Bundesrat Stenographisches Protokoll 669. Sitzung / Seite 48

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marktes ist wichtig, den man heute vielleicht nicht so wahrhaben will, weil wir erfreulicherweise Hochkonjunktur haben. Man redet davon, wir müssten irgendwelche Ausländer als Computerspezialisten ins Land holen. Diese Wellen gibt es immer  fast so wie den Schweinezyklus, Kolleginnen und Kollegen! (Heiterkeit der Bundesrätin Mag. Trunk. ) Wir können das nicht verändern. Der Arbeitsmarkt ist eine Wellenbewegung, und dann ist man nach geraumen Monaten wieder froh, wenn man eben nicht zu viele Ausländer als Arbeiter im Land hat. Aber die Bauern stellen diesen Polster dar. Ich glaube, es wäre wichtig  schon aus diesem Grund , dem ländlichen Raum eine besondere Würdigung und Schutz angedeihen zu lassen.

Die Osterweiterung  ich habe es bereits erwähnt  ist sorgfältig vorzubereiten. Sie ist nicht nur ein verwaltungsmäßig technokratischer Akt, wie ihn uns manche Leute in der österreichischen Politik, aber besonders aus Brüssel vorstellen. Wir haben nicht die Absicht  ich gehe davon aus , die österreichische Landwirtschaft auf dem EU-Altar zu opfern, meine Damen und Herren! Wir haben lange und gut gearbeitet. Die österreichischen Bauern werden das auch in Zukunft tun. Aber geben Sie den österreichischen Bauern auch die Zuversicht, dass sie nicht geopfert werden.  Danke sehr. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Bundesräten der ÖVP.)

11.29

Vizepräsident Jürgen Weiss: Als nächstem Redner erteile ich Herrn Bundesrat Steinbichler das Wort. Bitte.

11.29

Bundesrat Leopold Steinbichler (ÖVP, Oberösterreich): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Zum vorliegenden 41. Grünen Bericht gilt vorweg einmal der Dank jenen 2 300 Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Bauernschaft zur Erstellung desselben zur Verfügung stellen, den Mitgliedern der § 7-Kommission und den MitarbeiterInnen im Ministerium, die allesamt ausgezeichnet gearbeitet haben, um dieses übersichtliche und aussagekräftige Werk zu gestalten.

Ich bin davon überzeugt, dass alle Kolleginnen und Kollegen den Bericht eingehend studiert haben. Ich möchte deshalb davon Abstand nehmen, Zahlen zu wiederholen, und nur einige Themen anreißen, weil ich davon überzeugt bin, dass die folgenden Redner die speziellen Thematiken aufzeigen und tiefer in diese eingehen werden.

Ich darf, nicht nur auf Grund der aktuellen Ereignisse in den USA, mit einem Zitat von Hillary Clinton beginnen, die es auf den Punkt bringt und sagt: Wir leben in einer Zeit, in der jeder den Preis eines Produktes kennt, aber nicht dessen Wert.

Ich denke, das ist, genau auf den Punkt gebracht, das Problem, unter dem die Landwirtschaft leidet. Die Gesellschaft reagiert nur auf persönlichen Leidensdruck oder Druck in finanzieller Form.

Ein aktuelles Beispiel: der Energiemarkt. Jahrelang haben sich die Bauern und bäuerliche Organisationen vorbildlich darum bemüht, im Bereich Biodiesel, im Bereich der Hackschnitzelwerke Pionierarbeit zu leisten, und wurden immer wieder, auch von so genannten Experten, in ihrer Arbeit behindert  Beispiel Hackschnitzelheizungen. Bei der Durchforstung von einem Hektar Wald fallen zirka 30 Schüttraummeter Hackgut an. Man könnte bei den Rückständen, die bei der Durchforstung in den Wäldern herrschen, Tausende Tonnen Öl ergänzen. Erinnern wir uns an die laufende Ozonlochdebatte, CO2-Neutralität und all das, was hier andiskutiert wurde! Genau mit diesen Hackschnitzelwerken könnten wir diese Thematik treffen, könnten wir das Ozonloch verkleinern oder zumindest nicht vergrößern und einen glaubwürdigen Beitrag leisten.

Für mich ist angesichts dieser fürchterlichen Umweltkatastrophen, die immer wieder bei Öltransporten passieren, wenn Öltanker verunglücken, die Tatsache erstaunlich, dass die Tierschützer, die sich auch mit der bäuerlichen Tierhaltung beschäftigen, die sonst immer sehr populistisch auftreten, diesbezüglich schweigen. Im Sommer waren sie auf Urlaub, aber im Winter wird das wieder der Fall sein. Es wird dabei völlig vergessen, dass Millionen von Wasservögeln mit verklebten Federn, Millionen von Fischen mit verklebten Kiemen elend zu Grunde gehen.


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