Bundesrat Stenographisches Protokoll 679. Sitzung / Seite 61

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Flugblätter der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter lesen, um Ihre eigene Argumentation sofort widerlegt zu finden. Die Beschwerden, die von Ihrer Seite gekommen sind, waren, dass mehr Unterrichtsstunden geleistet werden müssen! Folglich wird es nicht weniger Turnstunden geben. Das ist eine Rechnung, die nicht aufgehen kann. – Das ist das eine. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)

Zum Zweiten: Behindertensport. – Sie haben in der Sache völlig Recht. Ich stimme mit Ihnen überein, dass es unsere gemeinsame Verpflichtung ist, alles zu tun, um den Behindertensport entsprechend zu fördern. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass Sie diese Anregung auch einmal an alle meine Vorgänger in den letzten Jahrzehnten, in denen die SPÖ ununterbrochen Verantwortung für das Sportressort getragen hat, herangetragen hätten, denn das finanzielle Defizit, das wir heute im Behindertensport haben, hat damit zu tun, dass dieser Bereich nie ausreichend ausgestattet war.

Ich kann Ihnen nur sagen: Für meinen Bereich habe ich sichergestellt, dass im Gegensatz zu früher, wo Spitzensport-Fördermittel für Behinderte per Gesetz nicht zugänglich waren, dafür Sorge getragen ist, dass im Rahmen des "Top-Sport-Austria"-Projektes die Mittel der Spitzensportförderung in gleichem Umfang auch für Behinderte zugänglich sein sollen, weil Spitzensport in diesem Bereich geleistet wird. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)

Zu Ihrer Frage bezüglich meiner Anwesenheit bei Sport-Veranstaltungen, Herr Kollege Binna: Ich erspare Ihnen jetzt die Auflistung dessen, bei denen meine Ressort-Vorgänger waren oder nicht waren, aber ich gebe Ihnen sehr gerne Auskunft darüber, wo ich im Rahmen meiner zeitlichen und terminlichen Möglichkeiten anwesend bin.

Zur Naturbahn-Rodel WM: Die Naturbahn-Rodel WM ist eine Veranstaltung – das Naturbahn-Rodeln insgesamt –, die von mir eine besondere – und zwar über das mit meinen Vorgängern vereinbarte Ausmaß hinaus – Förderung erhalten hat, und zwar auch mit Zielsetzung auf Turin 2006, weil es unser Anliegen ist, auch dafür zu sorgen, dass Naturbahn-Rodeln eine olympische Sportart wird. Wir haben zu diesem Zwecke eine besondere Förderung für den Ausbau der Strecke – einem entsprechend olympiareifen Ausbau der Strecke – für die Naturbahn-Rodel WM gegeben und zusätzlich noch eine Förderung für die Weltmeisterschaft per se.

Ich selbst habe mit den Veranstaltern vor Ort entsprechend Kontakt gehabt, habe gemeinsam mit den Veranstaltern das Projekt auch der Presse vorgestellt und bin im besten Einvernehmen mit den Veranstaltern dieser Weltmeisterschaft. Von diesen kommt die Beschwerde sicher nicht, deswegen weise ich sie auch zurück. – Ich mache aber darauf aufmerksam, dass es einer einzelnen Person unmöglich ist, bei allen Sportveranstaltungen in Österreich anwesend zu sein, und dass die Anwesenheit oder Nicht-Anwesenheit eines Regierungsmitgliedes über die Bedeutung und Wichtigkeit der Sportveranstaltung gar nichts aussagt, sondern nur die Begeisterung, der Einsatz und das Engagement der Sportler und die Freude des Publikums wichtig sind. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Bundesräten der ÖVP.)

Es ist richtig, dass ich in St. Anton war, es ist falsch, dass ich dort auf Kosten der Steuerzahler war. Ich habe meinen Aufenthalt privat bezahlt. Ich habe dort sehr interessante Kollegen getroffen, so etwa Ihren Parteivorsitzenden Alfred Gusenbauer, der auch in St. Anton war, und zwar mit einer Delegation von sozialdemokratischen PolitikerInnen aus Bund und Land, was uns gefreut hat, weil das eine wichtige Veranstaltung für den österreichischen Sport gewesen ist. Herr Gusenbauer hat offensichtlich im Gegensatz zu Ihnen die Bedeutung dieser Veranstaltung erkannt und war dort – was uns gefreut hat. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)

Ich war natürlich auch bei einer ganzen Fülle von Veranstaltungen, die Ihrer Aufmerksamkeit auch deswegen entgangen sind, weil sie natürlich keine mediale Beachtung gefunden haben – wie ich meine, zu Unrecht nicht gefunden haben. Ich war bei der Verabschiedung der paraolympischen Sportler in Enns, als sie zur Olympiade nach Sydney gefahren sind. Ich stimme mit Ihnen überein, dass es bedauerlich ist, dass der ORF dieses Ereignis und andere Ereignisse des Behindertensportes nicht in ausreichendem Ausmaß berücksichtigt. Gerade deshalb war es so wichtig, mit dem neuen ORF-Gesetz Voraussetzungen dafür zu schaffen (Beifall bei den


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