Bundesrat Stenographisches Protokoll 654. Sitzung / Seite 59

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sante Variante gefunden worden ist. Es gibt mittlerweile eine Förderzusage für ein Kompetenzzentrum, woran die Montanuniversität Leoben beteiligt ist. Dieses Kompetenzzentrum hat die Aufgabe, auf einem hohen Niveau langfristig international konkurrenzfähige und zielgerichtete Forschung zu betreiben. Ganz konkret wird Werkstoffentwicklung für 18 namhafte österreichische Unternehmen in Leoben konzentriert in diesem Kompetenzzentrum betrieben. Das Forschungsvolumen für das Werkstoffkompetenzzentrum in Leoben beträgt für vier Jahre knapp 168 Millionen Schilling, somit ist es eigentlich eindeutig das größte Projekt in der Pilotphase. Die Bundesförderung liegt bei 35 Prozent, der Anteil des Landes, unter Einrechnung der geplanten Förderungen der Montanuniversität und der Stadtgemeinde Leoben, beträgt 42 Millionen Schilling.

Ich habe auch gestern weitere Erfolgsmeldungen von Kompetenzzentren aus Oberösterreich gehört. Wirtschaftslandesrat Leitl hat in einem Interview gesagt, daß die Kompetenzzentren eigentlich die Nuggets der Industriepolitik in Oberösterreich sind und daß besonders viele Arbeitsplätze geschaffen worden sind. Ich halte das Modell der Kompetenzzentren für ein außerordentlich interessantes und erfolgversprechendes.

Das zweite Projekt, das in Leoben angesiedelt ist  auch das halte ich für entsprechend notwendig und für ein interessantes Experiment , ist, daß wir ein Gründerzentrum mit Angestellten der Montanuniversität entwickelt haben, um hier einen Übergang ich sage jetzt aus dem Mittelbau in den Universitäten in Richtung einer neuen Gründeroffensive zu finden. Ich bin sehr neugierig, wie erfolgreich der Verlauf dieses Modells sein wird.

Wir haben im Rahmen einer sehr interessanten Enquete zum Thema "Qualitätssicherung für Lehre und Forschung an den heimischen Universitäten" erfahren, daß gerade im Mittelbau die Plätze derzeit besetzt sind und auch noch in den nächsten Jahren besetzt sein werden. Ich glaube, daß durch solche Gründerzentren vor allem junge Wissenschafter auch die Möglichkeit haben, auf der einen Seite zu forschen, aber auf der anderen Seite auch dafür zu sorgen, daß es zu einem geordneten Übergang in die Wirtschaft kommt.

Der letzte Punkt ist die Finanzierungsschleife bei F & E, und um diese geht es bei diesem Gesetz. Ich habe schon betont, es ist aus meiner Sicht zuwenig, wenn wir die Diskussion nur auf den Input reduzieren, das heißt auf die angestrebte 2,5 Prozent-Quote. Es ist auch wichtig, daß man sich die Ergebnisse anschaut und auch, wie effizient die Überleitung in die Produktionen und Fertigungsindustrien ist. Auch unter dem Aspekt der Schaffung neuer Arbeitsplätze ist dies meiner Ansicht nach ein ganz wesentlicher Punkt.

Ich glaube, daß wir auch einen stärkeren Fokus in der anwendungsorientierten Forschung brauchen und daß nicht die gesamten Mittel in der Grundlagenforschung konzentriert werden sollten. Für die Verbesserung der Handelsbilanz, aber auch für einen Erfolg auf dem Weltmarkt und für die Sicherung von Arbeitsplätzen brauchen wir diese Weiterentwicklung des Know-how.

Wir von der ÖVP werden diesem Entwurf natürlich zustimmen. Ich möchte schließen mit einem Zitat von Landesrat Paierl: Helle Köpfe mit Hirnschmalz haben wir genug. Wir müssen ihnen nur die Chance geben, auch gut zu arbeiten.  Danke. (Beifall bei der ÖVP.)

12.29

Vizepräsident Jürgen Weiss: Als nächstem Redner erteile ich Herrn Bundesrat Horst Freiberger das Wort.

12.29

Bundesrat Horst Freiberger (SPÖ, Steiermark): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Die Novelle zum Forschungsförderungsgesetz unterstützt die von der Bundesregierung ausgerufene Technologieoffensive. Das Fördervolumen des Forschungsförderungsfonds wird dadurch verstärkt, daß der FFF in Zukunft das Instrument des Zinsenzuschusses, verbunden mit einer Haftungsübernahme, einsetzen kann.


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