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Parlamentskorrespondenz Nr. 668 vom 23.06.2020

Themenfelder:
Forschung/​Bildung
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Berichte/​IST Austria

Dritte Evaluierung des IST Austria zeigt dynamische Entwicklung

ExpertInnen empfehlen planmäßigen Ausbau der Professuren

Wien (PK) - Das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) wird alle vier Jahre einer Evaluierung unterzogen. Nun liegt der Bericht über die dritte Evaluierung des Instituts vor, die von einem internationalen Evaluierungskomitee durchgeführt wurde und die den Zeitraum 2016 bis 2019 umfasst (III-146 d.B.). Nach Einschätzung der ExpertInnen hat das Institut eine dynamische Entwicklung durchgemacht und ist nach zehn Jahren seines Bestehens eindeutig auf dem Weg, seine angestrebten Ziele zu erreichen und sich in der internationalen Spitzenforschung zu etablieren. Wichtig ist dabei aber nach Meinung der ExpertInnen, dass die österreichische Bundesregierung und das Land Niederösterreich ihre Langzeitverpflichtungen einhalten und dem IST Austria weiterhin komplette akademische Freiheit bei der Wahl seiner Forschungsgebiete und Strategien einräumen. Das Komitee hat in diesem Sinne aus seiner Evaluierung insgesamt fünf Empfehlungen für eine positive Weiterentwicklung des Instituts abgeleitet.

So sollte nach Ansicht der ExpertInnen die Wachstumsrate des IST Austria weiterhin bei rund fünf ProfessorInnen pro Jahr liegen. Das sei notwendig, damit bis zum Jahr 2026 der angestrebte Stand von 90 ProfessorInnen und bis 2036 der weitere Meilenstein von 150 ProfessorInnen erreicht werden kann. Dafür müsse aber die österreichische Bundesregierung die Finanzierung für die Periode von 2026 bis 2036 zusagen und das Bundesland Niederösterreich sich weiterhin zu einem entsprechenden Bauprogramm verpflichten, zusammen mit einer Vereinbarung, dass das IST Austria volle Kontrolle über alle Tätigkeiten auf dem Campusgelände haben werde.

Das Manangement des IST Austria hat die administrative Leitung des Instituts unterdessen in drei Forschungsbereiche unterteilt, denen je ein/e vom Präsidenten eingesetzte/r ProfessorIn für drei Jahre vorsteht. Diese neue Struktur müsse aber flexibel bleiben, halten die ExpertInnen fest. Sie empfehlen Konsultationsmechanismen innerhalb des Instituts. Diese würden ProfessorInnen stärken, Assistant Professors eine Stimme geben und allen mehr Möglichkeiten einräumen, die Zukunft des Instituts mitzugestalten.

Das Evaluierungskomitee unterstützt auch das Anliegen des IST Austria, ein kombiniertes Master-PhD-Programm anbieten zu können. Das Komitee hofft auf eine baldige Gesetzesänderung, die das ermöglicht. Damit könnte auch die Wettbewerbsfähigkeit des Instituts gesteigert werden.

Dem IST Austria wird empfohlen, seine Bemühungen in Richtung einer starken Präsenz im Bereich Chemie zu intensivieren.

Wichtig ist laut den ExpertInnen auch, dass der Frauenanteil im Professorenkollegium weiter gesteigert wird. Die Bemühungen dazu seien besonders in den Bereichen Mathematik, Physik und Informatik fortzusetzen, empfehlen sie.

Kritisch sah das Evaluierungspanel die starke Abhängigkeit vom European Research Council, bei dem das IST Austria besonders erfolgreich ERC-Grants einwirbt. Eine stärkere Diversifizierung bei den Drittmittel- und Förderquellen wird daher empfohlen. (Schluss) sox