Bundesrat Stenographisches Protokoll 649. Sitzung / Seite 64

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möglich, die Vergleichbarkeit der Preise herzustellen, und hier werden möglicherweise noch gewisse Strukturinnovationen notwendig sein. (Präsident Jaud übernimmt den Vorsitz.)

Ich glaube, daß wir uns, nachdem dieser wichtige Aspekt erledigt ist, auf die Marktbearbeitung konzentrieren können. Eine wesentliche Problematik des österreichischen Tourismus ist der geringe Nationenmix, der vorhanden ist. 80 Prozent aller Nächtigungen werden von Gästen aus drei Ländern getätigt: Deutschland, Österreich und Holland. Es freut mich, daß sehr viele Gäste aus Deutschland und Holland in unser Land kommen. Eine dominante Rolle spielen natürlich unsere deutschen Freunde, mit rund 50 Prozent des gesamtösterreichischen Nächtigungspotentials und mit mehr als zwei Dritteln der Ausländernächtigungen erreichen wir hier bald Monopolzustände.

Für das Unternehmen Österreich wird es daher wichtig sein, neue Zielgruppen zu erschließen; vor allem die Reformstaaten werden zu einem immer wichtigeren Gästesegment. Das sieht man auch in diesem Bericht sehr deutlich. Mit einem Plus von 7,1 Prozent entwickelt sich die Nachfrage aus Zentral- und Osteuropa erheblich besser als jene aus dem übrigen Ausland. Die Annäherung an die Oststaaten ist ein wichtiger Schritt, weil wir damit eine Gästegruppe, die sehr stark zunimmt, zusätzlich ins Land bekommen. Wenn wir solche Perspektiven berücksichtigen, aber auch offensiv nutzen, dann wird davon bin ich überzeugt diese Trendumkehr weiter anhalten.

Ich glaube, die Politik, die der Minister macht, ist völlig richtig, damit der Tourismus in seiner Bedeutung beibehalten und verbessert wird. Die ÖVP wird daher diesem Bericht gerne ihre Zustimmung erteilen. (Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Bundesrates Konecny. )

13.35

Präsident Gottfried Jaud: Nächste Rednerin ist Frau Bundesrätin Ulrike Haunschmid.  Bitte.

13.35

Bundesrätin Ulrike Haunschmid (Freiheitliche, Oberösterreich): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Zuerst möchte ich sofort an den Redebeitrag des Herrn Kollegen Missethon anschließen. Ich verwahre mich ausschließlich, Herr Kollege Freiberger (Bundesrat Prähauser: "Ausdrücklich" heißt das!)   ausdrücklich, ist egal (Bundesrat Prähauser: Das ist nicht egal!  Heiterkeit bei der SPÖ)  , gegen das, was Sie meinen Kollegen unterstellen. Ich habe das damals auch Herrn Minister Edlinger gesagt, und ich sage es Ihnen heute wieder. Vielleicht haben Sie sich heute so stark gefühlt, weil uns Herr Minister Edlinger auch schon einmal in die Liste der Betrüger hineinzitiert hat. (Bundesrat Meier: Das hat er nicht!)

Ich sage das gleich im vorhinein, und Sie, meine Damen und Herren ... (Zwischenruf des Bundesrates Steinbichler. Nein, nicht. Ich sage das gleich im vorhinein, und Sie, meine Damen und Herren, werden heute wahrscheinlich meine Kritik an diesem Tourismusbericht beziehungsweise an der Tourismuspolitik als ungerechtfertigt hinstellen und versuchen, diese mit positiven Zahlen über Übernachtungen, Umsätze und Ankünfte zu entkräften.

Herr Minister! Ich weiß es nicht, ich stelle mir ... (Zwischenruf des Bundesrates Bieringer. )   Nein, gar nicht. Überlegen Sie sich ordentlich, was ich sage, und melden Sie sich bitte nach mir zu Wort, Herr Bieringer! (Bundesrat Bieringer: Ich habe nichts anderes gesagt! Ich habe nur wiederholt, was Sie gesagt haben!)

Herr Minister! Ich frage Sie folgendes: Ist das eine gewisse Taktik, daß Sie sich immer gleich zu Beginn der Debatte  das ist bereits einige Male passiert  zu Wort melden, um all dem, was wir an Kritik zu üben hätten oder haben, von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen? (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.  Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.  Bundesrat Meier: Warum soll er das nicht dürfen?)

Im vorhinein sagen Sie, Herr Minister, all das, was wir uns wünschen würden. Ich frage mich nur eines, Herr Minister: Warum ist das nicht schon früher passiert, wenn Sie jetzt so gute Ansätze haben? Es muß anscheinend erst einmal ein positives Ergebnis geben, damit Sie sagen: Jetzt wird es erst lustig, jetzt kann man denen unter die Arme greifen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)   Das ist das, was mich wirklich befremdet.


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