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Parlamentskorrespondenz Nr. 1199 vom 16.11.2020

Themenfelder:
Kultur/​Kunst
Format:
Parlamentarische Materialien
Stichworte:
Nationalrat/​Berichte/​Kogler/​Mayer

Budget für Kunst und Kultur betrug 2019 rund 439,46 Millionen Euro

Kunst- und Kulturbericht 2019 zeigt die Fördermaßnahmen für den Kulturbereich im Jahr vor der COVID-19-Pandemie

Wien (PK) – "Wie ein Bericht aus einer anderen Zeit" wirkt nach den Worten von Vizekanzler und Bundesminister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport Werner Kogler und der Staatssekretärin für Kunst und Kultur Andrea Mayer der Kunst- und Kulturbericht für das Jahr 2019. Denn das Kompendium, das dem Nationalrat vorliegt, stellt die Kunst- und Kulturfinanzierung eines Jahres dar, in dem noch niemand ahnte, welche gravierenden Auswirkungen die COVID-19-Pandemie auf den privaten Alltag wie auf das öffentliche und gesellschaftliche Leben – und damit auf die Grundvoraussetzung für Kunst und Kultur – haben würde.

Um unter anderem auch für KünstlerInnen einen finanziellen Ausgleich zu schaffen, seien der Härtefallfonds bei der Wirtschaftskammer Österreich, der COVID-19-Fonds beim Künstler-Sozialversicherungsfonds und der Überbrückungsfonds bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen eingerichtet worden, betonen der Kulturminister und die Staatssekretärin. Zudem sei ein weiterer wichtiger Fonds, der NPO-Unterstützungsfonds im Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport zur Unterstützung gemeinnütziger Organisationen und Vereine geschaffen worden. Kogler und Mayer zeigen sich daher zuversichtlich, dass längerfristig der Weg zurück zur Normalität des Kunst- und Kulturlebens in einer gemeinsamen Anstrengung bewältigt werden kann.

Budget für Kunst und Kultur 2019 leicht gestiegen

Der Kunst- und Kulturbericht 2019 umfasst die Amtszeit der Bundesminister Gernot Blümel und Alexander Schallenberg und stellt die umfangreiche Tätigkeit der Sektion für Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt vor. Um größtmögliche Transparenz über den Einsatz der Fördermittel zu erreichen, schlüsselt der jährlich erstellte Bericht die Unterstützungsleistungen des Bundes für Kunst und Kultur in Österreich im Detail auf. Laut dem Kunst- und Kulturbericht 2019 (III-174 d.B.) ist das Kulturbudget erneut leicht angestiegen. Lag es 2018 bei rund 437,55 Mio. €, so stellte der Bund 2019 für Kunst und Kultur ein Budget von rund 439,46 Mio. € zur Verfügung.

Um eine Vergleichbarkeit des Budgets für die einzelnen Bereiche über die Jahre hinweg zu gewährleisten, schlüsselt der Kunst- und Kulturbericht die Förderungen nach der auch von der Statistik Austria und den Bundesländern verwendeten LIKUS-Systematik (Länderstatistik Kulturinitiative) auf. Wie dem Bericht zu entnehmen ist, blieb die Mittelverteilung in den Sparten weitgehend gleich. Der Rückgang im Bereich Bibliothekwesen 2019 ergibt sich daraus, dass 2018 eine einmalige Investition für das Haus der Geschichte Österreich, das bei der Österreichischen Nationalbibliothek angesiedelt ist, erfolgte. Dasselbe gilt bei Musik, wo 2018 für Sanierungsarbeiten eine Sonderzahlung an die Wiener Konzerthausgesellschaft geleistet wurde. 2019 erhöhte sich dafür aufgrund einer Sonderzahlung für die Sanierung des Volkstheaters Wien der Betrag für darstellende Kunst. Die Schwankungen in anderen Bereichen lagen im Bereich des Üblichen oder hatten rein administrative bzw. finanztechnische Ursachen, heißt es im Bericht.

