Bundesrat Stenographisches Protokoll 663. Sitzung / Seite 43

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Ich möchte noch eine kurze Anmerkung zum Umwelt-Kongress in Bad Ischl machen. Ich bedanke mich bei allen Ernährungswissenschaftlern, die daran mitgearbeitet haben, dass einige Fakten endlich wieder ans Tageslicht gebracht wurden, Fakten, die wir im Laufe der letzten Jahre schon als Tatsachen angesehen haben, weil sie immer wieder in den Medien gestanden sind, und: Was in der Zeitung steht, stimmt ohnehin! ist die landläufige Meinung. Daran sieht man, wie weit man sich tatsächlich von der Realität entfernen lässt.

Bei diesem Umwelt-Kongress hat einer der Ernährungswissenschafter aufgezeigt, wie künstliche Fettaugen in einer Rindsuppe erzeugt werden. Dass wir heute im bäuerlichen Bereich, aber schon lange nicht mehr nur in der bäuerlichen Produktion, unter dem Druck der Importe stehen, liegt auch an den Ersatzlebensmitteln, die in der Chemie, in der chemischen Werkstätte erzeugt werden. Aber etwas nehme ich nicht zur Kenntnis: Wenn heute die Zahl der Allergiker zunimmt – und in dieser Sache fordere ich den Schulterschluss mit der Medizin, mit den Ärzten –, wenn wir zunehmend Probleme im Gesundheitsbereich haben, wenn sich unsere Ernährungsgewohnheiten massiv verändern, nämlich hin zur Fast-Food-Küche, zum Konserven-Menü, wenn jemand krank ist, dann dürfen nicht das Schnitzel, der Liter Milch, die Butter und unsere bäuerlich produzierten, unsere "g’standenen" Nahrungsmittel dafür verantwortlich gemacht werden! Ich glaube, mit diesem Vorurteil muss man endlich aufräumen.

Ein interessantes Detail am Rande des Kongresses: Jetzt auf einmal ist man darauf gekommen, dass Margarine wesentlich gefährlichere Inhaltsstoffe hat als die so geschmähte Butter auf Grund dieser damaligen verfälschten Cholesterin-Diskussion.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es gäbe sehr vieles zu sagen, das wäre gerade im Zuge des Grünen Berichtes angebracht, aber auf Grund der vorgeschrittenen Zeit nur ganz kurze Abrisse.

Der Milchbereich ist schon angesprochen worden. Natürlich ist dort großer Druck vorhanden, aber wir müssten es schleunigst schaffen, dass es neben den geplanten Fusionen sofort zu Kooperationen kommt. Ich denke, die Diskussion ist schändlich, dass sich nicht mehr die Bauern über die niedrigen Milchpreise beklagen, sondern dass es zunehmend die Supermarkt-Chefs sind, die draufkommen, dass sie mit dieser Niedrigstpreis-Politik natürlich auch gewaltige Umsatzeinbrüche erleiden. Ich hoffe, dass hier die Vernunft siegt, ich hoffe, dass die angesprochenen Transporte von Grundnahrungsmitteln im beschränkten Rahmen bleiben, weil, wie gefordert wurde, nationale Marken, bodenständige regionale Marken Gott sei Dank von den Konsumenten gekauft, unterstützt und gefördert werden. Denken wir an das Beispiel der Gmundner Milch, die vor drei Jahren mit einer regionalen Marke auf den Markt gegangen und äußerst erfolgreich unterwegs ist.

Eine kurze Anmerkung zum Bäuerinnen-Bereich. Ich bin Frau Kollegin Höllerer sehr dankbar, dass sie die Bemühungen – die auch gelungen sind! – im Bereich: Karenzgeld für alle! angesprochen hat. Ich habe noch die damaligen Beschuldigungen in den Ohren: Da bekommen dann die millionenschweren Bäuerinnen und die Unternehmersgattinnen auch Karenzgeld.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Wieder ein Beispiel aus der Praxis, weil ich davon mehr halte als von den Statistiken, die auch wichtig sind: Meine Nachbarin hat als Nebenerwerbsbäuerin den Betrieb geführt – wir haben diesen heute gepachtet –, eine kleine Milchlandwirtschaft, der Gatte war im außerlandwirtschaftlichen Bereich bei der Firma Hatschek beschäftigt, sie hat fünf Kinder sehr gut erzogen, alle bestens im Berufsleben verankert, verheiratet, und diese Nachbarin bekommt sage und schreibe – ich nenne zuerst den größeren Betrag, damit Missverständnisse ausgeschlossen sind – monatlich 2 525 S Pension, und zwar nach der Erhöhung, denn vor der Erhöhung waren es 2 488 S. – Das sind die Fakten, und das sollte man auch berücksichtigen, wenn man gar zu locker mit Großgrundbesitzern und Millionären argumentiert.

Noch ein letzter Satz zur Holzwirtschaft, weil dieses Thema nach meinem Dafürhalten heute zu kurz gekommen ist. Der Holzbereich ist ein ganz wesentlicher, nicht nur – wie vom Kollegen Gudenus schon angesprochen – im Energiebereich, denn dort hätten wir noch gewaltige


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