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Parlamentskorrespondenz Nr. 207 vom 04.03.2019

Themenfelder:
Frauen/​Inneres/​Justiz
Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/​Gewalt an Frauen/​Interventionsstelle/​Bures

Bures: "Opferschutz muss im Zentrum überparteilicher Anstrengung stehen"

Pressekonferenz zur internationalen Fachkonferenz zum Schutz gewaltbetroffener Frauen am 5. und 6. März im Parlament

Wien (PK) – Im Rahmen des parlamentarischen Dialogs "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" sowie anlässlich des mehr als 20-jährigen Bestehens der Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie informierten die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures und die Geschäftsführerin der Interventionsstelle Rosa Logar heute über die am 5. und 6. März 2019 im Parlament stattfindende internationale Fachtagung "Das Recht auf ein Leben frei von Gewalt! Stärkung, Unterstützung und Schutz für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder in Österreich und Europa".

Die Interventionsstellen, die auf das Gewaltschutzgesetz aus dem Jahr 1997 zurückgehen, bezeichnete die Zweite Nationalratspräsidentin als "Herzstück" der damit einhergehenden Gewaltschutzmaßnahmen. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien stets die ersten, die Frauen und Kindern im Bedarfsfall zur Seite stehen. "Durch ihre Tätigkeit schützen die Interventionsstellen Frauenleben", so Bures. Im Fokus der Konferenz sollen daher die Erfahrungen jener Expertinnen und Experten stehen, die tagtäglich häusliche Gewalt miterleben und Gewaltopfer begleiten. "Das Zuhören ist wesentlich", sagte Bures, daher sei ihr auch der Dialog so wichtig – dazu lud sie die Vertreterinnen und Vertreter aller Parlamentsparteien ein.

Rosa Logar bedankte sich für die Möglichkeit, der Bedeutung der Opferarbeit der Interventionsstellen mittels der Konferenz eine parlamentarische Plattform zu bieten. Sie gab einen Rückblick auf die bisherige Arbeit der Wiener Interventionsstelle, die seit 1988 rund 90.000 Opfer in Gewaltsituationen beraten und unterstützt hat. Leider könne man aber nur "kurzfristige Krisenhilfe" leisten, da pro Opfer nur 5,5 Stunden zur Verfügung stünden, erklärte Logar. Da sich Gewalt fortsetze, brauche es für die Opfer aber auch längerfristige Unterstützung, äußerte sie ihr Anliegen um mehr finanzielle und personelle Unterstützung.

Eröffnet wird die Konferenz am 5. März 2019 um 9 Uhr von der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures und der Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend Juliane Bogner-Strauß im Dachfoyer der Hofburg. Rosa Logar wird einen Kurzfilm präsentieren. Es folgen Panels und Vorträge zur Rolle der Frauenberatungseinrichtungen in der Gewaltbekämpfung, der Verpflichtung des Staats zum Opferschutz sowie über den Beitrag europäischer Institutionen zum Recht von Frauen und Kindern auf ein Leben ohne Gewalt.

Teilnehmen werden unter anderem UN-Sonderberichterstatterin Dubravka Simonovic, die Leiterin der Abteilung für Menschenrechte im Europarat, Daniele Cangemi, Therese Murphy vom Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Polizei, verschiedener NGOs und aller Parlamentsparteien.

In verschiedenen Workshops findet ein Austausch zu aktuellen Handlungsbereichen statt, etwa zu Gewalt und Hass gegen Frauen im Netz oder zu Gewaltschutz im Kontext von Migration und Flucht. Die Frauensprecherinnen der im Nationalrat vertretenen Parteien werden am zweiten Tag der Konferenz zur Umsetzung der Istanbul-Konvention und des GREVIO-Berichts Stellung nehmen. (Schluss) fan

HINWEIS: Fotos von dieser Pressekonferenz finden Sie auf der Website des Parlaments unter www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV .