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Parlamentskorrespondenz Nr. 335 vom 01.04.2019

Themenfelder:
Bildung
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Anträge/​Bildung

Neu im Unterrichtsausschuss

Sexualpädagogik, Wirtschaftswissen, Lehrerdienstrecht, Medienbildung für Erwachsene

Wien (PK) – Gegen die schulischen Angebote des Sexualkundevereins "Teen Star" macht die SPÖ in einem aktuellen Antrag an Bildungsminister Heinz Faßmann mobil. Die NEOS richten in ihren Forderungen den Fokus auf die wirtschaftliche Bildung von PflichtschülerInnen, auf das Lehrerdienstrecht sowie die Medienkompetenz von Erwachsenen.

Positiver Zugang zu Sexualität

Gemeinsam mit SPÖ-Diversitysprecher Mario Lindner fordert die sozialdemokratische Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid, die Workshops des Vereins "Teen Star" an Schulen umgehend zu untersagen (708/A(E)). Der Verein missachte in seiner Sexualkundevermittlung die im Grundsatzerlass Sexualpädagogik festgelegten Qualitätskriterien wie Wertfreiheit und Wissenschaftlichkeit, weisen die AntragstellerInnen auf Berichte über negative Zugänge von Teen Star zu Verhütung und Homosexualität hin.  Obwohl 2017 auch das Bundeszentrum für Sexualpädagogik Alarm geschlagen habe, gebe es vom Bildungsministerium bislang keine Konsequenzen, kritisieren Lindner und Hammerschmid. 

Frühe Förderung von Unternehmertum

Wirtschaftliches Denken und das Wissen über unternehmerisches Handeln gehöre bereits in der Pflichtschule vermittelt, betonen die NEOS. Ihr Bildungssprecher Douglas Hoyos-Trauttmansdorff erwartet daher von Bildungsministerium und Wirtschaftsministerium eine Evaluierung derzeit bestehender Ansätze der "Entrepreneurship Education" im Pflichtschulbereich. Auf dieser Grundlage sei ein Konzept zur fixen Integration wirtschaftlichen Fachwissens in die Lehrpläne zu erstellen (689/A(E)). Als Beispiele für entsprechende Unterrichtsinitiativen nennt Hoyos-Trauttmansdorff Programme wie "youthstart.eu" und "Initiative for Teaching Entrepreneurship".

Modernes Anstellungsverhältnis für LehrerInnen

Mit der Forderung (693/A(E)) nach einem Rahmen-Kollektivvertrag für sämtliche angestellte MitarbeiterInnen an Schulen greift Hoyos-Trauttmansdorff ein langjähriges Anliegen der NEOS auf. Das 2013 beschlossene neue Lehrerdienstrecht sei unzeitgemäß und biete keinen ausreichenden Handlungsspielraum für eine standortgerechte Personal- und Organisationsentwicklung, so seine Kritik. Ein bundesweiter Rahmenkollektivvertrag dagegen würde nicht nur bei Einkommen, Arbeitszeit und Kündigungsmöglichkeiten moderne Standards setzen, sondern auch das Professionsverständnis der LehrerInnen stärken.

Gesellschaftliche Bedeutung von Medienkompetenz

Desinformationskampagnen vulgo "Fake News" sind in den Augen von Hoyos-Trauttmansdorff eine reale Gefahr für vermeintlich stabile demokratische Systeme. Dem Bildungsbereich komme bei der Bekämpfung von Manipulationsversuchen große Bedeutung zu, da medienkompetente BürgerInnen die Grundlage für eine gegen Fehlinformation widerstandsfähige Gesellschaft seien. Entsprechende Bildungsangebote stellten allerdings zumeist auf Kinder und Jugendliche ab, gibt der NEOS-Bildungssprecher zu bedenken. In der Erwachsenenbildung werde das Thema verantwortungsvolle Mediennutzung dagegen vernachlässigt, urgiert er die Vorlage eines Plans, wie Medienkompetenz nachhaltiger Teil des lebenslangen Lernens werden kann (677/A(E)). (Schluss) rei