Bundesrat Stenographisches Protokoll 637. Sitzung / Seite 69

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Aber ich möchte diese Gelegenheit nützen, Sie davon in Kenntnis zu setzen oder daran zu erinnern, daß mein Ressort zu diesem Fragenkomplex auch andere Informationsquellen und Materialien publiziert, die für Ihre politische Tätigkeit wichtig sein können. Ich verweise dazu nur auf das Gesundheitsstatistische Jahrbuch, das wir gemeinsam mit dem ÖSTAT herausgeben, und das Statistische Handbuch der Sozialversicherung, ebenfalls ein Nachschlagewerk, dem man sehr viel Detailinformation entnehmen kann. Es gibt weiters Berichte über die Pflegevorsorge und über die Arbeitsinspektion sowie nicht zuletzt den Bericht über die soziale Lage in Österreich, der ein sehr umfangreiches Bild vermittelt. Ich denke, aus der Zitierung dieser Berichte erkennt man, daß Sozial- und Gesundheitspolitik miteinander kommunizierende Politikbereiche sind und daß Gesundheit nicht von den sozialpolitischen Fragen und den sozialen Anliegen getrennt werden kann.

Ich darf Sie daher bitten, wenn Sie zusätzliche Informationswünsche haben, uns diese zu übermitteln. Meine Kolleginnen und Kollegen sind gerne bereit, Sie mit weiterem Informationsmaterial zu versorgen. Wir können noch mehr als das bisher kurz angesprochene Material zur Verfügung stellen.

Einige von Ihnen haben schon ein paar Highlights des Gesundheitsberichtes herausgegriffen. Erlauben Sie mir, die zwei meiner Ansicht nach herausragenden Entwicklungen zu unterstreichen. Zum einen ist das die Frage der Lebenserwartung. Wie im Gesundheitsbericht angesprochen ist mit einer Lebenserwartung der Frauen im Ausmaß von 80,05 Jahren erstmals in unserer Geschichte die Grenze von 80 Jahren überschritten worden. Die Lebenserwartung der Männer liegt bei 73,54 Jahren. Ich denke, auch das ist ein Ausdruck einer erfolgreichen Gesundheitspolitik, einer Gesundheitspolitik, die sich das Ziel gesetzt hat, daß Menschen in einer lebenswerten Form auch älter und, wie ich mit Bezug auf 80 und mehr Jahre sagen möchte, alt werden können.

Als etwas besonders Erfreuliches ist meiner Ansicht nach auch zu unterstreichen, daß die Säuglingssterblichkeit, deren Zahl 1985 noch 11,2 Promille gestorbene Säuglinge auf 1000 Geburten betrug, um mehr als die Hälfte reduziert werden konnte. Wir haben 1995 einen Wert von 5,4 Promille verzeichnet, und ich denke, daß auch das ein Beweis einer erfolgreichen Politik für die Mütter, für die Kinder und nicht zuletzt für die Eltern ist.

Ich möchte zum Datenmaterial darauf verweisen, daß zwar der Berichtszeitraum mit 1995 angegeben wird, aber daß wir uns dort, wo bereits neueres Datenmaterial vorlag, bemüht haben, Daten sogar bis ins Jahr 1997 in diesem Bericht mitzuverarbeiten, um größtmöglichen Aktualitätsbezug zu gewinnen.

Herr Bundesrat Tremmel hat gesagt, daß die Patientenrechte nicht in ausreichender Form oder gar nicht erwähnt wurden. Auf Seite 55 des Gesundheitsberichtes wird in einigen Absätzen auf die Situation in diesem Bereich hingewiesen, und es werden auch einige Auskünfte erteilt. Sollten diese für Sie nicht ausreichend sein, stehen Ihnen meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne zur Verfügung. Ich möchte mich für Ihre lobenden Worte zu Beginn der Behandlung dieser Tagesordnungspunkte namens meiner Kolleginnen und Kollegen bedanken. Da sie sich nicht zu Wort melden dürfen, ich aber schon, möchte ich dies sagen.

An dieser Stelle kann ich  bevor ich auf den Hebammenbericht eingehe  auf ein paar Fragen zu sprechen kommen, die in der Debatte erwähnt worden sind. Zur Frage der Gruppenpraxen ist zu sagen, daß die Verhandlungen zwischen der Ärztekammer und dem Hauptverband nach wie vor im Gange sind. Ich glaube, Sie werden mir recht geben, daß aus Sicht des Ressorts das primäre gesundheitspolitische Interesse darin besteht, daß Gruppenpraxen dort Verwendung finden, wo die Patientenversorgung nicht die Qualität wie vielleicht in anderen Regionen hat, und daß die gleiche Qualität der Patientenbetreuung besonders zu berücksichtigen und zu unterstützen ist. Ich habe den Verhandlern gegenüber und auch im Hohen Haus in der Sitzung des Nationalrates sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, daß ich mir erwarte, daß diesem Aspekt besonderes Augenmerk zu schenken ist, wenn es zu einer Einigung über die Einführung von Gruppenpraxen kommt.


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