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Parlamentskorrespondenz Nr. 275 vom 11.03.2021

Themenfelder:
Bundesrat/​Wirtschaft/​Parlament allgemein/​Forschung
Format:
Vermischtes
Stichworte:
Parlament/​Bundesrat/​Buchmann/​Buchpräsentation/​Wirtschaft/​Steiermark

Bundesratspräsident Christian Buchmann lud zu virtueller Buchpräsentation

Wie die Steiermark vom "Land der Grenze" zur offenen Region wurde

Wien (PK) – Der Weg der Steiermark vom "alten Industriegebiet" zu einer hochindustrialisierten Technologieregion war gestern Thema einer virtuellen Buchpräsentation von Autor Michael Steiner auf Einladung von Bundesratspräsident Christian Buchmann.

In seiner Begrüßung wies der Präsident der Länderkammer auf die Wichtigkeit der Regionen hin. Diese seien das Fundament des gemeinsamen Europas und deshalb auch das Motto seiner Bundesratspräsidentschaft. Die Steiermark habe es sehr gut geschafft, zu einer sehr innovationsorientierten Region geworden zu sein und es sei eine Erfolgsgeschichte, die sich sehen lassen und von der man lernen könne. Ein Erfolg, geschuldet Meilensteinen wie dem Beitritt zur Europäischen Union und als direkte Folge die europäischen Strukturfondsmittel für die Steiermark, welche dafür verwendet wurden, die Wirtschaft zu stimulieren und Arbeitsplatze zu schaffen. "Bis zur Corona-Pandemie konnte die Steiermark 500.000 Menschen in Beschäftigung aufweisen. Das ist den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu verdanken und auch den innovativen Unternehmen", war Buchmann überzeugt. Sein Heimatland Steiermark sei durch intensive Clusterpolitik und Netzwerke gewachsen – die Vernetzung von Wirtschaft, Forschung, Innovation und Bildung habe die Forschungsquote der Steiermark auf fünf Prozent gehoben und damit eine Spitzenplatzierung in Europa erzielt. Neben der Bewältigung der Pandemiekrise nannte er Fachkräftemangel und Digitalisierung als wichtige Themen der nahen Zukunft.

Steiner: Wille zur Zukunftsgestaltung trotz widriger Umstände

Das im Leykam-Verlag erschienene Werk "Wirtschaft.Steiermark. Zwischen Utopie und Realität" zeigt den Transformationsprozess von einem "Land an der Grenze" zu einem offenen Wirtschaftsraum. Die Steiermark sei dadurch zu einem vielbeachteten Beispiel sowohl für wirtschaftliche und politische Praxis als auch für die akademische Forschung geworden.

Autor Michael Steiner, Professor am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Graz, legte in seiner Präsentation dar, dass der positive Wandel der Steiermark nicht selbstverständlich gewesen sei. Nur durch die Innovation steirischer Unternehmen sei es möglich gewesen, die Erneuerung voranzutreiben. Allerdings sei ein regionales Umfeld zur Unterstützung notwendig gewesen - eine technologie- und innovationsorientierte Regionalpolitik, durch eine regionale und nationale Grenzen überschreitende Landespolitik mit europäischer Perspektive, durch eine verbesserte Infrastruktur, und vor allem durch Forschung. Ein wichtiges Element dafür sei auf jeden Fall eine Geisteshaltung der steirischen Bevölkerung, die in dem Band als utopischer Realismus bezeichnet wird: der Wille zur Zukunftsgestaltung trotz widriger Umstände.

In der anschließenden Podiumsdiskussion - moderiert von ORF-Journalistin Nadja Bernhard - wurde über verschiedene prägende Tätigkeitsfelder wie Forschung, Cluster und Zukunftsaussichten debattiert.

Mehr Fachkräfte durch positives Bild der dualen Ausbildung

Vor und nach der Pandemie sei der Fachkräftemangel eine Krise, die es zu bewältigen gälte, waren sich der Wirtschaftskammerpräsident der Steiermark Josef Herk sowie der Landesvorsitzende der ÖGB-Steiermark und Bundesrat Horst Schachner einig. "Qualifizierung ist das wesentlichste Thema. Wir haben Betriebe, die nur auf junge Arbeitskräfte warten. Das ist das Problem Fachkräftemangel. Die duale Ausbildung spielt eine ganz wichtige Rolle – denn am Ende des Tages müssen wir fit für den Markt sein", zeigte sich Schachner überzeugt. Ein positives Bild in den Köpfen der Menschen für die duale Ausbildung – also Lehre mit Matura – zu schaffen, stand für alle DiskutantInnen im Vordergrund.

Clusterpolitik und Netzwerke als treibender Motor der Innovation

Die Clusterpolitik wurde von allen Anwesenden als enorm wichtiger Motor der Innovation genannt. Man habe über den Tellerrand hinausgeblickt, zeigte sich BR-Präsident Buchmann überzeugt. Es gäbe immer wieder Themen, welche Branchen verbinden und den Weg der Transformation brächten. Man schaue auch über die Grenzen Österreichs, um Knowhow zu finden, berichtete Christa Zengerer, Geschäftsführerin des Mobilitätsclusters ACstyria. Und besonders in der Mobilität und in der Digitalisierung gäbe es einige Herausforderungen.

Anreize für Betriebe schaffen, am Standort zu bleiben

Abgesehen von den Herausforderungen durch die Pandemie sei der Blick in die Zukunft ein positiver, da die Steiermark nicht stehenbleibe. "Wir arbeiten intensiv mit allen Möglichkeiten daran, auch im Bereich Forschung und Entwicklung. 2020 hat es nicht weniger Unternehmensgründungen gegeben wie im Jahr davor – trotz Pandemie. Die Bereitschaft, unternehmerisch aktiv und mobil zu bleiben ist eindeutig gegeben. Und mit der sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit sind wir gut aufgestellt und werden das auch gut schaffen", berichtete Herk. Für Schachner stand noch im Vordergrund, dass man Betrieben auch einen Anreiz geben müsse, um sie in der Steiermark zu halten.

"Innovation ist die Erfindungskraft plus Umsetzung. Inspiration und Transpiration auf steirisch – und das gilt für alle Sektoren des gesellschaftlichen  Lebens, ob nun im Bereich Wirtschaft, Kunst, Sport, Familie und weiteren. Wer sich nicht weiterentwickelt, bleibt stehen", so Buchmann in seinem Schlusswort. (Schluss) mar

HINWEIS: Fotos von dieser Präsentation finden Sie auf der Website des Parlaments. Die Veranstaltung ist als Video-on-Demand in der Mediathek des Parlaments verfügbar.