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Parlamentskorrespondenz Nr. 1213 vom 16.12.2019

Themenfelder:
Parlament allgemein
Format:
Veranstaltungen
Stichworte:
Parlament/​Podiumsgespräch/​Geschichte/​Sobotka

Sobotka: Der Fall des Eisernen Vorhangs war ein Meilenstein in der Entwicklung eines vereinten Europas

Nationalratspräsident besuchte österreichisch-tschechische Grenze

Wien (PK) - Im Rahmen eines Podiumsgesprächs in Laa an der Thaya umriss Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka die Entwicklung des östlichen Österreichs in den letzten 30 Jahren. Er sprach gemeinsam mit der Tochter des verstorbenen Außenministers der ehemaligen Tschechoslowakei Jiří Dienstbier, Monika Dienstbier-Arkai, über die damaligen Ereignisse und deren Konsequenzen. Die Diskussion fand mit Schülerinnen und Schülern aus Laa an der Thaya und Mikulov statt. Wolfgang Sobotka, Monika Dienstbier-Arkai und Bürgermeisterin Brigitte Ribisch schilderten, wie sie die Tage des Mauerfalls persönlich erlebten.

"Der Eiserne Vorhang war nicht nur eine militärische Grenzmaßnahme, sondern auch eine symbolische Grenze, die sich in den Köpfen der Menschen beider Seiten nachhaltig verankerte", sagte Sobotka. Die Grenzregionen Niederösterreichs hätten unter dieser Trennung besonders gelitten, meinte der Nationalratspräsident, weil jegliches gemeinsame kulturelle und wirtschaftliche Zusammenleben unterbunden wurde, das zuvor über Jahrhunderte bestand. "Österreich und Tschechien haben eine gemeinsame Geschichte, die Diskontinuitäten und Brüche aufweist, die das Leben vieler Menschen prägten. Es ist daher von besonderer Bedeutung, diese Geschichte auch gemeinsam aufzuarbeiten", so der Präsident des Nationalrats.

Anlässlich des 30. Jahrestags der Öffnung des Eisernen Vorhangs sollte man sich daher vergegenwärtigen, dass das vereinte Europa keine Selbstverständlichkeit ist, meinte Sobotka. Die nachkommenden Generationen würden ein geeintes Europa, das in den letzten beiden Jahrzehnten von Frieden, wirtschaftlicher Prosperität und politischem Dialog geprägt war, als selbstverständlich ansehen. "Dieses Europa - wie wir es heute kennen und lieben - ist aus einem Prozess der Veränderung entstanden. Ein Prozess, der von mutigen Menschen in Ost und West getragen wurde", so der Nationalratspräsident. Dieses Bewusstsein müsse man von Generation zu Generation weitergeben. Die Entwicklung der Europäischen Union sei noch nicht zu Ende, vielmehr gelte es, nach vorne zu schauen – etwa in Richtung der Staaten des Westbalkans. "Sie sind ein Teil Europas. Dort müssen wir in den nächsten Jahren den Fokus unseres Handelns sehen", sagte Sobotka.

Im Anschluss an das Podiumsgespräch erfolgte eine gemeinsame Wanderung zum ehemaligen Areal des Eisernen Vorhangs, wo eine Gedenktafel an die Durchtrennung des Stacheldrahts durch den damaligen österreichischen Außenminister Alois Mock und Jiří Dienstbier erinnert. (Schluss) red

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie auf der Website des Parlaments.