Diese Seite als Lesezeichen hinzufügen

Parlamentskorrespondenz Nr. 87 vom 01.02.2019

Themenfelder:
Parlamentarismus
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Demokratie/Parlamentsdirektion/Sobotka

Demokratie gehört gepflegt

Aktivitäten zu Demokratievermittlung durch das Parlament werden ausgebaut

Wien (PK) – "Jede Generation muss sich ihr Verständnis von Demokratie neu erarbeiten und verteidigen", sagt Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. "Die Demokratie ist nichts Selbstverständliches, sie muss gepflegt und weiterentwickelt werden – und zwar von jeder Staatsbürgerin und jedem Staatsbürger." Für Parlamentsdirektor Harald Dossi ist Wissen über die Grundsätze der parlamentarischen Demokratie und darüber, wie sie funktioniert, eine Grundsäule der Pflege und Weiterentwicklung der Demokratie. Das Parlament soll künftig noch mehr den Schwerpunkt auf Demokratievermittlung und neue Akzente setzen. "Wir haben bereits ein sehr breites und in die Tiefe gehendes Angebot zur Demokratievermittlung", sagt Parlamentsvizedirektorin Susanne Janistyn-Novák. "Wir wollen es analysieren, verfeinern und ausbauen." Dafür wurde kürzlich ein Projekt ins Leben gerufen. Vorarbeiten dazu gab es bereits in der zweiten Jahreshälfte 2018.

Zur Demokratievermittlung sind in den letzten Jahren unterschiedliche Programme mit verschiedensten Ansätzen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten gestartet worden. Es gibt Angebote für Schulen in allen Stufen, für Lehrlinge und in der Erwachsenenbildung – bis hin zu Angeboten für Senioren. Führungen im Parlament und andere Aktivitäten des Parlaments, wie die Demokratiewerkstatt und "Demokratie in Bewegung" liefern wichtige Beiträge. Im Dienst "Information und Öffentlichkeit" wurde in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Projekten und Initiativen gesammelt. In einem 384 Seiten starken, für die Situationsanalyse gedachten Band wurde abgebildet, wie und wo überall Menschen in Österreich sich über Demokratie und ihre Funktionsweise informieren können.

Gruppendiskussionen mit verschiedenen Ansprechpartnern

Jetzt wurde mit dieser Zusammenstellung als Basis ein Projekt gestartet, in dem in einem ersten Schritt die didaktischen Ansätze der Programme analysiert werden sollen. Zur inhaltlichen Beratung wird Dirk Lange, Professor für Didaktik der Politischen Bildung am Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien, zur Verfügung stehen. Er wird die bestehenden Demokratievermittlungsinitiativen bewerten. Danach soll in mehreren Gruppendiskussionen mit verschiedenen Ansprechpartnern (z. B. LehrerInnen, SchülerInnen, BildungssprecherInnen der Fraktionen, VertreterInnen der Landtage) unter anderem die Frage beantworten werden, wie Demokratie am wirkungsvollsten vermittelt werden kann. Parallel dazu wird das erst kürzlich vom Parlament erfolgreich erprobte Instrument des Crowdsourcings wieder zum Einsatz kommen. Es hat den Anspruch, breite Bevölkerungsgruppen in die Beantwortung dieser Frage einzubeziehen und "virtuelle Fokusgruppendiskussionen" mit ihnen zu führen. Ende Mai findet in Wien eine Konferenz von Parlamentsverantwortlichen für die Demokratievermittlung und Besucherzentren statt; sie wird den Schwerpunkt auf dem Einsatz digitaler Medien haben.

Ziel dieser umfassenden Diskussionsformate ist es, Handlungsfelder für den Ausbau der Demokratievermittlung zu identifizieren und in weiteren Projekten umzusetzen. Der diesbezügliche Bericht soll bis Sommer vorliegen. (Schluss) gb