Suche
Diese Seite als Lesezeichen hinzufügen

Parlamentskorrespondenz Nr. 455 vom 29.04.2019

Themenfelder:
Bildung
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Anträge

Neu im Unterrichtsausschuss

Oppositionsanträge: Gewaltschutz, Sexualbildung, SportpädagogInnen, Sonderschulen

Wien (PK) – Bildungspolitisch relevante Anliegen des im Nationalrat bereits behandelten Frauenvolksbegehrens bringt die SPÖ mit eigenen Anträgen in den Unterrichtsausschuss. Konkret geht es dabei um Gewaltschutzprogramme an Schulen und um die Sicherstellung eines zeitgemäßen Sexualkundeunterrichts. Überdies fordert die größte Oppositionspartei konkrete Maßnahmen, um SchülerInnen im Spitzensport vor Übergriffen durch ihre PädagogInnen besser zu schützen. Die Liste JETZT erwartet von der Regierung, dass den Ursachen von Arbeitslosigkeit bei SonderschulabsolventInnen wissenschaftlich auf den Grund gegangen wird. Außerdem schlägt die jüngste Fraktion im Parlament konkrete Schritte vor, die QuereinsteigerInnen den Einstieg in den Lehrberuf erleichtern.

SPÖ: Forderungen des Frauenvolksbegehrens umsetzen

Im Sinne des Frauenvolksbegehrens appellieren die SPÖ-Abgeordneten Mario Lindner und Sabine Schatz an die Regierung, ressortübergreifend die Sensibilisierungsprogramme zum Thema Gewaltschutz zu stärken. Bildungsminister Heinz Faßmann wird dabei in seiner Zuständigkeit für den Schulbereich angesprochen, wobei die AntragstellerInnen für diese Maßnahmen wie auch für Präventionsprogramme und Antigewalttrainings für Gefährdende die RessortchefInnen der Bereiche Justiz, Inneres und Frauen genauso in der Verantwortung sehen (755/A(E)).

Speziell an Faßmann herangetragen wird von Lindner und Schatz gemeinsam mit SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid das Anliegen im Volksbegehren, flächendeckende Bildungsangebote zu den Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in den Schulen zu implementieren. Die Finanzierung damit betrauter externer Anbieter und Beratungsstellen sei sicherzustellen. Entscheidend sei überdies, dass die vorgetragenen Inhalte mit dem Grundsatzerlass Sexualpädagogik übereinstimmen (756/A(E)).

SPÖ: Gewalttätigen Unterricht im Spitzensport unterbinden

Die schweren Vorwürfe gegen die Ballettakademie der Wiener Staatsoper hinsichtlich dort praktizierter Unterrichtsmethoden rufen die SPÖ auf den Plan. In einem Antrag (722/A(E)) fordert Bildungssprecherin Hammerschmid sowohl Bildungsminister Faßmann als auch Sportminister Heinz-Christian Strache auf, bis Ende 2019 ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen Gewalt, Drill und sexuelle Übergriffe gegen SchülerInnen im Spitzensport zu erarbeiten. Zentral darin sei eine verpflichtende BallettpädagogInnenausbildung, eventuell in Kooperation mit den Bundessportakademien. Zur Prävention sexualisierter Gewalt an Schulen mit sportlichen Schwerpunkten brauche es für deren TrainerInnen außerdem eine auf das Kindeswohl abstellende Qualitätssicherung bei der pädagogischen Aus- und Fortbildung.

JETZT: SchülerInnen mit Behinderung mehr Chancen am Arbeitsmarkt geben

Nach Ansicht von Stephanie Cox, Bildungssprecherin der Liste JETZT, ist der Zusammenhang zwischen der Bildungslaufbahn von Menschen mit Behinderung und ihren Chancen am Arbeitsmarkt genauer zu untersuchen. Eine entsprechende Studie solle den Anstoß zur evidenzbasierten Weiterentwicklung des Schulsystems geben (762/A(E)). So vermutet Cox, AbsolventInnen einer Sonderschule hätten aufgrund gesellschaftlicher Ressentiments Probleme, sich beruflich zu integrieren. Immerhin zeigten aktuelle Statistiken des Arbeitsmarktservice einen Anstieg der Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung.

JETZT: QuereinsteigerInnen den Einstieg ins Schulsystem vereinfachen

Die bestehende Rechtslage bietet laut Cox Möglichkeiten, vermehrt QuereinsteigerInnen an Schulen anzustellen, um nicht zuletzt dem wachsenden Lehrkräftemangel beizukommen. In ihrem Antrag (777/A/(E)) auf Ermöglichung und Bewerbung berufsbegleitender Lehramtsstudien für anderweitig ausgebildete AkademikerInnen verweist die JETZT-Bildungssprecherin auf das Hochschulgesetz 2005, das ein verkürztes Lehramtsstudium für die Sekundarstufe Allgemeinbildung auch für AbsolventInnen anderer (Lehramts)-Studien vorsehe. Zudem sei ein System zur Anrechnung von Vorqualifikationen zu schaffen, so Cox, die hier vor allem jene QuereinsteigerInnen im Blickfeld hat, die bereits über Sonderverträge als Lehrkräfte tätig sind. (Schluss) rei