Bundesrat Stenographisches Protokoll 622. Sitzung / Seite 91

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volle Bewegung bis hin zum Mutter-Kind-Schwimmen, aber auch Entspannungsübungen augenscheinlich gemacht und beschrieben wurden.

Die Aktion "Mutter-und-Kind-Schwimmen" mit Babies ab dem dritten Lebensjahr, nach dem System Johnny Weißmüllers, sowie Schwimmlehrkurse ab dem fünften Lebensjahr und vieles mehr werden ebenfalls seit Mitte der siebziger Jahre auch für Kinder ohne Vereins- oder Verbandsbindung in Graz angeboten.

Selbstverständlich wird der Seniorensport in der Steiermark ebenfalls gefördert, wobei ich erwähnen möchte, daß durch eine Privatinitiative das erste Senioren-Sportbuch in Österreich unter dem Titel "Ewig jung durch Bewegung" unter Anleitung von Arnold Schwarzenegger als Leitfaden für Fitneß ab dem 40. Lebensjahr herausgegeben wurde.

Zahlreiche andere Aktivitäten für Jung und Alt wurden in der Steiermark von für das Sportwesen politisch Verantwortlichen über Empfehlung ehrenamtlich tätiger Sportfunktionäre ins Leben gerufen, aber manches wurde wieder durch die Bürokratie eingebremst oder schubladisiert nicht so in den USA, wo selbst die aus Österreich eingebrachte Idee der Entwicklung von Zeit- und Distanzgefühl für traditionelle Sportdisziplinen am Weltkongreß 1990 für Fitneß, Ernährung und Sport in Chicago in Diskussion genommen wurde. Diese Idee wurde sogar in das Forschungsprogramm der Universität von San Diego aufgenommen und bereits 1994 im Universitäts-Sportangebot wettkampfmäßig umgesetzt.

Es ist für mich unverständlich, daß die vom steirischen Landessportreferenten, Landesrat Dr. Gerhard Hirschmann, ergriffenen Initiativen, wie zum Beispiel die Durchführung der Olympischen Spiele in der Steiermark oder der Ausbau des Ö-Ringes, ins politische Hickhack geraten konnten. Ich vermute, die mediale Erziehung zur Neidgesellschaft macht auch vor zukunftsorientierten Ideen nicht mehr halt. (Beifall bei Bundesräten der ÖVP und der Freiheitlichen.)

Es gibt viele Aktivitäten für den Sport in allen Bundesländern, doch das Beispiel Vorarlberg, das früher auch international im Spitzenfeld mit seinen Geräteturnern lag, weist darauf hin, wie notwendig es ist, daß das österreichische Sportwesen auch in der Länderkompetenz liegt und auf Bundesebene jedoch Reformen erfordert.

Bedauern muß ich daher deshalb, daß sich die Länder seinerzeit bei der Gründung der Bundessport-Organisation nicht um einen gebührenden Einfluß bemühten und sich die Bundessport-Organisation später dafür nicht mehr interessiert zeigte.

Damit komme ich zu einer wichtigen Forderung, nämlich zur Einbindung der Sportreferenten-Konferenz der österreichischen Bundesländer in die Entscheidungsorgane der Bundessport-Organisation. Leider hat sich der Bund in den letzten Jahren sukzessive von der direkten Länder-Sportförderung zurückgezogen und somit zu einer spürbaren, bedauerlichen Verminderung der Sportaktivitäten im Bereich der Bundesländer beigetragen. Ich erlaube mir, einige Beispiele zu nennen: die Sistierung der Lotto- und Totomittel für zwei Jahre, 1996 und 1997, die Einstellung der Sportstätten-Investitionsförderung des Bundeskanzleramtes. Bislang ist kein einziges Sportleistungsprojekt eines Landes-Sportverbandes seitens des beim Bundeskanzleramt eingerichteten Spitzensportausschusses gefördert worden.

Die Kritik geht dahin, daß Förderungsmittel des Spitzensportausschusses immer wieder von denselben Bundessportverbänden in Anspruch genommen werden.

Sinnvolle Leistungsprojekte der Landesverbände bleiben stets auf der Strecke, wobei mir in einigen Fällen auch die Bundessport-Organisation nicht als schuldlos erscheint.

Mein Vorschlag: Ein Teil dieser Mittel soll Leistungsmodellen der Landesverbände in den Bundesländern zweckgebunden zur Verfügung gestellt werden.

Die wichtigste Aufgabe in der heutigen Zeit ist für die politisch Verantwortlichen aber ganz sicher, zukunftsorientierte Entscheidungen für den Vorschul- und Pflichtschulsport zu treffen. Vor allem in den Volksschulen sollte neben dem im Lehrplan mit mindestens vier Stunden pro


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