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Parlamentskorrespondenz Nr. 102 vom 31.01.2020

Themenfelder:
Verfassung
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Berichte/​Volksgruppen

Förderungen für Volksgruppen im Jahr 2018 bei rund 3,9 Mio. €

Bericht über die Volksgruppenförderung des Bundeskanzleramts liegt Nationalrat vor

Wien (PK) – Rund 3,9 Mio. € haben die sechs anerkannten österreichischen Minderheiten im Jahr 2018 unter dem Titel Volksgruppenförderung des Bundeskanzleramts erhalten. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Bundesregierung an den Nationalrat hervor (III-76 d.B.). Grundlegendes Ziel der Volksgruppenförderung in Österreich ist, Sprache und Kultur der Volksgruppen als Zeichen der Vielfalt zu erhalten.

Die meisten Fördermittel gingen wie schon in den Vorjahren an die slowenische und an die kroatische Volksgruppe (1,42 Mio. € und 1,14 Mio. €). Dahinter folgen die ungarische Volksgruppe mit 0,44 Mio. €, Roma (0,38 Mio. €) und die tschechische Volksgruppe (0,40 Mio. €). 0,12 Mio. € aus den Fördermitteln erhielt die slowakische Minderheit. Im Jahresvergleich blieben die Förderungen annähernd stabil: In den Jahren 2016 und 2017 waren jeweils 3,868 Mio. € im Budget für die Förderung der sechs Volksgruppen vorgesehen, die ausgeschütteten Beträge blieben in den beiden Jahren jeweils knapp darunter.

Aufgrund der Förderanträge flossen 2018 die Volksgruppenfördermittel zu 61% in die Strukturförderung (2,39 Mio. €) – davon überwiegend in Personalaufwand - und zu 39% in Projektförderungen (1,53 Mio. €). Dabei zeige sich, dass vor allem bei Volksgruppenorganisationen, die prioritär in der volksgruppensprachigen Kinder- und Jugendbildung aktiv sind, ein hoher Förderbedarf zur Abdeckung des Strukturaufwandes entstand. Dem Bericht zufolge können vor allem im diesem Bereich die Ziele der Volksgruppenförderung durch Strukturförderungen z.B. für Kinderbetreuungseinrichtungen und Lernhilfeorganisationen besonders effektiv verfolgt werden.

Die Verteilung auf die fünf Fördersparten in der Projektförderung ergibt einen Anteil von 42% an Medien - mit vorwiegend volksgruppensprachlichen Zeitungen -, 28% Kultur, 20% Bildung und je 5% Sport sowie Wissenschaft und Forschung.

Insgesamt teilten sich die Fördermittel im Jahr 2018 auf rund 160 Einrichtungen und Vereine auf. Größter Einzelfördernehmer war im vergangenen Jahr mit 330.750 € der Schulverein Komensky in Wien, der einen durchgängigen Bildungszug in Tschechisch bzw. Slowakisch vom Kindergarten bis zur Matura anbietet. Sechsstellige Förderbeträge – 100.000 € oder mehr – erhielten außerdem der Verein für Roma (Romano Centro), das Kroatische Kultur- und Dokumentationszentrum im Burgenland (hkdc), der Kroatische Presseverein, der Kroatische Kulturverein im Burgenland (HKD), der Burgenländisch-Ungarische Kulturverein, das Roma-Service, der Zentralverband slowenischer Organisationen in Kärnten, das Kroatische Zentrum für Kultur, Bildung und Politik (Hrvatski centar), die Volkshochschule der Burgenländischen Kroaten (hnvš) und die kroatische Sektion im Pastoralamt der Diözese Eisenstadt. (Schluss) mbu