Demnach flossen 2019 die Mittel des Kunst- und Kulturbudgets nach LIKUS-Kategorien aufgeschlüsselt in folgender Verteilung: Museen, Archive, Wissenschaft erhielten 113.212.204,80 € (2018: 107.334.423,08 €). Baukulturelles Erbe und Denkmalschutz wurden mit 31.607.749,69 € (2018: 30.873.894,12 €) gefördert, Heimat- und Brauchtumspflege mit 502.000 € (2018: 505.000 €). Im Bereich der Literatur flossen 10.220.054,97 € (2018: 10.579.084,03 €) in vielfältige Unterstützungsmaßnahmen (Förderungen für Vereine, Veranstaltungen und Projekte, Publikationsförderung, Stipendien und Prämien, Literaturübersetzung und Preise). Das Bibliothekswesen wurde mit 29.460.836,09 € (2018: 35.484.609,51 €), der Bereich Presse mit 919.904 € (2018: 896.007 €) gefördert.

Zu den besonders großen Förderbereichen zählen die Musik mit 9.051.510,80 € (2018: 10.080.011,69 €), die darstellende Kunst mit 185.561.834 € (2018: 181.985.541 €) sowie bildende Kunst und Fotografie mit 9.568.168,88 € (2018: 9.548.305,13 €). Für Film, Kino und Medienkunst stellte der Bund im Jahr 2019 insgesamt 26.305.898,57 € (2018: 26.982.184,44 €) bereit. An Kulturinitiativen gingen 4.794.643,32 € (2018: 4.569.480 €), für internationalen Kulturaustausch wurden 1.644.484,06 € (2018: 1.960.300,34 €) aufgewendet. In Festspiele und Großveranstaltungen flossen 14.842.100 € (2018: 15.107.470 €). Für soziale Maßnahmen wendete der Bund 1.765.238,92 € (2018: 1.640.907,20 €) auf, was in Summe ein Kunst- und Kulturbudget für 2019 von 439.456.628,10 € (2018: 437.547.217,54 €) ergibt.

Besuchszahlen der Bundesmuseen entwickelten sich weiterhin positiv

Einer der wichtigsten Förderbereiche sind die Bundesmuseen, die als wissenschaftliche Anstalten öffentlichen Rechts laut Bundesmuseen-Gesetz 2002 vollrechtsfähig sind. Dazu zählen die Albertina, das Kunsthistorische Museum mit dem Weltmuseum Wien und dem Theatermuseum Wien (KHM-Museumsverband), die Österreichische Galerie Belvedere, das MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, das Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien – mumok, das Naturhistorische Museum Wien (NHM), das Technische Museum Wien mit der Österreichischen Mediathek (TMW) und die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB). Sie erhielten 2019 eine Basisabgeltung von 112,08 Mio. €, die Differenz von 800.000 € gegen 2018 (112,88 Mio. €) ergibt sich daraus, dass dieser Betrag einmalig für die Sammlung Essl aufgewendet wurde. Zudem flossen über Investitionsprogramme 15,77 Mio. € (2018: 15,46 Mio. €). Die Entwicklung der Besuchszahlen der Bundesmuseen verlief weiterhin sehr positiv, von 6.462.074 BesucherInnen 2018 auf 6.933.776 im Berichtsjahr – ein Anstieg von 7 %.

Förderung des Theaters und des österreichischen Films

Der Bund trägt sehr wesentlich zur Förderung der darstellenden Kunst in Österreich bei, in erster Linie durch die Basisförderung für die Bundestheater-Holding GmbH. Die Aufteilung der Mittel erfolgt auf Vorschlag der Holding je nach Bedarf pro Geschäftsjahr. Die Bundestheater-Holding GmbH bildet gemeinsam mit ihren vier Tochtergesellschaften – Burgtheater GmbH, Wiener Staatsoper GmbH, Volksoper Wien GmbH und ART for ART Theaterservice GmbH – den größten Theaterkonzern der Welt. An die Holding wurden im Geschäftsjahr 2018/2019 rund 162,94 Mio. € (2017/2018: 170,38 Mio. €) an Basisförderung überwiesen.

