowie der hybriden UnternehmerInnen, die gleichzeitig selbstständig und unselbstständig tätig sind, steigt dabei stärker an als jene der Unternehmen insgesamt.

KMU beschäftigen 68% der Erwerbstätigen

Der Stellenwert der kleinen und mittleren Unternehmen für Österreichs Wirtschaft und Beschäftigung wird im Bericht durch weitere Zahlen und Fakten untermauert. So zählten 2016 99,6% der Unternehmen der marktorientierten Wirtschaft zu den KMU. 68% der Erwerbstätigen und 65% der Lehrlinge der Privatwirtschaft sind in KMU beschäftigt. 63% der gesamten Erlöse bzw. 62% der Wertschöpfung wurden in KMU erzielt, die wiederum 63% der Bruttoinvestitionen sowie 48% der Warenausfuhren tätigten.

Innerhalb der KMU der marktorientierten Wirtschaft sind der Handel, die Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, die Beherbergung und Gastronomie, der Bau sowie die Herstellung von Waren die fünf größten Sektoren. Diese stellen rund drei Viertel der Unternehmen und Beschäftigten und sind zudem für fast drei Viertel der Umsätze der KMU verantwortlich.

Mehr als ein Drittel aller KMU sind Ein-Personen-Unternehmen

36% aller KMU zählen zu den Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Deren Zahl stieg zwischen 2008 und 2016 um 13%, wobei der EPU-Anteil in Österreich allerdings unter dem EU-Durchschnitt liegt. Über dem EU-Durchschnitt liegt die Frauenquote der EPU, die ebenfalls steigende Tendenz aufweist. Auffallend ist auch, dass immer mehr ältere Personen und AkademikerInnen eine EPU gründen. Der Bericht weist darüber hinaus 116.800 Erwerbstätige (19% der selbstständig Beschäftigten) als hybride UnternehmerInnen aus. Ihre Zahl stieg stärker als jene der Selbstständigen sowie der Erwerbstätigen insgesamt. Im internationalen Vergleich gehört Österreich neben Schweden und Dänemark zu den EU-Staaten mit dem höchsten Anteil hybrider UnternehmerInnen.

Start-up-Szene jung, gebildet und international

Auch die heimische Start-up-Szene beginnt sich zu etablieren. Dem Bericht liegen hier Befragungen zugrunde, wonach österreichische Start-up-GründerInnen großteils zwischen 25 und 39 Jahre alt sind und zumeist ein Universitätsstudium absolviert haben. Die Frauenquote liegt in diesem Bereich bei 12%. Drei Viertel der Start-ups sind auf internationalen Märkten aktiv und erzielen Exportumsätze. Für die Finanzierung greifen Start-ups auf das eigene Ersparte (81%), öffentliche Förderungen (55%) und Business-Angels (33%) zurück.

Eine höhe Vielfalt weisen die österreichischen Unternehmen aber auch in Bezug auf ihr Stadium im Unternehmenszyklus auf. So gab es 2016 mehr als 3.000 schnell wachsende Unternehmen, deren Anteil an den Arbeitgeberunternehmen ab zehn Beschäftigten bei 6,7% lag. Etwa ein Viertel aller Arbeitgeberbetriebe – rund 41.000 Unternehmen – stehen in den kommenden zehn Jahren in der Phase der Unternehmensübergabe.

"Small Business Act" attestiert Österreich Fortschritte bei KMU-freundlichen Rahmenbedingungen

Von großen Fortschritten bei der Implementierung KMU-freundlicher Rahmenbedingungen spricht der Bericht auch im Zusammenhang mit dem "Small Business Act" der Europäischen Union. Das aktuelle Datenblatt stelle der österreichischen KMU-Politik ein sehr gutes Zeugnis aus, heißt es. So liege die Performance der heimischen KMU insbesondere in den Bereichen "Weiterqualifizierung und Innovation", "Binnenmarkt" sowie bei "Nachhaltigkeit, Umwelt und Energie" über dem EU-Durchschnitt. (Schluss) hof