Bundesrat Stenographisches Protokoll 617. Sitzung / Seite 52

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Ich möchte uns, der Republik Österreich, gratulieren, daß wir diese Frau Staatssekretärin haben. Es trifft den Herrn Vizekanzler keine culpa in eligendo, sondern das ist vielmehr das Verdienst der richtigen Auswahl. Sie ist meistens so gut vorbereitet, daß man als Fragesteller nicht einmal das Zeitwort nennen kann, schon kommt die Antwort. Ich sage immer meinen Studenten, wenn sie zur Prüfung kommen: Lassen Sie den Prüfer wenigstens ausreden, bevor Sie antworten! Sie hat bereits solch ein intuitives Gefühl, daß wir immer auf schnellstem Weg die entsprechenden Antworten kriegen.

Ich möchte dem Herrn Vizekanzler und auch der Frau Staatssekretärin für das Engagement im EU-Ausschuß danken. Wir haben den Herrn Außenminister vorgestern im Außenpolitischen Ausschuß erlebt. Ich danke auch dem Präsidenten Mautner Markhof, der dabei den Vorsitz führt; auf ihn werde ich noch später zu sprechen kommen. Ich danke dafür, daß wir so umfassend informiert wurden.

Ich habe Dr. Schüssel immer in seiner konsequenten politischen Dynamik bewundert, aber seit dem Ausschuß vorgestern bezeichne ich ihn auch als Enzyklopädisten, denn es ist bewundernswert, alles so abrufbereit zu haben. Das wird viele nicht überraschen, aber nachdem ich nicht im Schottengymnasium aufgewachsen bin, sondern am Badner-Gymnasium, ist mir diese seine Qualität erst jetzt in dieser Dimension zugänglich geworden.

Ich möchte mich herzlich dafür bedanken, daß das Außenministerium zur Entwicklungshilfe auch im praktischen Leben etwas beiträgt, weil reden kann man viel, handeln tut man selten. Daß die Frau Staatssekretärin zur Mutter Teresa mit 300 Paketen für Waisenkinder fährt, gehört heute in den Raum gestellt und belobigt bedankt.

Ich war 1979 das erste Mal bei Mutter Teresa und das letzte Mal im Jahr 1990, in Kalkutta, dazwischen habe ich sie in Wien erlebt. Den Satz, den Mutter Teresa beim Weggehen im Jahre 1979 zu mir sagte und der mich immer wieder begleitet, möchte ich heute in den Raum stellen: Lasse nie zu, daß ein Mensch nach der Begegnung mit dir nicht glücklicher geworden ist.

Meine Damen und Herren! Wer diesen Außenpolitischen Bericht liest es wurde schon Verschiedenes herausgestellt, nicht zuletzt von der Präsidentin Haselbach, die aus eigener Erfahrung von Jugoslawien spricht , der sieht, daß das Bemühen von unzähligen Menschen dazu beitragen kann, daß andere glücklicher werden, wobei keiner von uns weiß, wie spät es schon in seinem öffentlichen und privaten Leben ist. Nutze die Zeit, hat schon die Antike gesagt, und die genützte Zeit spricht aus dem Außenpolitischen Bericht, und auch das sei hervorgehoben.

Meine sehr Verehrten! Da ich von Beruf Staatsrechtslehrer bin, möchte ich auch allen herzlich danken, welche die politischen Probleme auch als Rechtsprobleme erfaßt und versucht haben, diese zu lösen. Vieles ist in diesem Außenpolitischen Bericht enthalten, was einer der glänzendsten Juristen und Diplomaten Österreichs als Leiter des Völkerrechtsbüros eingebracht hat er ist jetzt in Washington Botschafter , nämlich Herr Dr. Helmut Türk, der in Botschafter Dr. Cede einen würdigen Nachfolger gefunden hat. Letzterer überrascht mich nicht, weil auch ich ihn schon als einen meiner Mitarbeiter erlebt hatte. Ich habe ihn auch schon an der Innsbrucker Universität erlebt, die Minister Kolb und Klecatsky trifft hier das Verdienst der Auswahl. Es ist in diesem Völkerrechtsbüro mit dem Gesandten Dr. Trauttmansdorff und Dr. Thun-Hohenstein eine glänzende Gruppe. Das Wort Crew wäre zu abschätzend, genauso wie ich sage, daß diese Aufgabe kein bloßer Job ist.

Hier ist viel Bedeutendes, Juristisches geleistet worden. Von der Wissenschaft wird bisweilen behauptet, sie sei das, was der eine vom anderen abschreibt. Ich darf Ihnen ehrlich sagen, wer das Völkerrecht kennt, weiß, daß es eine Reihe von Gebieten gibt, wo man nicht abschreiben kann, weil es da einfach nichts gibt. Auf diesem Gebiet ist das Völkerrechtsbüro jetzt und auch schon früher unter Dr. Türk wegweisend, und ich möchte auch als Staatsrechtslehrer hier meinen Respekt bekunden.

Ich möchte für das großartige Zusammenarbeiten der verschiedenen Sektionen danken, die heute hier sehr hochrangig vertreten sind, unter anderem durch den Personalchef, Botschafter Dr. Moser, den ich noch in Los Angeles im Jahr 1984 unvergeßlich erlebt habe. Wir sehen deutlich im Parlament, wie die Zusammenarbeit ist. Ich bitte um Verständnis, wenn auch ich in


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