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Parlamentskorrespondenz Nr. 1040 vom 30.10.2019

Themenfelder:
Verkehr
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Berichte/​SUB

Hohes Sicherheitsniveau von Schiene, Schifffahrt, Seilbahnen und Zivilluftfahrt in Österreich

Sicherheitsbericht der SUB  2018 lobt steigende Meldekultur bei Verkehrsträgern abseits der Straße

Wien (PK) – Der jährliche Bericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) basiert auf den Zahlen und Daten über sicherheitsrelevante Ereignisse im Verkehr abseits der Straße, die an die Stelle gemeldet wurden. Die gemeldeten Ereignisse betreffen die Schiene, die Schifffahrt, die Seilbahnen und die Zivilluftfahrt in Österreich. Der Bericht für das Jahr 2018 liegt dem Nationalrat vor (III-338 d.B.).

Die SUB nimmt dabei ihre Aufgaben unabhängig von allen Behörden und Parteien sowie öffentlichen und privaten Stellen, deren Interessen mit ihren Aufgaben kollidieren könnten, wahr. Ihre zentrale Aufgabenstellung ist die Untersuchung von Unfällen und Störungen durch ein qualifiziertes Untersuchungsverfahren, die Feststellung der möglichen Ursachen und die Ausarbeitung von Sicherheitsempfehlungen als Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Untersuchung dient dabei nicht der Klärung von Schuld- oder Haftungsfragen, Untersuchungsberichte dürfen keine Feststellungen dazu treffen. Das Ziel ist vielmehr, mit den gewonnenen Erkenntnissen sowie den daraus abgeleiteten Maßnahmen die Verkehrssicherheit in den einzelnen Verkehrsbereichen zu erhöhen, hält der Bericht fest. Im Jahresbericht 2019 werden zwei Sicherheitsempfehlungen im Schienenbereich und acht im Bereich Zivilluftfahrt angeführt, welche die SUB von Ende 2017 bis Anfang 2019 ausgesprochen hat.

Weiterer Rückgang der Unfälle im Schienenverkehr im Jahr 2018

Mit insgesamt 2.750 gemeldeten Vorfällen im Schienenverkehr im Jahr 2017 setzte sich zum einen die steigende Tendenz der Meldungen der letzten Jahre fort (2017: 2.496, 2016: 2.057, 2015: 1.957 Meldungen). Die SUB leitete im Berichtsjahr insgesamt fünf Sicherheitsuntersuchungen ein, da aus gesetzlichen Gründen Untersuchungspflicht bestand, gegenüber 15 Untersuchungen 2017.

Die Zahl der als Unfälle bewerteten Ereignisse ging 2018 weiter zurück und betraf 866 Meldungen (2017: 965, 2016: 1.191 gemeldete Unfälle). 16 Personen erlitten 2018 im Schienenbereich tödliche Unfälle, gegenüber 2017 mit 20 getöteten Personen war hier ein Rückgang zu verzeichnen. Einen Anstieg gab es allerdings bei den verletzten Personen: 66 Personen wurden schwer (2017: 50) und 98 leicht verletzt (2017: 177).

Ein weiterer Anstieg war auch bei den gemeldeten Störungen zu erkennen, von denen 1.421 verzeichnet wurden (2017: 1.157; 2016: 866). Diese steigende Zahl der Meldungen von Störungen wertet die SUB als Ergebnis einer verbesserten Meldekultur. Zudem werden "sonstige Ereignisse", also Ereignisse, für die eigentlich keine Meldepflicht besteht, seit 2017 ebenfalls in den Bericht aufgenommen. In dieser Kategorie waren 463 Ereignisse zu verzeichnen (2017: 374 Ereignisse).

Weiterhin nur wenige Vorfälle im Bereich Schifffahrt

In der Schifffahrt gab es laut SUB im Berichtsjahr 2018 insgesamt 29 gemeldete Vorfälle (2017: 45), von denen 15 als Unfälle gewertet wurden (2017: 14). Der Rest der Meldungen betraf Störungen. Während 2017 zwei Personen tödlich verunglückten, gab es 2018 keinen tödlichen Unfall, zwei Personen wurden allerdings schwer verletzt.

Wie bereits 2017, wurden auch 2018 keine Sicherheitsuntersuchungen im Bereich Schifffahrt eingeleitet, da es keine untersuchungspflichtigen Vorfälle gab, in zwei Fällen gab es aber erste Untersuchungen.

Mehr registrierte Vorfälle bei Seilbahnen aufgrund von verbesserter Meldekultur

Die Anzahl der gemeldeten Vorfälle im Verkehrsbereich Seilbahnen war über längere Zeit praktisch gleichbleibend, ist 2018 aber deutlich gestiegen. Insgesamt wurden 35 Meldungen über Vorfälle erstattet, wobei 33 als Unfälle und zwei als Störungen eingestuft wurden. In den beiden Jahren davor waren jeweils 17 Vorfälle registriert worden. Im Berichtsjahr ergab sich daher, wie bereits 2016 und 2017, keine Notwendigkeit für die SUB, eine Sicherheitsuntersuchung einzuleiten. Es gab keine Todesfälle bei Seilbahnunfällen, jedoch sechs schwer und zwölf leicht verletzte Personen.

Verkehrsbereich Zivilluftfahrt: Meldungen steigen weiter an

Die Anzahl der an die SUB gemeldeten Vorfälle bei der zivilen Luftfahrt ist auch 2018 wieder deutlich gestiegen und hat sich gegenüber dem Jahr 2017 (3.345 gemeldete Vorfälle) auf 6.747 verdoppelt. Die SUB sieht hier vor allem die Auswirkung strengerer Meldepflichten. In diesem Zusammenhang hält die SUB fest, dass die Anzahl untersuchungspflichtiger Vorfälle generell niedrig ist. Sie führt diese Entwicklung auf eine allgemeine, signifikante Verbesserung des Sicherheitsniveaus im Verkehrsbereich Zivilluftfahrt zurück. Die Zahl der Unfälle ist dabei zurückgegangen. Wurden 2017 insgesamt 121 Ereignisse als Unfälle eingestuft, waren es 2018 nur 96. Während 2017 daher 19 Sicherheitsuntersuchungen eingeleitet wurden, wurden 2018 nur neun begonnen. Die SUB sieht seit 2010 einen kontinuierlich fallenden Trend bei der Notwendigkeit von Sicherheitsuntersuchungen und hält fest, dass die Anzahl untersuchungspflichtiger Vorgänge insgesamt, gemessen an der Flugdichte, niedrig ist. Sie führt diese Entwicklung auf ein generell hohes Sicherheitsniveau in der Zivilluftfahrt zurück.

In zunehmendem Maße wirkt die SUB im Bereich der Zivilluftfahrt über so genannte akkreditierte VertreterInnen an Untersuchungen im Ausland beigezogen, da österreichische Unternehmen vermehrt als Hersteller von Bauteilen in der internationalen Luftfahrt vertreten sind. 2017 unterstützten 67 akkreditierte VertreterInnen andere Staaten bei Untersuchungen, 2018 waren es 94. (Schluss) sox