Der Bundestheater-Konzern beschäftigte 2019 nicht weniger als 990 KünstlerInnen und 1.038 technische MitarbeiterInnen. Er unterhält sieben Spielstätten, die Opernschule, die Ballettakademie und die Chorakademie der Wiener Staatsoper. Die Spielzeit 2018/19 brachte 1.677 Vorstellungen (2017/18: 1.618) mit 41 Neuproduktionen und 157 Werken im Repertoire. Diese Vorstellungen wurden von 1.354.756 Personen besucht (2017/18: 1.306.052 Personen). Der Gesamtertrag betrug 261,4 Mio. € (2017/18: 266,6 Mio. €), die Umsatzerlöse beliefen sich auf 81,5 Mio. € (2017/18: 76,3 Mio. €).

Zusätzlich fördert die Sektion für Kunst und Kultur österreichweit eine Vielzahl an freien Theatern, großen Privattheatern und das Theaterschaffen im Allgemeinen. Gefördert wurden zum einen die Jahresprogramme der Theater mit 17,27 Mio. € (2018: 17,39 Mio. €). Zudem wurden einzelne Projekte und Produktionen von Schauspiel-, Tanz-, Musiktheater und Performance-Gruppen mit 1,1 Mio. € (2018: 1,45 Mio. €) gefördert.

Lau dem Kunst- und Kulturbericht war 2019 eines der besten Jahre für den innovativen Film und das österreichische Kino. Eine Reihe der vom Bundeskanzleramt oder vom Österreichischen Filminstitut (ÖFI) geförderten österreichischen Filme wurde in Österreich und im Ausland mit Preisen ausgezeichnet. Das ÖFI selbst wurde 2019 mit 19,7 Mio. € (2018: 20,3 Mio. €) unterstützt und stellt rund 17,04 Mio. € für diverse Förderungsmaßnahmen von der Stoffentwicklung bis zur Verwertung von Kinofilmen zur Verfügung. Besondere Anstrengungen wurden zudem unternommen, um den künstlerischen Nachwuchs zu fördern und Frauen zu unterstützen, sich in der Filmwirtschaft zu etablieren, heißt es im Bericht.

Gender Budgeting in der Kunst- und Kulturförderung

Um die Frage nach der Geschlechtergerechtigkeit bei der Verteilung der Kunstförderungsmittel zu beantworten, werden seit dem Jahr 2007 finanzielle Transferleistungen, die direkt an einzelne Künstlerinnen und Künstler gehen, nach genderbezogenen Kriterien ausgewertet. Das umfasst sowohl Stipendien und Projekte als auch Zahlungen für Kunstankäufe, Preise und Prämien. Zusätzlich wird die Besetzung von Beiräten und Jurys, die in der Kunstförderung aktiv sind, gegendert erhoben.

Während das Verhältnis Männer/Frauen in den einzelnen Abteilungen und Sparten variiert, ergibt sich laut Kunst- und Kulturbericht über die gesamte Auswertung hinweg gerechnet ein recht ausgewogenes Bild. Im Jahr 2019 gab es demnach insgesamt 1.399 Finanzierungen von Einzelpersonen – Stipendien, Projektförderungen, Kunstankäufe, Preise und Prämien – mit einem Gesamtaufwand von 7.697.801 € (2018: 1.384 Einzelförderungen bzw. 7.686.319 € Gesamtaufwand). Davon gingen 700 Finanzierungen (2018: 666 bzw. 48 %) an Männer, 699 Finanzierungen an Frauen (2018: 718 bzw. 52 %) – insgesamt ergab sich also ein ausgewogenes Männer/Frauen-Verhältnis von 50% zu 50 %. Was die durchschnittliche Finanzierung pro Person betrifft, befanden Frauen sich weiterhin leicht im Nachteil: 2019 wurden für Männer durchschnittlich 5.535 € (2018: 5.596 €), für Frauen 5.470 € (2018: 5.514 €) aufgewendet. (Schluss) sox