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Parlamentskorrespondenz Nr. 571 vom 04.06.2020

Themenfelder:
Wirtschaft
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Bericht/​Tourismus

2019 war Erfolgsjahr für den heimischen Tourismus

Bericht über Tourismus in Österreich im Jahr vor der Corona-Krise

Wien (PK) – Wie in den Jahren zuvor war der Tourismus in Österreich auch 2019 eine tragende Säule der Wirtschaft. Mit 46 Millionen Gästen und 153 Millionen Nächtigungen wurden neuerlich die bisherigen Höchstmarken überschritten. Die Gesamtentwicklung 2019 wurde demnach zum überwiegenden Teil von internationalen Gästen bestimmt, die 69% der Ankünfte und 73,8% der Übernachtungen in Österreich stellten. Der Anteil der touristischen Wertschöpfung am Bruttoinlandsprodukt belief sich auf 7,3%.

Die Freude über die Erfolge 2019 ist jedoch in Anbetracht der existenziellen Krise, die COVID-19 nunmehr über die weltweite Tourismusbranche gebracht hat, leider verflogen, räumt Ministerin Elisabeth Köstinger im Vorwort des entsprechenden Berichts zum Tourismus in Österreich 2019 ein, der dem Nationalrat nun vorliegt (III-138 d.B.). Die gesamte Branche habe Corona-bedingt eine Vollbremsung in bis dahin unbekanntem Ausmaß hingelegt.

Die Ministerin geht in der Einleitung auf die Maßnahmen der Bundesregierung ein, die die schlimmsten Folgen der Corona-Pandemie für den Tourismus mildern sollen und nennt etwa Haftungsübernahmen für Überbrückungskredite, Steuerstundungen, Kreditmoratorien, das Kurzarbeitsmodell, den Härtefall-Fonds für Klein- und KleinstunternehmerInnen und PrivatzimmervermieterInnen sowie den Corona-Hilfsfonds. Für 2020 sei schon jetzt gewiss, dass die österreichische Tourismuswirtschaft aufgrund der massiven Einschränkungen durch Schließungen bzw. Betretungsverbote von Beherbergungsbetrieben, Seilbahnen, Freizeiteinrichtungen, Gastronomie- und Handelsbetrieben sowie durch den Einbruch der inländischen und ausländischen Nachfrage durch Einschränkungen der Bewegungsfreiheiten, durch Grenzschließungen, dem Verbot von Veranstaltungen etc. mit stark sinkenden Erlösen konfrontiert sein wird.

Zwischenbilanz Masterplan Tourismus

Festhalten will Köstinger weiterhin an den im "Plan T – Masterplan für Tourismus" definierten Eckpfeilern, der im März 2019 präsentiert wurde. Er verankere Nachhaltigkeit als Grundprinzip für den österreichischen Tourismus. So wurde in ersten Umsetzungsschritten etwa im Bereich Digitalisierung die Österreich Werbung als Drehscheibe installiert. Einzelne weitere Schwerpunkte liegen bei Förderungen von familiengeführten Betrieben, im fairen Wettbewerb betreffend Sharing Economy-Plattformen, in der Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, beim Thema Klimawandel und beim touristischen Arbeitsmarkt, Stichwort Mangelberufsliste.

Außerdem soll ein neues, zukunftsgerichtetes Indikatorensystem einen breiten Überblick über die Entwicklung der Tourismusbranche geben. Der Fokus liege dabei auf dem Tourismus-Satellitenkonto: Ziel sei, alle Aspekte der Entwicklung des österreichischen Tourismus zu beleuchten sowie alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – die ökonomische, die ökologische und die soziokulturelle – abzubilden. So wird für 2019 neben dem Energiemix in Beherbergung und Gastronomie etwa auch der Anteil erneuerbarer Energieträger und der Energieverbrauch pro Nächtigung angeführt. Aber auch Gästezufriedenheit und Tourismusakzeptanz werden nun erhoben und im Bericht dargestellt.

Rückschau auf Tourismusjahr 2018/19

Im Tourismusjahr 2018/19 (November 2018 bis Oktober 2019) standen österreichweit rund 1,13 Mio. Betten (ohne Campingplätze) zur Verfügung. Sie verteilten sich mit rund 831.400 Betten zu 73,3% auf gewerbliche und mit ca. 302.400 Betten zu 26,7% auf private Unterkünfte. Im Vergleich zu 2017/18 stieg demnach die Bettenzahl um 1%. Dem Tourismus-Satellitenkonto (TSA) zufolge dürfte der Tourismuskonsum in Österreich 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9% auf 38,1 Mrd. € gestiegen sein.

Der mit Abstand wichtigste Herkunftsmarkt im österreichischen Tourismus bei Nächtigungen aus dem Ausland war 2019 nach wie vor Deutschland (50,3%), gefolgt von den Niederlanden mit 9,2%. Die durchschnittliche Nächtigungsdauer 2019 wird mit 3,3 Nächten beziffert, was einem Minus von 1% gegenüber dem Vorjahr gleichkommt.

Laut TSA-Beschäftigungsmodul waren in Vollzeitäquivalenten 2018 rund 222.100 Selbst- und Unselbstständige in charakteristischen Tourismusindustrien tätig, um 4,1% mehr als 2017. Ihr Anteil an den Erwerbstätigen insgesamt betrug 5,7%. Knapp drei Viertel dieser direkt im Tourismus Beschäftigten entfielen laut Bericht auf die Kernbereiche Gastronomie (45,8%) und Beherbergung (27,3%). Unter Mitbetrachtung indirekter Beschäftigungseffekte bzw. in allen Wirtschaftsbereichen ausgelöster Beschäftigungswirkungen kommt der Bericht für 2018 auf rund 305.900 Erwerbstätige in dem Sektor, alles auf Basis Vollzeitäquivalente, und damit auf einen Wert von 7,8 % der österreichweiten Gesamtbeschäftigung. Der relativ hohe Frauenanteil bei den Beschäftigungszahlen lag in dem Bereich 2019 bei 56%, der Anteil an AusländerInnen bei 51,7%.

Für die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) als wichtigen Finanzierungspartner der Tourismuswirtschaft war das abgelaufene Jahr 2019 ein Jahr der Rekorde. Laut Bericht gab es 748 Förderungsfälle mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 704 Mio. € und einem geförderten Kreditvolumen mit 245 Mio. €.

Neben der ÖHT ist die Österreich Werbung (ÖW) zentrales Steuerungsinstrument auf Bundesebene, um in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft maßgebliche Wirkungen zu erzielen und tourismuspolitische Vorhaben umzusetzen. Laut Bericht für das Jahr 2019 bearbeitete die ÖW mit ihren 21 Auslandsvertretungen 28 internationale Herkunftsmärkte und unterstützt etwa mit NETA, einer Netzwerkinitiative an der Schnittstelle zwischen Österreichs traditionellen Tourismusstrukturen und der globalen Travel & Communication Tech-Szene, die Tourismusbranche bei Digitalisierungsfragen. (Schluss) mbu